Nicht wegsehen - melden Sie Fälle sexueller Ausbeutung von Kindern

EU-Online Meldeplattform in drei Sprachen will EU-BürgerInnen motiveren, Fälle von sexueller Ausbeutung von Kindern im In- und Ausland zu melden

Wien (OTS) - Am 27. September ist Welttourismustag. "Wir nehmen dies zum Anlass, um einmal mehr auf eine bedrückende Schattenseite - die sexuelle Ausbeutung von Kindern - hinzuweisen, die häufig Kinder in Entwicklungsländern aber auch innerhalb der EU zu Opfern sexueller Ausbeutung macht. Wir hoffen, dass die neue Meldeplattform mehr Menschen motiviert, Verdachtsfälle zu melden", betont Mag.a Astrid Winkler von ECPAT Österreich.

Die im Rahmen der EU-Kampagne "Nicht Wegsehen" entwickelte Online-Meldeplattform www.reportchildsextourism.eu informiert Interessierte, an welche nationale Meldestelle bzw. wohin sonst sich EU-BürgerInnen wenden können, wenn sie einen Verdacht auf sexuelle Ausbeutung eines Kindes haben. Bisher sind 16 EU-Länder beteiligt. Seit kurzem nun ist die Meldeplattform dreisprachig zugänglich, unter anderem auch in Deutsch.

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Zusammenhang mit Tourismus ist nach wie vor wachsendes Problem. Millionen von Kindern und Jugendlichen werden jährlich durch eine Spirale aus Nachfrage auf der einen Seite und Armut, Gewalt und mangelnde Chancen auf der anderen Seite, in die Prostitution gezwungen werden. Und es entstehen neue Formen dieses Missbrauchs, auch im Zusammenhang mit dem Internet, z.B. die Webcam-Ausbeutung von Kindern. Dabei werden Kinder z. B. durch TouristInnen angeworben, um für "Kunden zu Hause" in pornographischen Darstellungen zu posieren oder missbraucht zu werden. "Oft werden Kinder, die in Urlaubsländern missbraucht werden, in weiterer Folge zigfach viktimisiert, weil die Täter den Missbrauch aufgenommen haben und dann online verbreiten", erläutert Winkler. Neben der Aufklärung und Sensibilisierung brauche es mehr und bessere Kooperation zwischen Ermittlungsbehörden und den Internetprovidern, so Winkler.

ECPAT weist auch darauf hin, dass es noch immer zu wenig bekannt sei, dass Taten des Kindesmissbrauchs, die von ÖsterreicherInnen bzw. in Österreich dauerhaft ansässigen AusländerInnen außerhalb Österreichs begangen werden, in Österreich strafrechtlich verfolgt und zur Anklage gebracht werden können.

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