Julya Rabinowich in ORF-Reihe "Was ich glaube": Wie ist das mit der Liebe?

Am 5. Oktober um 16.55 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Im Rahmen der Serie "Die Wiederkehr der Tugend" machen sich Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Philosophie in der in HD produzierten ORF-Reihe "Was ich glaube" - jeweils Samstag um 16.55 Uhr in ORF 2 - Gedanken über die Aktualität der alten Tugenden:
Am Sonntag, dem 5. Oktober 2014, widmet sich die Schriftstellerin Julya Rabinowich der Liebe.

"Für mich ist Liebe vergleichbar mit einem kreativen Prozess. Kleine Details führen plötzlich dazu, dass viel mehr da ist. Und alles fügt sich in ein großes Ganzes, das Bestand hat. Das ist für mich der Idealfall von Liebe!", so Julya Rabinowich. Die in Leningrad geborene Dramatikerin, die seit den späten 1970er Jahren in Wien lebt, sieht in der Liebe ein durchaus gesellschaftskritisches Potenzial: "Unsere Gesellschaft ist natürlich stark vom Konsumgedanken geprägt", sagt sie, "und Liebe widerspricht diesem Konsumgedanken wie kaum etwas anderes. Liebe entzieht sich dem üblichen Handelssystem."

Liebe (caritas) zählt neben Glauben (fides) und Hoffnung (spes) zu den drei christlichen oder theologischen Tugenden. Sie sind Besonderheiten des Christentums und wurden erstmals im 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher erwähnt und von Papst Gregor dem Großen (540-604) den vier aus der antiken Philosophie übernommenen Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung hinzugefügt. Während die vier Kardinaltugenden erworben werden könnten, würden die theologischen Tugenden als von Gott verliehen gelten, heißt es im Christentum.
Die große abendländische Tradition sieht in der Tugend jene Fähigkeit und Tauglichkeit des Menschen, die ein umfassendes Glücken des persönlichen und sozialen Lebens ermöglicht. Auch wenn der Begriff ein wenig verstaubt klingt - seine Aktualität hat er längst nicht verloren. Mehr denn je - so scheint es - steht unsere Gesellschaft vor der Herausforderung, das individuell Gute mit dem sozial Gerechten in Einklang zu bringen.

Die Sendereihe "Was ich glaube" lässt interessierte Zeitgenossen beiderlei Geschlechts zu Wort kommen und schickt sie - mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen - auf die Suche und Interpretation nach den vier klassischen Grundtugenden - Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung - und den drei sogenannten göttlichen Tugenden - Glaube, Liebe, Hoffnung.

An den folgenden Sonntagen kommen - mit Ausnahme von Samstag, dem 1. November - jeweils um 16.55 Uhr in ORF 2 folgende Persönlichkeiten zu Wort:

Sonntag, 12. Oktober: Herbert Pietschmann (Physiker), "Wie ist das mit der Hoffnung?"
Sonntag, 19. Oktober: Conchita Wurst (Künstlerin), "Wie ist das mit der Tapferkeit?"
Samstag, 1. November: Robert Pfaller (Philosoph), "Wie ist das mit der Mäßigung?"
Sonntag, 9. November.: Robert Kleindienst (Schriftsteller), "Wie ist das mit der Gerechtigkeit?"
Sonntag, 16. November: Manfred Spitzer (Hirnforscher), "Wie ist das mit der Klugheit?"

Die Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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