Schreuder: Netzsperren keine Lösung!

Grüne wollen Provider nicht zu Exekutivorganen machen

Wien (OTS) - Dass einige österreichische Provider verschiedenen Webseiten sperren müssen, die unerlaubt Filme und Serien streamen, ist für Bundesrat Marco Schreuder, netzpolitischer Sprecher der Grünen, keine Lösung, sondern ein reines Ablenkungsmanöver: "Die Netzsperren werden von manchen derzeit als Erfolg gewertet. Ich frage mich aber: Was ist daran ein Erfolg, wenn die Streamingseiten dann einfach eine andere URL haben? Was ist ein Erfolg daran, wenn Userinnen und User einfach nur die IP-Adresse eingeben müssen, und schon sind die Netzsperren umgehen können?"

Zudem sei es nicht tragbar, Provider zu Exekutivorganen zu machen:
"Provider sind keine Behörde, keine staatliche Stelle und keine Polizei, die Verbrechen zu verfolgen haben. Dafür sind andere Organe zuständig. Überall auf der Welt, wo Netzsperren eingerichtet wurden, hat dies genau nichts gebracht. Zudem müsse man sich schon die Frage stellen, warum Unternehmen der Medienwirtschaft - mit ihren natürlich nachvollziehbaren Anliegen - Politik und Gerichte bemühen, aber nicht auf die User und Userinnen hören, die gerne bequeme und legale Online-Inhalte hätten, diese aber kaum, für die digitale Welt angepasst, vorfinden können." Schreuder erneuert zudem die Forderung, dass ein modernes Urheberrecht längst dem digitalen Zeitalter angepasst werden muss.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0002