Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Generika-Unternehmen in Österreich

Industriewissenschaftliches Institut: Generika sind wichtiger Wirtschaftsfaktor und dämpfen steigende Arzneimittelkosten

Wien (OTS) - Aktuelle IWI-Studie belegt die Bedeutung der Generika-Industrie für die österreichische Volkswirtschaft:
Generikaproduktion und -handel initiieren einen Gesamtumsatz von 3,1 Milliarden Euro und 14.800 Arbeitsplätze. Rund 285 Millionen Packungen werden in Österreich produziert, davon über 90 Prozent exportiert. In Österreich sind 35 Prozent aller Verordnungen Generika und verursachen dennoch nur 19 Prozent der Kosten (IMS Health Austria).

Bei der heutigen Pressekonferenz präsentierten Bernd Leiter (OEGV), Herwig Schneider (IWI) und Wolfgang Andiel (OEGV) die Ergebnisse der aktuelle Studie: Generika-Unternehmen und deren Produkte sind aus zweierlei Gründen von wesentlicher Bedeutung für die österreichische Volkswirtschaft: Zum einen tragen sie als Produktions- und/oder Handelsunternehmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Generierung von Wertschöpfung in der heimischen Volkswirtschaft bei. Zum anderen wirkt sich der Einsatz der generischen Produkte selbst positiv auf den österreichischen Arzneimittel- und Gesundheitsmarkt aus, kommentiert Bernd Leiter, Präsident des Österreichischen Generikaverbands (OEGV) das Studienergebnis des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI).

3,1 Milliarden Euro Gesamtumsatz

Durch die heimische Produktion der Mitgliedsfirmen des Österreichischen Generikaverbands wird ein Umsatz von insgesamt 3,1 Milliarden Euro initiiert. In den Generika-Unternehmen entstehen direkt 1,7 Milliarden Euro an Umsatz, weitere 0,7 Milliarden Wertschöpfungseffekte und 0,6 Milliarden Konsum- und Investitionseffekte werden durch Produktion und Handel induziert.

1,1 Milliarden Euro Wertschöpfung

Das Ausmaß der gesamtwirtschaftlich generierten Wertschöpfung in Österreich beläuft sich auf insgesamt 1,1 Milliarden Euro, wobei hierbei 0,6 Milliarden Euro direkt auf die Unternehmen rückrechenbar sind und weitere 0,2 Milliarden Euro auf indirekte und 0,3 Milliarden Euro auf induzierte Effekte. Branchen, die am meisten von den Aktivitäten der Generika-Unternehmen profitieren, sind gemessen an der Wertschöpfung der Großhandel, das Grundstücks- und Wohnungswesen und die Herstellung von pharmazeutischen Unternehmen.

14.800 Arbeitsplätze

In der heimischen Volkswirtschaft sind insgesamt bis zu 14.800 Arbeitsplätze direkt, indirekt und induziert auf die Produktions- und Handelsaktivitäten der Generikaunternehmen rückrechenbar. Neben den über 5.100 direkt in den Unternehmen beschäftigten Personen entfallen weitere rund 4.300 Arbeitsplätze auf die indirekten und rund 5.400 auf die induzierten Effekte. 14.800 Arbeitsplätze entsprechen hochgerechnet rund 0,6 Milliarden Euro an ausgezahlten Arbeitnehmerentgelten, eine beachtenswerte Kaufkraft, die durch die Unternehmen ausgelöst wird.

Demzufolge initiiert:

  • 1 Beschäftigungsverhältnis der Generika-Unternehmen in Österreich insgesamt 2,89 Arbeitsplätze,
  • 1 Euro Wertschöpfung der Unternehmen im Schnitt 1,87 Euro Wertschöpfung in der heimischen Volkswirtschaft,
  • 1 Euro Umsatz eines Generika-Unternehmens insgesamt 1,78 Euro an Umsatz in der österreichischen Volkswirtschaft (inkl. Exporte).

"Generika-Unternehmen initiieren durch ihr Branchensetting höhere Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte als ein durchschnittliches Unternehmen der österreichischen Wirtschaft", betont Herwig Schneider, Geschäftsführer des IWI-Institutes.
Exportschlager Generika

Österreich zeichnet sich als ein besonders starker Produktionsstandort für Generika aus. Heimische Generika-Unternehmen produzieren Generika in österreichischen hochmodernen Produktionsstätten Arzneimittel nicht nur für den nationalen, sondern auch internationalen Bedarf. Rund 285 Millionen Arzneimittel-Packungen werden jährlich in Österreich produziert, davon über 90 Prozent exportiert. Das ist ein Vierfaches der inländischen Generikaverordnungen. Dazu benötigt die heimische Industrie hoch qualifizierte Mitarbeiter. 4.800 Mitarbeiter werden in österreichischen Produktionen beschäftigt.

Positive Effekte auf das Gesundheitssystem

Aktuell sind 35 Prozent aller Arzneimittelverordnungen (Packungen) in Österreich Generika. Nur 19 Prozent des Umsatzes entfallen auf Generika. Im patentfreien und somit generikafähigen Markt liegt der Generikaanteil nur bei 37 Prozent (IMS Health Austria, MAT 06/2014). "Mit mehr Generikaverordnungen könnte das österreichische Gesundheitssystem künftig noch stärker von dem enormen Preisvorteil moderner Generika profitieren, um zusätzlichen finanziellen Raum für die Verbesserung der Patientenversorgung zu schaffen", betont Leiter, um auf den "Generika-Effekt" hinzuweisen: Der Erstattungskodex (EKO) regelt und senkt bis zum Markteintritt des dritten Generikums die Preise. Danach beginnt der Wettbewerb zwischen den Generikaanbietern, was die Preise nachweislich weiter sinken lässt. Laut IMS Health Austria sind patentfreie Originale durchschnittlich 55 Prozent teurer als Generika. Wie die Marktforscher errechneten, hätten zu den bereits realisierten Ersparnissen weitere 256 Millionen Euro allein im Jahr 2011 eingespart werden können.

Blick in die Zukunft

"Die heimischen Generika-Unternehmen werden als Produktions- und Handelsunternehmen nicht zuletzt aufgrund der steigenden Wachstumsaussichten für Generika und Biosimilars auch in Zukunft ein wichtiger Impulsgeber für die österreichische Wirtschaft sein und einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung und zur Kostendämpfung bei Gesundheitsausgaben leisten", fasst Herwig Schneider, IWI-Institut, die Ergebnisse der Studie zusammen.

Für zukünftige Einsparungen im Arzneimittelbereich ist eine Anhebung der Generikaverordnungen notwendig. Aufgrund ihres Preisvorteils können Generika - trotz notwendiger Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem - die breite Versorgung der Patienten sichern sowie hochpreisige Therapien finanzieren. Der internationale Vergleich zeigt ein klares Steigerungspotenzial: Länder wie Deutschland oder die USA, dem Land mit besonders hohem Anteil an pharmazeutischen Innovationen und Forschungsquoten , verfügen über deutlich höhere Generikaanteile. "Die österreichische Generika-Industrie braucht Rahmenbedingungen, die die Planbarkeit, Zuverlässigkeit, Lieferfähigkeit und Qualität der Produkte am Generika-Markt sicherstellen. Hoch qualifizierte Arbeitnehmer, Planungssicherheit und Erhöhung der Marktdurchdringung stärken die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen. Die Generika-Unternehmen investieren daher weiterhin aus voller Überzeugung in den Wirtschaftsstandort Österreich", betont Bernd Leiter, OEGV.

Informationen zur Studie:
Industriewissenschaftliches Institut - IWI, DDr. Herwig W. Schneider, Tel: +43 1 513 44 11-0, http://www.iwi.ac.at

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Rückfragen & Kontakt:

Mag.(FH) Waltraud Janisch-Lang, MAS
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