Österreichische Turnusevaluierung (1)

Befragung zur Ausbildungssituation zeigt Verbesserungsbedarf auf

Wien (OTS) - Die im August 2011 auf Initiative der Österreichischen Ärztekammer gestartete Turnusevaluierung kann nach drei Jahren Laufzeit aussagekräftige Ergebnisse vorweisen: Rund die Hälfte aller eingeladenen Turnusärztinnen und -ärzte hat sich an der Bewertung von Spitalsabteilungen beteiligt und Qualität der Ausbildung sowie Lernerfolg beurteilt. Seit der ersten Zwischenbilanz Ende 2012 hat sich die Durchschnittsnote leicht verbessert, hervorzuheben ist die positive Beurteilung der Lehrpraxis. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden die Endergebnisse des Projekts präsentiert.

"Die Durchschnittsnote auf der Schulnotenskala hat sich seit unserer ersten Bilanz im Jahr 2012 von 2,79 auf 2,72 leicht verbessert. Das zeigt, dass die Evaluierung in den Abteilungen langsam, aber sicher zu Veränderungen führt. Dennoch dürfen wir uns mit einem durchschnittlichen Ergebnis nicht zufriedengeben", fasste Karlheinz Kornhäusl, stellvertretender Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), die Resultate zusammen. Die jungen Ärztinnen und Ärzte seien mit sehr viel Freude und Engagement bei der Sache; 91 Prozent hätten angegeben, sehr hohe Bereitschaft zum Lernen mitzubringen. Gleichzeitig mache sich aber auch bei gut zwei Dritteln das Gefühl breit, dass seitens des Rechtsträgers nichts oder nur wenig zur Verbesserung der Ausbildung getan werde. Die nunmehr beschlossene Ausbildungsreform, aber auch die Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie könnten dazu beitragen, diese Probleme zu beheben. Gleichzeitig seien jedoch die Krankenanstaltenträger gefordert: "Sie können dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen in ihren Häusern nachhaltig verbessern und dass junge Ärztinnen und Ärzte nicht ins Ausland abwandern oder den Arztberuf überhaupt aufgeben", sagte Kornhäusl. Denn auch Bundesländer mit guten Bewertungen hätten zunehmend mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen.

Die Ergebnisse der Evaluierung seien jedenfalls repräsentativ für den aktuellen Status der ärztlichen Ausbildung in den heimischen Spitälern. Insgesamt wurden in den drei Jahren seit Start des Projekts 8.809 Turnusärztinnen und -ärzte per E-Mail eingeladen, sich zu beteiligen; 46,2 Prozent folgten der Einladung. Nach jeder abgeschlossenen Abteilung wurde eine Wiedereinladung verschickt, sodass jeder teilnehmende Arzt mehrere Bewertungen abgeben konnte. Die Beteiligungsquote bei Wiedereinladung lag bei 84 Prozent (7.333 von 8.786 Einladungen). Die rege Beteiligung zeige ein sehr hohes Interesse der Turnusärzteschaft an Ausbildung und Arbeitssituation, betonte Kornhäusl. Daher werde die Evaluierung auch weitergeführt, zumal sich gezeigt habe, dass die kontinuierliche Bewertung der Abteilungen schrittweise zu Verbesserungen führe. Kornhäusl: "Manche Abteilungen wurden im letzten Projektjahr besser beurteilt als noch zu Beginn der Evaluierung. Bei 34 Abteilungen konnten wir signifikante Verbesserungen verzeichnen. Das ist ein schöner Erfolg, der sich eindeutig auf die regelmäßige Bewertung der Abteilungen zurückführen lässt." (slv)
(Forts.)

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