Pfotenhilfe informiert: richtiger Umgang mit Igeln

Was man über die Wildtiere wissen sollte

Wien / Lochen am See (OTS) - Da man zu dieser Jahreszeit besonders viele Igel in der Natur beobachten kann, die noch vor dem Winterschlaf nach Unterschlupf und Nahrung suchen, informiert die Pfotenhilfe wie jedes Jahr über den richtigen Umgang mit den Stacheligen Vierbeinern. Der Winterschlaf bei Igeln dauert im Normalfall etwa von Anfang November bis März. Um ein halbes Jahr ohne Futter auszukommen, helfen die angefressenen Fettreserven. Außerdem werden die Körperfunktionen stark reduziert. "Wiegt ein Igel über 700 Gramm, ist das Überleben im Normalfall gesichert", erklärt Sascha Sautner, Sprecher der Pfotenhilfe.

Sind die Igel also gesund und kräftig, wie es idealerweise der Fall ist, ist es für sie kein Problem, den Winter unbeschadet zu überleben. Befinden sich die nachtaktiven Tiere jedoch offensichtlich in Not, aufgrund von Verletzungen oder Krankheit - solche Tiere sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen - sollten sie in menschliche Obhut genommen werden. Doch hier rät die Pfotenhilfe, die Tiere besser in die fachlichen Hände, beispielsweise einer Igelpflegestation, zu geben: "Bevor Sie voreilig Igel mitnehmen, rufen Sie bitte in Ihrer nächst gelegenen Wildtierauffangstation oder bei uns in der Pfotenhilfe in Lochen an. Viele unterschätzen nämlich, dass der Aufwand, den so ein kleiner Igel mit sich bringt, punkto Pflege und Aufzucht viel Sachverstand erfordert und sehr zeitraubend ist", so Sautner.

Sollten Sie sich dennoch entscheiden, den Igel selbst durch den Winter zu bringen, muss man einiges beachten: Der Igel sollte in einem kühlen Raum untergebracht werden, der Keller wäre optimal. Notwendig ist dann ein Gehege von etwa 2m2 inklusive eines Häuschens, das mit Zeitungspapier ausgelegt und täglich gereinigt werden sollte. Um ihm sein vorübergehendes Zuhause möglichst naturnah nachzustellen, empfiehlt es sich Heu und Laub einzustreuen, da sich Igel gern darin verkriechen. Für die Ernährung eignet sich spezielles Igeltrockenfutter und auch Katzenfutter. Milch, Obst und Gemüse darf keinesfalls auf dem Speiseplan stehen! Das verträgt der Igel nämlich nicht und er bekommt davon Durchfall.

Bei schwachen Tieren ist es ratsam, sie nicht aus ihrer natürlichen, gewohnten Umgebung zu entreißen. "Erste Hilfe ist auch vor Ort möglich. Wir empfehlen die Einrichtung einer Futterstelle in geschützter Lage, außerdem sollten Laub- oder Komposthaufen im Garten belassen werden. Sie bieten den Igeln Schutz vor Wind und Wetter", so Sautner. "Bei Fragen können Sie aber gerne jederzeit in der Pfotenhilfe unter 0664/541 50 79 anrufen. Unsere erfahrenen Pfleger geben Ihnen gerne wertvolle Tipps für die weitere Betreuung." In der Pfotenhilfe haben sich in den letzten Tagen bereits einige Igel eingefunden, die dort den Winter über bleiben dürfen. "Wie im vergangen Jahr, ist es auch heuer wieder jederzeit möglich die stacheligen Fundtiere in die Pfotenhilfe zu bringen. Jeder einzelne liegt uns am Herzen", versichert Sautner.

Der Igel gilt nämlich leider bereits in vielen europäischen Ländern als eine vom Aussterben bedrohte Tierart und steht deshalb unter Naturschutz. Sein natürlicher Lebensraum ist auf Grund der modernen Land- und Forstwirtschaft bedauerlicherweise weitgehend zerstört. Zudem mangelt es auch an geeigneten Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten, sowie an Nahrung, die wegen Gift und Pflanzenschutzmitteln in der Umwelt praktisch nicht ausreichend vorhanden ist. "Dabei sind es gerade die Igel, die sehr nützlich gegen Schädlinge im Garten sind. Sollten Sie also einen oder mehrere Igel im Garten haben, dann lassen Sie doch bitte Laubhaufen oder einfach den Komposthaufen über den Winter stehen und ermöglichen Sie den Tieren Zugang dorthin, um ihnen dadurch für die bevorstehende Winterruhe ein Quartier anzubieten", appelliert der Tierschützer.

Rückfragen & Kontakt:

Sascha Sautner
sascha.sautner@pfotenhilfe.org
0664-848 55 61
www.pfotenhilfe.org

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