Pellet: Mit "Bademantel-Demo" ist Schmerzgrenze überschritten

Wiener Handel klagt über steigende Zahl an "Demos" - Politik lenkt offenbar ein - Pellet fordert Ergebnisse: Müssen Pseudo-Demos verhindern, sonst kann Wien zusperren!"

Wien (OTS) - Morgen Dienstag findet die lange Liste der Ringsperren mit einer Bademantel-Parade einen weiteren kuriosen Höhepunkt. Gefeiert wird der Geburtstag von Schlagersänger Udo Jürgens. Wiens Straßen von Ring bis Praterstern und Ausstellungsstraße werden ab Mittag bis zum Nachmittag partiell gesperrt. Staus, Sperren und Verkehrschaos sind wieder einmal vorprogrammiert. Für den Handel ist diese abermalige Verkehrsbeeinträchtigung ärgerlich genug, was dem Fass allerdings den Boden ausschlägt: Die Spaß-Veranstaltung ist als Demonstration angemeldet. "Nach dem peinlichen Picknick-Demo-Desaster bei Rasen am Ring letzte Woche ist dies nun die nächste Pseudo-Demonstration, die den Verkehr lahmlegt und dem Handel satte Umsatzeinbußen einbringen. Ich frage mich, wer, wie und warum solche Gaudi-Events als Demos zugelassen werden können", wundert sich Erwin Pellet, Spartenobmann Handel der Wirtschaftskammer Wien. Seit langem schon kritisiert die Wirtschaftskammer Wien den Missbrauch des Demonstrationsrechts in der Bundeshauptstadt. Offenbar zeigt diese Dauerkritik nun endlich Wirkung, denn auch die Politik hat sich am Wochenende für eine Eindämmung dieser Spaßveranstaltungen ausgesprochen. "Es ist höchste Zeit, dass hier etwas passiert. Denn die Unternehmer haben ein Recht darauf, unbehelligt ihren Geschäften nachzugehen", sagt Pellet.

Konsequenzen für den Handel
Die Konsequenzen aus den zunehmenden veranstaltungsbedingten Straßensperren tragen neben dem Steuerzahler und den leidgeplagten Autofahrern, vor allem der Handel: "Die Kunden bleiben zu Hause oder kaufen wo anders ein. Immer mehr haben zunehmend keine Lust, zum Shoppen in die City zu fahren, wenn im Verkehrsfunk die Durchsage kommt, innerstädtische Gebiete wegen einer Demonstration zu meiden. Für die Geschäftsleute ist das natürlich mehr als nur bitter, es ist geschäftsschädigend. Der Leidensdruck der Unternehmer steigt mit jeder zusätzlichen Straßensperre. Die Situation ist mittlerweile so dramatisch, dass die Umsatzeinbußen Arbeitsplätze gefährden", sagt Erwin Pellet, Spartenobmann Handel der Wirtschaftskammer Wien. Laut Meldungen von Betrieben, ist an Tagen mit Ringstraßensperre bis zu 50 Prozent Umsatzrückgang zu verzeichnen.

Statistik: Sperren nehmen zu
Seit 2010 haben Veranstaltungen und Demos in der Wiener Innenstadt deutlich zugenommen. Kam es damals durchschnittlich jeden sechsten Tag zu einer Ringsperre, so wird heuer bereits jeden vierten bis fünften Tag der Ring gesperrt. "Uns liegt es fern, das freie Demonstrationsrecht in Frage zu stellen. Es geht uns aber um Verhältnismäßigkeiten. Rechtfertigten Spaß-Demos, aktionistische Picknickevents oder Bademantel-Paraden ein innerstädtisches Verkehrschaos? Wir fordern deshalb rasch Ergebnisse zur Eindämmung der Demoflut und hoffen, dass der Wirtschaftsverkehr in Wien endlich wieder fließen kann", so Pellet.

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