ÖGfE-Schmidt: Österreichische Vermittlung in Ukraine-Konflikt gewünscht

51 Prozent für mehr Bemühungen - Geteiltes Meinungsbild zu EU-Position - Umfrage

Wien (OTS) - "Eine knappe Mehrheit der ÖsterreicherInnen möchte, dass sich unser Land im Ukraine-Konflikt noch stärker vermittelnd einbringt", fasst Paul Schmidt, Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis einer aktuellen ÖGfE-Umfrage zusammen. "Obwohl das Verhalten Russlands als bedrohlich eingestuft wird, wird auch die Reaktion der EU mit gemischten Gefühlen gesehen."

Für eine stärkere Vermittlerrolle Österreichs im Ukraine-Konflikt sprechen sich 51 Prozent der Befragten aus, 39 Prozent sind dagegen (10 Prozent geben keine Stellungnahme ab).

75 Prozent betrachten "das Verhalten Russlands im Ukraine-Konflikt als bedrohlich", 22 Prozent stimmen dieser Aussage nicht zu. Eine Anfang September im Rahmen des ARD-DeutschlandTrend gestellte Vergleichsfrage ergab: 82 Prozent der deutschen Befragten empfanden eine Bedrohung, 16 Prozent nicht.

"Ich kann nachvollziehen, dass sich Russland vom Westen bedroht fühlt" - dieser Aussage stimmen wiederum 36 Prozent der Befragten zu, 53 Prozent jedoch nicht (ARD-Trend: 41 zu 57 Prozent).

Ein geteiltes Meinungsbild zeigt sich, was die Position der EU gegenüber Russland betrifft: 46 Prozent sagen, die EU sollte Russland entschiedener entgegentreten als es bisher der Fall ist. Ebenfalls 46 Prozent sprechen sich jedoch dagegen aus. (ARD-Trend: 61 zu 35 Prozent).

"Das Meinungsbild der ÖsterreicherInnen spiegelt die politische Diskussion hierzulande wieder. Die schwer einschätzbare Lage im Osten der Ukraine trägt zum Gefühl der Unsicherheit bei. Vermehrte diplomatische Aktivitäten werden als wichtiger Schritt zur Beilegung des Konflikts gesehen. Was die Diskussion über ein entschiedeneres Vorgehen gehen Russland betrifft, sollte bedacht werden:
Weitreichende Sanktionen können negative wirtschaftliche Effekte für alle Beteiligten mit sich bringen. Diese stehen aber in keiner Relation zu den politischen, humanitären und ökonomischen Folgen einer unkontrollierbaren Friedensgefährdung im Osten Europas", sagt Schmidt abschließend.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft im September 2014 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 519 Personen per Telefon (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,5 Prozent. Fehlende Werte auf 100 Prozent = "weiß nicht/Keine Angabe". Vergleichsumfrage:
ARD-Deutschland-TREND, 1.-2. September 2014, CATI-Telefonumfrage, N=1003 ab 18 Jahre.

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Mag. Paul Schmidt
Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
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