BELVEDERE: Schenkung aus der Sammlung Ploner

Wien (OTS) - Innerhalb kurzer Zeit konnte der Sammler Dr. Heinz Ploner eine herausragende Werkschau zeitgenössischer österreichischer Kunst zusammenstellen. Die intensive Auseinandersetzung und die bewusste Sammlungstätigkeit begannen 1997, nachdem Heinz Ploner beruflichen Erfolg als Wirtschaftsfachmann erfahren hatte. Seine Ausrichtung auf die sogenannte Neue Malerei in Österreich umfasste die großen Werkgruppen von Herbert Brandl, Gunter Damisch, Hubert Scheibl und Otto Zitko. Sie bilden gemeinsam mit Erwin Bohatschs lyrischen Abstraktionsbildern die Schwerpunkte der Sammlung. Nach dem unerwarteten Tod von Heinz Ploner im Jahr 2011 entschied seine Witwe, große Teile der Sammlung dem Belvedere zu schenken. Mit über 100 Kunstwerken, vornehmlich aus der Gattung der Malerei, aber auch Fotografie und Installation, komplettiert und erweitert diese Sammlungsschenkung den Bestand des Belvedere. Das Joanneum erhält rund 50 Werke überwiegend abstrakter Malerei, mit denen die Sammlung der Neuen Galerie Graz - passend zu ihrem Sammlungsschwerpunkt -ergänzt und erweitert wird. Die grafischen Bestände werden der Albertina vermacht. Regina Ploner folgt damit dem Wunsch ihres Mannes, die Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und lebendig zu erhalten und damit zugleich ein Stück österreichische Sammlergeschichte zu transportieren.

Im Zusammenhang mit der Schenkung wird im kommenden Jahr vom 8. Juli bis zum 1. November 2015 in der Orangerie im Unteren Belvedere ein repräsentativer Querschnitt der Sammlung Ploner zu sehen sein. Weiters ist eine gemeinsame Publikation von Belvedere, Albertina und Joanneum, die die Sammlung wissenschaftlich aufarbeitet, angedacht.

"Eine solch hochkarätige und umfangreiche Sammlung zusammenzustellen ist eine großartige Leistung, für die wir Heinz Ploner besonders dankbar sind! Mit großer Sorgfalt hat Regina Ploner jene Museen ausgewählt, die die Sammlung ihres Mannes wissenschaftlich aufarbeiten und zugleich einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können. Das jeweilige Sammlungsprofil der Museen reflektierend, hat sie die Sammlung nicht nur mit großer Weitsicht aufgeteilt, sondern damit auch die Beziehungen ihres Mannes zu den jeweiligen Häusern widergespiegelt. Die rund 100 Werke sind eine einzigartige Ergänzung und Bereicherung für unsere Sammlung", so Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere und 21er Haus.

Mit der Schenkung der Sammlung Ploner ist die zeitgenössische Malerei der 1980er-Jahre in Österreich, die von einzelnen Künstlerindividualitäten geprägt wurde, prominent im Bestand des Belvedere vertreten. Von den Vertretern der "neuen Wilden", wie Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Gerwald Rockenschaub, Hubert Scheibl und Otto Zitko, liegen nun repräsentative Querschnitte ihrer Oeuvres vor. Speziell die großformatigen Arbeiten der Künstler kommen dem musealen Anspruch des Belvedere und des 21er Haus in besonderer Weise entgegen. Die verstärkt grenzüberschreitenden Bestrebungen der Künstler in den letzten Jahren zeigen den Versuch, neben der konventionellen Malerei auch Fotografie, Film, Video- oder Computerkunst in ihre Arbeiten einzubinden. Da die Sammlung Ploner u. a. mit Maja Vukoje und Zenita Komad auch jüngere Positionen berücksichtigt, ist ein weiterführender Diskurs mit der nachfolgenden Künstlergeneration, der auch andere Medien der zeitgenössischen Kunst thematisiert, gewährleistet.

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