Schönborn würdigt menschliche Leistung homosexueller Paare

Wiener Erzbischof in "Corriere della Sera": Kirche kann sich vor vorbildlichem menschlichen Verhalten Homosexueller verneigen, auch wenn sie diese Form der Sexualität nicht absegnen kann

Rom, 15.10.14 (KAP) Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat gleichgeschlechtliche Partnerschaften gewürdigt, die auf lebenslanger Treue und gegenseitiger Sorge beruhen. Er selbst kenne in Wien ein solches homosexuelles Paar, das in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebe, sagte er der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" (Dienstag). Als einer der beiden Partner schwer krank wurde, sei der andere nicht von seiner Seite gewichen. "Es war wunderbar, menschlich wie christlich, wie der eine sich um den anderen kümmerte", so Schönborn am Rande der vatikanischen Bischofssynode zu Ehe und Familie im Vatikan.

"Diese Dinge muss man anerkennen", fügte er hinzu und wandte sich gegen eine Verurteilung Homosexueller. Jesus habe den Menschen gesagt, auch Zöllner und Prostituierte gingen ins Himmelreich und diese Botschaft richte sich auch an Bischöfe und Priester. Oft könnten sie sich vor dem vorbildlichen menschlichen Verhalten Homosexueller verneigen, auch wenn sie diese Form der Sexualität nicht absegnen könnten.

In dem Interview berichtet Schönborn auch über seine Erfahrung als Kind geschiedener Eltern. Als Dreizehnjähriger habe er sehr darunter gelitten. Bis heute habe er unterschwellig den Traum, dass sich seine Eltern wiederfinden mögen.

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