Was die österreichische Wirtschaft braucht, um in "Globalia" zu bestehen!

"Austrian Business Opening 2014" - Österreich ist reich an "Hidden Champions" - Mittelständische Weltmarktführer sichern den wirtschaftlichen Erfolg

Salzburg (OTS) - Die unternehmerischen Leistungen für Standort und Gesellschaft in den Mittelpunkt zu rücken, gleichzeitig aber auch deutlich zu machen, welche Impulse Österreichs Unternehmen für Wachstum und Wohlstandssicherung brauchen - diese Aufgaben hat sich das erste "Austrian Business Opening 2014" gestellt. Über 350 Unternehmer und Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung waren am Donnerstag, 2. Oktober, ins neue WIFI der Wirtschaftskammer Salzburg zur Veranstaltung gekommen, die unter anderem unternehmerische Erfolgsgeschichten in den Mittelpunkt stellte.
Etwa jene von Florian Gschwandtner, Mitbegründer und CEO von runtastic, das mit seinen Apps und Produkten rund ums Laufen und Fitness weltweit mehr als 30 Mill. Nutzer und 90 Mill. Downloads aufzuweisen hat. Das 2008 gegründete Unternehmen beschäftigt mittlerweile hundert Mitarbeiter. Florian Gschwandtner: "Unser Erfolgsgeheimnis ist das Team, Fleiß und Hartnäckigkeit - und ständiges Lernen!" Besonders erfolgreich ist auch die Tiroler Schultz-Gruppe mit Sitz im Zillertal unterwegs, einer der größten privaten Seilbahnbetreiber in Österreich, der sich von einer Frühstückspension zum Unternehmen mit sechs Ski-Regionen und 1.500 Gästebetten entwickelt hat. "Wir sind ein Familienunternehmen in der 4. Generation", erläuterte Geschäftsführerin Martha Schultz, die auch als Vizepräsidentin der WKÖ und von Eurochambres die Interessen der Unternehmer vertritt. Ihr Erfolgsrezept als Touristikerin, umgesetzt in vielen Innovationen: "Wir holen die Gäste mit einer Emotion ab und schicken sie mit einer schönen Geschichte nach Hause."
Und nicht zuletzt kann Österreich mit einem Weltmarktführer glänzen, der Firma Doppelmayr, die weltweit Seilbahnen nicht nur in Gebirgen, sondern auch in den Megastädten dieser Welt baut. Weltweit wurden über 14.500 Anlagen gebaut, exportiert wird in 88 Länder. Warum hält die Firma Doppelmayr am Standort Österreich fest? Christoph Hinteregger, Mitglied der Geschäftsführer von Doppelmayr:
"Nicht nur ein Bildungssystem mit HTL und Fachhochschulen und anderen berufsorientierten Schultypen, sondern vor allem eine Motivationskultur, die nicht kopierbar ist - die Motivation der Menschen in Österreich ist phantastisch!"
"Globalia ist und bleibt Wachstumstreiber"
"Globalia ist und bleibt ein enormer Wachstumstreiber!", betonte der deutsche Management-Experte Hermann Simon. Der wirtschaftliche Erfolg in dieser globalisierten Welt "beruht nicht auf Großunternehmen, sondern auf mittelständischen Weltklassefirmen, den Hidden Champions ". So nennt Hermann Simon eine Gruppe an Unternehmen, die entweder in die globale Top-3-Gruppe gehören oder die Nummer-eins-Position am Kontinent
innehaben die als mittelständisches Unternehmen dem breiten Publikum eher unbekannt sind. Gerade hier steigt Österreich sehr gut aus: pro Million Einwohner weist Österreich 13,8 "Hidden Champions" auf. Damit liegt der Standort Österreich weltweit auf dem 3. Platz, hinter Deutschland mit 16 und nur knapp hinter der Schweiz mit 13,9 Unternehmen. Insgesamt zählen in Österreich laut Simon 116 Unternehmen in diese Spitzengruppe der "versteckten Weltmarktführer." Diese erfolgreichen mittelständischen Champions seien von ambitionierten Zielen getrieben: Sie wollen Weltmarktführer in ihrer Nische sein, haben eine tiefe Wertschöpfungskette, betreiben eine globale Vermarktung und stecken doppelt so viel Geld in F&E wie Großunternehmen. Simon: "Nur Fokus führt zur Weltklasse. Die Hidden Champions sind auf ihre Technologien und Märkte fokussiert. Innovation und Kundennähe ist ihre große Stärke". Auch mittelfristig werde es nur eine globale Wachstumsliga geben, und das seien die EU, USA und China.
Von den Besten lernen
Doch was braucht die Wirtschaft aktuell an Rahmenbedingungen, damit sich dieser Erfolg einstellt? Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl forderte in seinem Referat vor allem den Abbau von Bürokratie und überbordenden Kontrollen der Betriebe. Über 1.200 Be-stimmungen im Arbeitnehmerschutzgesetz seien zu viel, niemand könne das mehr nachvollziehen. "Keine Bestrafung mehr für leichte Vergehen. Toleranzschwellen einführen. Beraten statt strafen!", forderte der WKÖ-Präsident. Österreich müsse seine Strukturen bereinigen. Würde der Staat nur jedes Jahr ein Prozent der Ausgaben einsparen, könnte man nach drei Jahren damit eine Steuerreform finanzieren. "Hier muss die Finanzierung der Steuerreform ansetzen. Mehr Kaufkraft und mehr Netto vom Brutto ist richtig, aber nicht durch neue Steuern". Notwendig seien auch substanzielle Fortschritte in der Bildung. Das Absinken der Universitäten in internationalen Rankings müsse Sorge bereiten, und auch im Schulbereich sei mehr Reformtempo notwendig: "Wir brauchen in der Debatte mehr Schülerzentrierung statt Dienstrechtszentrierung." Insgesamt müsse Österreich noch viel stärker die Strategie betonen, Weltspitze sein zu wollen: "Wir müssen von den Besten lernen, um die Besten zu werden!" Leitl ortet generell wieder mehr Zustimmung zu den Leistungen der Unternehmen: "Die Betriebe erwarten sich keinen Dank, sondern als Zeichen der Anerkennung gute Rahmenbedingungen. Dafür wird die Wirtschaftskammer weiter kämpfen."

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