Fachtagung "Lebensmittel sind wertvoll!" im Vorfeld des heutigen Welternährungstags

Diskussion über Vermeidung und Reduktion von Lebensmittelabfällen führte 120 ExpertInnen in Wien zusammen

Wien (OTS) - Gemeinsam mit dem Österreichischen Ökologie-Institut und in Kooperation mit den Wiener Volkshochschulen veranstaltete die Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 am 13. Oktober die Fachtagung "Lebensmittel sind wertvoll!" in der Wiener Urania. 120 TeilnehmerInnen aus verschiedenen Einrichtungen der Stadt Wien -Institutionen zur Gemeinschaftsverpflegung, Kinderbetreuungsstätten, Schulen, PensionistInnenwohnheime, Krankenanstalten, Gastronomiebetriebe, Interessensvertretungen, Fachöffentlichkeit und ExpertInnen - diskutierten über Lösungsvorschlage zur Reduktion und Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Wien. Die Veranstaltung war auch eine von mehreren Aktionen, die im Rahmen der Aktionstage Nachhaltigkeit, die heuer vom 4.-14. Oktober stattfanden, durchgeführt wurden.

Lebensmittel als Abfallprodukt

Weltweit werden 1,3 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln im Jahr als Abfall weggeworfen. Dies entspricht rund einem Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel. In Wien werden von allen Haushalten rund 70.000 Tonnen leicht vermeidbare Lebensmittelabfälle über den Restmüll entsorgt. Das sind durchschnittlich 40 Kilogramm Lebensmittel pro Einwohnerin bzw. Einwohner und Jahr. Lebensmittelverluste finden sich auf sämtlichen Stufen der Wertschöpfungskette von der Produktion bis zur Verarbeitung über den Vertrieb, bis hin zum Konsum. So werden etwa Lebensmittel aufgrund von Preisschwankungen auf dem Feld zurückgelassen, da sich eine Ernte nicht rechnet. Somit sind alle - von den ProduzentInnen über den Handel bis zu den KonsumentInnen - aufgerufen, Maßnahmen zur Lebensmittelabfallvermeidung zu ergreifen bzw. zu verstärken.

Lebensmittel werden äußerst rohstoff- und energieintensiv produziert, kilometerweit transportiert, tagelang gekühlt, zu qualitativ hochwertigen Speisen verarbeitet und müssen, wenn sie weggeworfen werden, letztendlich energie- und kostenintensiv entsorgt werden. Ganz besonders schlimm ist es, wenn tierische Produkte, v.a. Fleisch, zu Abfall werden - vorausschauendes Einkaufen, richtiges Lagern und die Verwertung von Überschüssen können hier wirksam gegensteuern.

Erarbeitung innovativer Lösungen für die Zukunft

Die Stadt Wien hat es sich zur Aufgabe gemacht, das wichtige Thema "Abfallvermeidung bei Lebensmitteln" aufzugreifen, Best-Practice Beispiele zu sammeln, Maßnahmen gemeinsam mit den Betroffenen zu entwickeln sowie die betroffenen Kreise zu vernetzen, zu informieren und zu sensibilisieren. Bei dieser Veranstaltung wurden innovative Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen mit dem Schwerpunkt "Wiener Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung" präsentiert und diskutiert. Die Beantwortung folgender Frage stand für die Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 im Zentrum "Welche Maßnahmen werden bereits umgesetzt und wo sollten wir noch aktiv werden?"

Zunächst wurde ein Überblick zu Lebensmittelabfällen von Expertin Felicitas Schneider (Universität für Bodenkultur) gegeben, sie stellte die Problematik anschaulich anhand von Bildern, Zahlen, Fakten und Umweltauswirkungen dar. Bei der anschließenden von Johanna Stögmüller moderierten Podiumsdiskussion mit prominenter Besetzung wurde erarbeitet, wie jede und jeder entlang der "Wertschöpfungskette" von der Landwirtschaft über Produktion und Verarbeitung bis hin zum Handel Lebensmittelabfälle reduzieren und vermeiden kann. Erfolgreiche Maßnahmen wurden besprochen und mögliche Optimierungspotentiale festgehalten.

Danach wurde der Fokus auf die Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Gastronomie, Catering und Gemeinschaftsverpflegung gelegt. Die Hauben-Köche Willi Haider (Erste Steirische Kochschule) und Siegfried Kröpfl (57 Restaurant & Lounge) sowie die Caterer Tobias Judmair (iss mich! the good food company) und Christian Chytil (impacts catering) gaben einen interessanten Einblick in die Praxis.

Bei der als ÖkoEvent durchgeführten und mit dem Österreichischen Umweltzeichen "Green Meeting" ausgezeichneten Veranstaltung erlebten die TeilnehmerInnen Lebensmittel aus verschiedenen Perspektiven, wie Kinder, Respekt, Werbung, Lust und Innovation. Die OrganisatorInnen freuten sich über die große Zustimmung für das Thema und die Bereitschaft aktiv mitzuarbeiten.

Rückfragen & Kontakt:

DI Christian Pladerer
Österreichisches Ökologie-Institut
Tel. +43 699 15236101
pladerer@ecology.at

Christine Willerstorfer
Mediensprecherin Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22
Tel.: +431 4000-73422
Mobil: +43676 8118-7342
E-Mail: christine.willerstorfer@wien.gv.at

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