Neues Volksblatt: "Kurzsichtig" von Kathrin KNAPPICH

Ausgabe vom 16. Oktober 2014

Linz (OTS) - Insgesamt zehn Mio. Euro sollen der geschasste OMV-Boss Gerhard Roiss und sein Kollege Hans-Peter Floren für ihre vorzeitige Ablöse an Abfindung kassieren. Ein Batzen Geld, wenn man bedenkt, dass ihre Arbeit und in Roiss' Fall auch sein Führungsstil - wie aus OMV-Kreisen zu hören war, sollen Teamgeist und Besonnenheit nicht zu seinen Tugenden gehören - bis zum Auslaufen ihrer Verträge nicht mehr geschätzt und gefragt sind. Seit 1990 ist der Oberösterreicher Roiss im Öl- und Gaskonzern tätig, seit April 2011 thront er an der Spitze der OMV. Man möchte meinen, dass das zuständige Kontrollgremium und auch Führungskräfte im Konzern genügend Zeit gehabt hätten, die Persönlichkeit Gerhard Roiss mit allen Ecken und Kanten zu erforschen. Umso unverständlicher ist, dass zwischenmenschliche Probleme in der Vorstandsetage vom Aufsichtsrat bis zuletzt ignoriert wurden. Erst mussten Gerüchte rund um einen Abgang Roiss' aufkommen, bis sich die Aufsicht zu einer Entscheidung durchringen konnte. Noch im Vorjahr eine Vertragsverlängerung vorzunehmen, die eine fette Abfertigung im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens nach sich zieht, erscheint mehr als kurzsichtig. Nun ist es zu spät für Ausreden. 31,5 Prozent an der OMV sind in der Hand des Staates, verwaltet von der ÖIAG. Der Steuerzahler bereitet dem abservierten OMV-Chef und seinem Kollegen so ein mehr als üppiges Abschiedsgeschenk.

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