ÖAMTC: Neue Berechnung für Spritverbrauch darf Autofahren nicht verteuern

Herstellerangaben sind Richtwerte ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit

Wien (OTS) - Gemäß einer kürzlich veröffentlichten Studie liegt der Kraftstoffverbrauch von Neuwagen in Europa um rund ein Drittel höher als, von den Herstellern angegeben. Der Grund dafür ist, dass die im EU-Fahrzyklus gemessenen Hersteller-Verbrauchsangaben im Labor und unter "Idealbedingungen" ermittelt werden. Diese Werte dienen vor allem dem Vergleich verschiedener Fahrzeuge untereinander und haben keinen Anspruch für die Realität auf der Straße. "Auch Erhebungen des ÖAMTC zeigen, dass die Mitglieder im Schnitt 20 bis 25 Prozent mehr Sprit verbrauchen, als sie aufgrund der Herstellerangaben sollten", erklärt Max Lang, Cheftechniker des ÖAMTC.

Ab 2017 wird der EU-Zyklus für die Verbrauchsangaben von einem neuen "Weltfahrzyklus" unter der Bezeichnung WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) abgelöst. "Mit dem neuen Zyklus wird sich aufgrund der geänderten Testbedingungen ein deutlich höherer und damit 'realitätsnäherer' Verbrauch ergeben. Offen ist aber, was die 'Realität' eigentlich ist - auch jetzt gibt es Einzelfälle, bei denen der Spritverbrauch deutlich über bzw. genau bei den Herstellerangaben liegt", erklärt der ÖAMTC-Experte. "Es ist jedenfalls davon auszugehen, dass die Herstellerangaben für den Spritverbrauch durch den neuen Zyklus um 20 bis 25 Prozent nach oben korrigiert werden."

Für den ÖAMTC besteht aufgrund dieser Maßnahmen die Gefahr, dass Autofahren erneut teurer wird. "In Österreich - aber auch in anderen EU-Staaten - gibt es verbrauchsabhängige Steuern wie die NoVA. Erhöht sich der von den Herstellern angegebene Verbrauch der Fahrzeuge, erhöht sich auch die NoVA", hält Lang fest. "Hier ist die Regierung gefordert. Eine Änderung der Berechnungsmethode für den Kraftstoffverbrauch muss auch in der Berechnung der verbrauchsabhängigen Abgaben berücksichtigt werden."

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