IAA Business Communication Lunch mit Kai Diekmann, Gesamtherausgeber der BILD-Gruppe

Wien (OTS) - Beim vierten IAA Business Communication Lunch des Jahres 2014 begrüßte IAA-Präsidentin Martina Hörmer heute Dienstag, 30. September 2014, Kai Diekmann, Gesamtherausgeber der BILD-Gruppe.

"Die digitale Revolution hat die Medienbranche massiv verändert", konstatierte Diekmann. "Dabei müssten wir eigentlich überglücklich sein: Denn die Mediennutzungszeit ist explodiert. Wir verbringen fast zehn Stunden am Tag mit Medien, doch nur 19 Minuten davon entfallen auf das Lesen einer Zeitung." Daran könne man sehen, dass der Nachrichtenhunger nicht kleiner geworden sei, Nachrichten aber seltener auf Papier konsumiert werden. Obwohl die BILD-Zeitung immer noch hochprofitabel sei, erwarte man auf der Oberfläche Papier kein Wachstum mehr, so Diekmann. Wolle man auch in Zukunft weiter erfolgreich sein, müsse man auch die Oberflächen bedienen, für die sich das junge Publikum interessiert. "Die neue Generation wird nicht mehr in Zeitungen blättern. Sie ist in der virtuellen Welt unterwegs. Diese Umgebung ist schon heute ihre Realität. Dort treffen Jugendliche ihre Freunde, dort finden sie die Inhalte, die sie interessieren. Auf diese Entwicklung muss ich mich als Journalist einlassen", sagt Diekmann. Er sieht die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als große Chance für Innovationen: "Online kann sich der Journalist noch vielseitiger ausdrücken. Er kann seinem Thema eine 360-Grad-Perspektive geben, Bewegtbild und Animationen hinzufügen. Und er kann Tag und Nacht aktualisieren", so der Herausgeber, der auch gleich die nahe Zukunft ansprach: "Zurzeit werden die Karten neu gemischt: Noch in diesem Jahr wird die mobile Nutzung des Internets in den USA die stationäre Internetnutzung überholen. Durch neue Mobilität, Cloud Computing und die Entwicklung des Breitbands lässt sich in Echtzeit eine Masse an Daten analysieren, wie es nie zuvor möglich war." Statt die Wünsche der Konsumenten nur zu erahnen, könne man sie demnächst vorhersagen.

Um angesichts dieser Herausforderungen Strategien für die BILD-Gruppe zu entwickeln, wurde Kai Diekmann für zehn Monate ins Silicon Valley entsandt. Was haben er und seine Kollegen gelernt im einzigartigen Ökosystem Silicon Valley, aus dem neun der zehn erfolgreichsten Internetunternehmen kommen?

"Wir müssen Technologie als Chance verstehen", sagte Diekmann. "Es geht auch um Schnelligkeit und flache Hierarchien. 13 Jahre lang habe ich als Chefredakteur gesagt: 'In meinem Laden darf jeder machen, was ich will.' Das habe ich geändert."

Nun ginge es um die Neuerfindung der Marke BILD, so Diekmann. "Wir sind ja Journalisten geworden, weil wir Geschichten erzählen wollen. Wir haben erkannt, dass Journalismus überhaupt nicht am begrenzten Medium Papier hängt. Wenn wir neue, digitale Bühnen bespielen wollen, müssen wir auch neue Technologien nutzen. Der beste Journalismus der Zukunft ist nicht jener mit der besten Recherche und dem besten Storytelling, sondern der, dem es am besten gelingt, dies mit Tools und Technik zu verbinden", schloss Diekmann.

Kai Diekmann wurde 1964 in Ravensburg, Deutschland geboren. Er begann seine Karriere als Volontär bei der Axel Springer SE. Diese Tätigkeit führte ihn im Zeitraum von zwei Jahren nach Hamburg, Bonn und New York. Ab 1987 arbeitete Diekmann als Parlamentskorrespondent für BILD und BILD am SONNTAG in Bonn. 1989 wurde er Chefreporter des Magazins BUNTE, 1991 stellvertretender Chefredakteur der Berliner B.Z. und 1992 stellvertretender Chefredakteur und Politikchef von BILD. 1998 wurde er Chefredakteur der WELT am SONNTAG. Im Jänner 2001 trat er seine heutige Position an und wurde Chefredakteur von BILD sowie Herausgeber von BILD und BILD am SONNTAG. Seit 2008 ist Diekmann Gesamtherausgeber der BILD-Gruppe.

Unter den Gästen begrüßte IAA-Präsidentin Martina Hörmer unter anderem: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Markus Liebl, Brau Union, Horst Pirker, Verlagsgruppe News, Michael Graf, RMS, Stefan Lassnig, RMA-Gruppe, Christian Rainer, profil, Gerhard Riedler, Mediaprint, Markus Kienberger, Google, Annett Hank, Verlagsgruppe News, Wolfgang Fischer, Stadthalle, Ralph Vallon, Life Relations, Richard Kaufmann, Kurier, Sabine Weiss, Wr. Stadtwerke, Oliver Voigt, Österreich, Sebastian Loudon und Dagmar Lang, Manstein, Uschi Fellner-Pöttler, Bundesländerinnen und Look, Harald Kräuter, GIS, Corinna Tinkler, REWE, Thomas Plötzeneder, DDWS, Marion Pelzel, Estee Lauder, Roswitha Hasslinger, Hasslinger Consulting, Ralf Kober, Springer & Jacobi, und IAA-Executive-Director Raphaela Vallon-Sattler.

IAA: Ein einzigartiges globales Netzwerk. 4.000 Mitglieder. 56 Chapter. 76 Länder

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