WKÖ-Gleitsmann zu Arbeitsmarktdaten: Mehr frischer Wind zur Belebung von Wachstum und Beschäftigung

Mittel der Wohnbauförderung zweckgewidmet einsetzen - In der Gruppe der 50+ steigt die Beschäftigung

Wien (OTS/PWK641) - Mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 % im September liegt Österreich hauchdünn vor Deutschland auf dem ersten Platz des EU-Arbeitsmarktrankings. Als Österreich vor rund vier Jahren die Nummer 1 im EU-Arbeitsmarktranking wurde, lag Deutschland noch 2 Prozentpunkte hinter uns. Jetzt trennen uns nur mehr Werte im Promille-Bereich, die nicht auf grundlegende Unterschiede der Arbeitsmärkte zurückgehen." Durch Lohnnebenkostensenkungen, etwa beim Arbeitslosenversicherungsbeitrag, gelang es Deutschland, die Arbeitskosten gering zu halten. Das hat wesentlich zur Senkung der deutschen Arbeitslosigkeit beigetragen. In diesem Bereich haben wir auch in Österreich noch Handlungsbedarf. Die zuletzt erfolgte Lohnnebenkostensenkung war ein wichtiger Schritt in Richtung Entlastung der Betriebe, dem dringend weitere folgen sollten", erläutert Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Wachstum ankurbeln - Beschäftigung schaffen

In diese Richtung gehen auch viele bei der Regierungsklausur vorgelegten Maßnahmen, die Wachstum fördern, ohne das Budget zu belasten, etwa das Vorziehen des Breitbandausbaus, die Verlängerung der Schwellenwert-Verordnung, aber auch das Maßnahmenbündel zur Entbürokratisierung und Deregulierung. "Angesichts der allgemein schwierigen Lage am Arbeitsmarkt braucht es unbedingt noch mehr von diesem frischen Wind, der Wachstum ankurbelt und zusätzliche Beschäftigung schafft. Es darf nicht sein, dass die Mittel der Wohnbauförderung nicht zweckentsprechend eingesetzt werden. Die Wohnbaufördermittel müssen für eine Wohnbauoffensive rasch wieder zweckentsprechend verwendet werden. Das würde in der flauen Konjunktur eine Belebung der Bauwirtschaft bringen", Gleitsmann mit Verweis auf die erneut am höchsten angestiegenen Arbeitslosenzahlen in der Baubranche. "Wenn der Wohnbauförderungsbetrag nicht für den Wohnbau verwendet wird, sollte er zur Gänze entfallen, damit könnten die Lohnnebenkosten um einen weiteren Prozentpunkt gesenkt werden. Der Wohnbauförderungsbeitrag wird von den Arbeitnehmern und Arbeitgebern gezahlt, vom Entfall würde die Wirtschaft und die Beschäftigten profitieren."

Beschäftigtenzuwachs bei der Altersgruppe 50+

Während die gesamte Arbeitslosenrate im September im Jahresvergleich um 0,7 % Prozentpunkte gestiegen ist, zeigt sich bei der Altersgruppe der 50+ ein positiver Trend: Diese ist auch im vergangenen Monat wieder die einzige Personengruppe gewesen, die vom Beschäftigungsanstieg mit einem Plus von 35.000 profitieren konnte:
Mit 3,546 Millionen Beschäftigten Ende September 2014 gab es 13.000 zusätzliche Beschäftigte. In den anderen Altersgruppen ging die Beschäftigung zurück. Gleitsmann erläutert: "Derzeit findet eine massive Veränderung in der Altersstruktur der Beschäftigten statt. Im Vorjahresvergleich nahmen seit Jahresbeginn 3.126 mehr arbeitslose Personen 50+ eine Beschäftigung auf. Die Altersgruppe 50+ ist damit die einzige Personengruppe, die steigende Beschäftigungsaufnahmezahlen vorweist. Sowohl bei den Jüngeren als auch bei den Personen im Haupterwerbsalter gingen die Beschäftigungsaufnahmen zurück. Seit den letzten 20 Jahren stiegen die Beschäftigungsaufnahmen in der Altersgruppe 50+ enorm. Fanden 1994 29.000 Personen 50+ einen Job, so waren es 2013 über 87.000." (PM)

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