Industrie zu Arbeitsmarkt: Bildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit

V-Generalsekretär Neumayer: Entlastung des Faktors Arbeit wirkt wachstums- und beschäftigungsfördernd - Neue Steuern und bürokratische Hürden gefährden Jobs

Wien (OTS/PdI) - Österreich weist mit 4,7 Prozent bei einem EU-Schnitt von mehr als zehn Prozent erneut die niedrigste Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union auf. Dennoch waren Ende September mehr als 292.000 Personen beim AMS als arbeitslos vorgemerkt, was einen Anstieg von 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet. "Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist mehr als besorgniserregend, eine Besserung leider nicht in Sicht, da eine konjunkturelle Erholung nicht absehbar ist", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heute, Mittwoch, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten.

"Wir brauchen dringend eine Belebung des Arbeitsmarkts, insbesondere durch die Entlastung des Faktors Arbeit durch eine substanzielle Senkung der Arbeitszusatzkosten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Unternehmen. Die Politik ist gefordert, hier konsequente Schritte zu setzen, insbesondere im Bereich der Unfallversicherung und des Familienlastenausgleichsfonds besteht erhebliches Potenzial zur Beitragssenkung", forderte Neumayer, der hinzufügte: "Es ist geradezu absurd in dieser Situation neue Steuern zu fordern. Zusätzliche bürokratische Belastungen für Österreichs Betriebe, wie Bonus-Malus-Quotenmodelle, schaden darüber hinaus der Wettbewerbsfähigkeit des Arbeits- und Industriestandortes und vernichten am Ende Jobs". Vielmehr brauche es flexible Instrumente, damit heimische Betriebe konjunkturelle Einbrüche bewältigen und Arbeitsplätze erhalten können. Die erweiterte Kurzarbeit habe sich als wichtiges Modell zur Beschäftigungssicherung erwiesen, das nun endlich - gemäß der Regierungsvereinbarung - ins Dauerrecht übernommen werden soll. Um im Krisenfall rasch handeln zu können, wäre zudem die Stärkung der Kompetenz zur Vereinbarung von Kurzarbeit auf Betriebsebene sinnvoll.

"Vor dem Hintergrund, dass fast die Hälfte aller arbeitslosen Personen maximal einen Pflichtschulabschluss aufweist, sind weitere mutige Reformmaßnahmen im Bildungssystem unerlässlich. Fast zwei Drittel des gesamten Fördervolumens des AMS werden für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Auch im Vergleich zu Deutschland und Schweden liegt Österreich damit im Spitzenfeld", betonte Neumayer. "Die Verantwortung der Erwachsenenbildung liegt jedoch bei der Bildungspolitik und kann nicht dem AMS aufgebürdet werden. Das AMS kann mit Schulungsmaßnahmen nur reagieren, aber die Grundlagen müssen im Bildungssystem geschaffen werden", so der IV-Generalsekretär, der abschließend festhielt: "Es sind ambitionierte und nachhaltige bildungspolitische Reformschritte gefragt - die IV spricht sich klar für den qualitativen und quantitativen Ausbau der ganztägigen, verschränkten Schulformen aus. Denn eine hochqualitative Ganztagesschule fördert Talente und reduziert Bildungsbenachteiligungen."

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