FMMI: 2. Runde brachte kein Ergebnis bei KV-Verhandlungen

Industrie fordert mehrjährigen Abschluss für mehr Planungssicherheit, Freizeitoption unfinanzierbar

Wien (OTS) - Mit seiner heute eingebrachten Forderung nach einem mehrjährigen Abschluss betonte der Fachverband der Maschinen und Metallwaren Industrie (FMMI) erneut die Wichtigkeit von mehr Planungssicherheit für seine Mitglieder. In der von den Gewerkschaften vorgeschlagenen Freizeitoption sieht der FMMI eine versteckte Arbeitszeitverkürzung und damit einen Bärendienst an den Beschäftigten der Branche. Im Vergleich zu einer "normalen" Lohnerhöhung wäre sie eine Doppelbelastung für die Betriebe und würde Arbeit noch teurer machen. Angesichts eines Produktionsrückgangs von -3 % bis Mitte 2014 und der weiter sinkenden Nachfrage warnen die Arbeitgeber davor, die Arbeitskosten weiter hochzuschrauben.

"Ein mehrjähriger Abschluss ist aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt zu mehr Planungssicherheit für die Unternehmen. Derzeit wird zu wenig investiert. Langfristige Kostenklarheit würde Investitionsentscheidungen beschleunigen", erklärt FMMI-Obmann Christian Knill die Forderung des Fachverbands und verweist auf die volkswirtschaftlichen Effekte. Diese Investitionen seien nicht nur für die Maschinen- und Metallwarenindustrie (MMI) Grundvoraussetzung für langfristige Standort- und Beschäftigungssicherung, sie würden auch enorm zur Ankurbelung der österreichischen Gesamtwirtschaft beitragen.

Die sogenannte Freizeitoption sieht für Knill nur auf den ersten Blick wie eine gangbare Alternative zu einer Tariferhöhung aus. Tatsächlich würde sie die Betriebe noch weiter belasten. "Der Vorschlag ist in Wahrheit eine dauerhafte Arbeitszeitverkürzung durch die Hintertür, die Unternehmen müssten in vielen Fällen zum Ausgleich der freien Tage zusätzliche Überstunden bezahlen. Die Rechnung "weniger Stunden - mehr Jobs" bleibt falsch, egal in welchem Mäntelchen sie daherkommt", meint Knill und betont: "Die Arbeit qualifizierter, teilweise hochspezialisierter und deshalb auch sehr gut bezahlter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann nicht einfach beliebig umverteilt werden." Hat man die Freizeitoption einmal gewählt, würden die zusätzlichen freien Tage - plus neuer Lohn- oder Gehaltserhöhungen - jedes Jahr anfallen und könnten über lange Zeiträume angesammelt werden. "Werden die freien Tage dann genommen, wenn es Arbeit gibt, statt bei Flaute, verschärft das die Probleme in einer Industrie, in der Aufträge immer schwankender und kurzfristiger hereinkommen. Wir diskutieren jetzt ein Jahr lang über die notwendige Flexibilisierung - nur um eine Forderung überreicht zu bekommen, die genau das Gegenteil brächte. Freizeitoption bedeutet Arbeitszeitverkürzung und Kostenanstieg und ist ein Standortkiller. Beschäftigungssicherung geht anders", so Knill.

Er erinnert in diesem Zusammenhang erneut an die Situation der MMI, die 2014 mit spürbaren Rückgängen kämpft: "Die laut einem APA-Bericht von gestern prognostizierten 3 % Wachstum für unsere Branche wären schön, sind aber leider wieder einmal eine Ente. Minus 3 % Produktion, minus 2,3 % Aufträge und leider auch minus 1,6 % Beschäftigte - das war unsere Realität Mitte 2014*, und der Trend zeigt weiter nach unten." Gleichzeit verweist der FMMI auf den österreichischen Rekord im Bereich der Arbeitskosten, die schneller wachsen als in allen anderen Ländern im Euroraum. Heute schon unter den europäischen Top 3 bei bezahlter Freizeit wie Urlauben und Feiertagen, würde Österreich mit bis zu 1,5 Wochen mehr Urlaub auch hier seine Spitzenposition noch weiter ausbauen - um in Sachen Wettbewerbsfähigkeit weiter nach unten zu rasseln.

Medienservice:

*Die aktualisierte Grafik zur Konjunktur in der MMI (Zahlen 1. Halbjahr 2014) finden Sie unter
http://www.fmmi.at/presse-aktuelles/presseaussendungen/download-grafi
ken/

Ein aktuelles Factsheet mit Zahlen & Fakten zur MMI steht hier zum Download bereit:
http://www.fmmi.at/uploads/tx_news/FMMI_Zahlen_und_Fakten.pdf

Pressefähige Bilder aus der MMI finden Sie unter
http://www.fmmi.at/presse-aktuelles/pressebilder/branchenbilder/.

Der FMMI ersucht, im Rahmen der Berichterstattung zur Branche keine Hochofen-Bilder zu verwenden, da diese nicht zum Spektrum der MMI gehören.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Berndt-Thomas Krafft, Fachverband MASCHINEN & METALLWAREN Industrie
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Telefon: +43 (0)5 90 900-3482
E-Mail: krafft@fmmi.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMM0001