Schönborn: Synode wird Blick auf Ehe und Familie verändern

Wiener Erzbischof will bei Synode um Wertschätzung von "Teilverwirklichungen" der Ehe werben - Sorge um zurückbleibende Kinder und Partner bei einer Trennung

Wien, 29.09.14 (KAP) Die bevorstehende Bischofssynode zur Familienpastoral soll den Blick der Kirche auf Ehe und Familie erweitern, ohne dass dabei eine Änderung ihrer Lehre zu erwarten ist: Das hat Kardinal Christoph Schönborn am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien erklärt. Der Wiener Erzbischof wird bei der am 5. Oktober beginnenden Versammlung der Synode im Vatikan die Österreichische Bischofskonferenz vertreten und gehört zudem dem Synodenrat an, der das Treffen vorbereitet hat.

Für Papst Franziskus sei Ehe und Familie "ein zentrales Thema des Pontifikats, ähnlich wie es dies auch für Johannes Paul II. war", erklärte Schönborn. "Erwarten Sie aber nicht, dass der Papst die Lehre über die Ehe ändert", so die Aufforderung des Kardinals. In ihrer ganzen Geschichte habe die Kirche ihre Lehre "nie verändert, sondern stets erweitert und vertieft". Verändert werden solle vor allem der Umgang und Blick der Kirche auf bestimmte Themen, "weg vom Denken in Schubladen, hin zu einem Hinsehen, zu Wertschätzung und zu einem Begleiten".

Er selbst werde bei der Synode eintreten für Wertschätzung gegenüber "jenen Situationen, die nicht der vollen Realität der sakramentalen christlichen Ehe entsprechen", kündigte der Kardinal an. Die Kirche müsse Antworten finden auf "Teilverwirklichungen", also auf die Tatsache, dass viele Paare ohne Trauschein zusammenleben und oft erst beim Auftreten von Kindern die Eheschließung überlegen. Zudem solle auch stärker als bisher auf das Leid der bei Scheidungen zurückbleibenden Kinder und Partner geachtet werden.

Hinsichtlich des Ablaufs der Synode sind die Erwartungen Schönborns hoch, ziele die Neuordnung ihrer Arbeitsmethode doch anders als bisher auf eine "echte Debatte" ab. Bemerkenswert sei zudem, dass bei der Versammlung in Rom zu jedem Thema zuerst Laien sprechen werden und erst danach die Bischöfe.

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