Weidenholzer: EU-Drogenbericht 2014 zeigt Handlungsbedarf

SPÖ-EU-Abgeordneter fordert Bekämpfung des Drogenhandels auf EU-Ebene

Wien (OTS/SK) - Im Innenausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel wurde heute Vormittag der Drogenbericht 2014 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht präsentiert. "Die Ergebnisse zeigen klar, dass ein grenzüberschreitendes Handeln notwendig ist und Drogenhandel nur auf EU-Ebene bekämpft werden kann", betont Josef Weidenholzer, SPÖ-EU-Abgeordneter und Mitglied im zuständigen Innenausschuss im EU-Parlament. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den Erfolg der Mitte September von EUROPOL durchgeführten "Operation Archimedes": "Über 1.000 Verdächtige wurden in den EU-Mitgliedstaaten festgenommen und erhebliche Mengen an gefährlichem Suchtgift aus dem Verkehr gezogen", so der Sicherheitssprecher der SPÖ-EU-Delegation Weidenholzer am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Österreich zählt laut Bericht zu den zehn europäischen Ländern mit den höchsten Raten an Drogentoten. "Im Schnitt gibt es in Österreich 160 Todesfällen im Jahr, das Durchschnittsalter liegt bei Mitte 30", so der Abgeordnete, der im großflächigen und grenzüberschreitenden Rauschgifthandel das Hauptproblem sieht. Laut Bericht hat Österreich vor allem ein Heroin-Problem. "Rund 17.000 Österreicher befinden sich zurzeit in einer Opioid-Substitutionsbehandlung. Laut Schätzungen der Agentur sind das gerade einmal 55 Prozent der Betroffenen", erklärt Weidenholzer.

Die Zahlen des Berichts zeigen: In den vergangenen Jahren wurde EU-weit im Schnitt jede Woche eine neue Droge am illegalen Markt entdeckt. 2013 wurden 81 neue Substanzen an das EU-Frühwarnsystem gemeldet. Das vermehrte Aufkommen von neuen psychoaktiven Substanzen zeige auch, dass die Gesetzgebung in diesem Bereich hinterher hinkt. "Neue Substanzen müssen sofort vom Markt genommen werden können beziehungsweise muss verhindert werden, dass sie überhaupt auf den Markt gelangen", so der Abgeordnete. Weidenholzer verweist auf eine Richtlinie gegen neue psychoaktive Substanzen, die derzeit im Europäischen Parlament und im Rat behandelt wird. In diesem Zusammenhang ist Österreich schon Vorreiter in Europa: Mit dem 2011 beschlossenen Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz wurde das Geschäftemachen mit sogenannten Legals Highs, die nicht der Drogengesetzgebung unterliegen, aber darauf ausgerichtet sind, im Körper eine drogenartige Wirkung zu erzielen, verboten.

Laut Weidenholzer zeigt der heute präsentierte Bericht deutlich, dass gemeinsame Anstrengungen im Kampf gegen Drogenhandel notwendig sind:
"EU-weit angelegte Bekämpfungsmaßnahmen zeigen Wirkung und müssen daher weiter ausgebaut werden. Es braucht europäische Maßnahmen zur Verringerung des Angebots, aber auch zur Verringerung der Nachfrage -etwa durch Präventiv-und Aufklärungsarbeit an Schulen." (Schluss) bj/mp

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