Reimon: "City of London-Finanzlobbyist Jonathan Hill ist als EU-Finanzkommissar untragbar"

Grüne: Hill ist und bleibt ein Lobbyist unregulierter Finanzmärkte

Brüssel/Wien (OTS) - Der designierte Finanzkommissar Jonathan Hill stellte sich heute im Hearing den Fragen des Europäischen Parlaments. Dazu Michel Reimon, Grüner Europaabgeordneter und Mitglied im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments:

"1700 Lobbyisten arbeiten hier in Brüssel im Finanzlobbying, Jonathan Hill war selbst als Finanzlobbyist für Quiller tätig. Seit 25 Jahren bewegt er sich aalglatt zwischen Lobbyinggruppen und öffentlicher Verwaltung. Sein Name ist untrennbar mit der City of London, dem Mekka der Hochfinanz verbunden. Als Mitglied des House of Lords ist er ein treuer Diener des britischen Königshauses und damit auch in der Pflicht, wenn es um die Finanzinteressen Großbritanniens geht. Wie sollte er unter dem Druck der UK-Regierung schärfere Regeln im Bereich des Schattenbankensystems durchsetzen, selbst wenn er das wollte?"

Der Frage nach seinen Lobbying-Kontakten ist Hill im Hearing mit dem Verweis ausgewichen, dass die gesetzlich vorgeschriebene Abkühlzeit verstrichen sei. Reimon dazu: "Das ist richtig, allerdings ist das eine Mindesterfordernis - aber keineswegs ein Blanko-Scheck, der alle Bedenken ausräumen kann. Jonathan Hill ist und bleibt ein Lobbyist unregulierter Finanzmärkte und soll nun an die wichtigste Schaltstelle der Europäischen Union berufen werden. Das wäre ein schwerer Fehler, Hill ist als Finanzkommissar untragbar."

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