3600 Studenten in fünf Jahren: Haus der Barmherzigkeit sensibilisiert Medizinstudierende im Umgang mit PatientInnen

MedUni-StudentInnen sammeln Erfahrungen mit chronisch Kranken. Ziel: Studierende sollen auf Patienten sensibilisiert werden. Individuelle Betreuung trotzt 750 Teilnehmern jährlich.

Wien (OTS) - Vor wenigen Tagen startete im Haus der Barmherzigkeit die Lehrveranstaltung "Soziale Kompetenz" in ihr sechstes Jahr. In den kommenden Wochen werden rund 750 angehende ÄrztInnen den Krankenhausbetrieb gleich in ihrem ersten Semester in der Praxis kennenlernen - vorerst allerdings abseits jeder medizinischen oder pflegerischen Verantwortung. Ziel der Lehrveranstaltung, die sich in mehrere Teile gliedert, ist es, den Studierenden möglichst früh grundlegende Kompetenzen im Umgang mit PatientInnen zu vermitteln. Das Kernstück bildet dabei die Praktikumsphase, in der jeder Studierende fünf Tage lang auf den Stationen eines Pflegekrankenhauses oder in den Wohngemeinschaften einer Behinderteneinrichtung Zeit mit pflegebedürftigen Personen verbringt.

Sensibilisierung steht im Mittelpunkt

Weitere wichtige Aspekte von Sozialer Kompetenz sind die Sensibilisierung der angehenden ÄrztInnen auf die geschlechtsspezifischen, sozialen und kulturellen Faktoren von Gesundheit und die Vorbereitung der Studierenden auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team. "Damit die Studierenden möglichst viele Perspektiven kennenlernen, bringen sich bei uns neben der Medizin auch die Bereiche Pflege und Therapie in die Ausbildung ein. Auf diese Interdisziplinarität sind wir besonders stolz", erklärt Lehrgangsleiter und Institutsdirektor Christoph Gisinger bei einer Pressekonferenz am 7. Oktober im Haus der Barmherzigkeit. Aktuell sind 30 MitarbeiterInnen aus verschiedenen Bereichen des Haus der Barmherzigkeit im Rahmen der Veranstaltung als ReferentInnen tätig. Weitere 60 MitarbeiterInnen aus dem Bereich Pflege begleiten die Studierenden durch das Praktikum.

Eine Lehrveranstaltung mit Klasse - trotz Masse

"Ziel ist es, die Studierenden für eine adäquate Kommunikation, für Empathie und Wertschätzung im Umgang mit PatientInnen sowie für professionelles Verhalten im interdisziplinären Team zu sensibilisieren", erklärt Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin für Lehre, Gender & Diversity der MedUni Wien, "schließlich sollen die eigene Rollenreflexion angeregt und geschlechtsspezifische, soziale und kulturelle Determinanten von Gesundheit und Krankheit bewusst gemacht werden."

Um trotz der großen Teilnehmerzahl von rund 750 Studierenden jährlich eine individuelle Betreuung zu ermöglichen, werden die Teilnehmer mittels einer ausgeklügelten Logistik auf 21 Stationen und 12 Wohngemeinschaften verteilt. So ist garantiert, dass sich in der Praktikumsphase nie mehr als drei Studierende gleichzeitig auf einer Station befinden. "Dieser Spagat zwischen Massenveranstaltung und individueller Begleitung stellt sicher, dass jeder Studierende ausreichend Zeit für den direkten Kontakt mit den Patienten hat. Gleichzeitig verhindern wir so, dass unsere Patienten durch eine zu große Zahl an wechselnden Personen überfordert werden", so Gisinger. Seminare und Reflexionsrunden finden in Kleingruppen mit rund zehn TeilnehmerInnen statt. "Die Kooperation mit dem Haus der Barmherzigkeit ist in dieser Hinsicht ein besonders wertvolles Projekt. Mit großem Engagement und fundiertem Wissen werden unsere StudienanfängerInnen auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Das Feedback der Studierenden ist hervorragend", erzählt Gutiérrez-Lobos.

Das Line-Element "Soziale Kompetenz" findet einmal jährlich im Wintersemester statt und zählt in Wien zu den Pflichtlehrveranstaltungen für Medizinstudierende.

Die "Haus der Barmherzigkeit"-Gruppe

Das gemeinnützige Haus der Barmherzigkeit bietet seit mehr als 135 Jahren schwer pflegebedürftigen Menschen eine Langzeit-Betreuung mit mehr Lebensqualität. In fünf Pflegekrankenhäusern bzw. -heimen sowie vierzehn Wohngemeinschaften in Wien und Niederösterreich leben rund 1.300 geriatrische und jüngere KlientInnen mit mehrfachen Behinderungen. Neben der bestmöglichen medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Versorgung wird besonderer Wert auf einen selbstbestimmten und abwechslungsreichen Alltag gelegt.

Medizinische Universität Wien - Kurzprofil

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren 29 Universitätskliniken, 12 medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über 48.000m2 Forschungsfläche zur Verfügung.

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