Papst ruft zum Kampf gegen Vorurteile über Flüchtlinge auf

Franziskus appelliert in Botschaft zum Weltflüchtlingstag zu verstärkter internationaler Kooperation in Flüchtlingspolitik

Vatikanstadt, 23.09.14 (KAP) Papst Franziskus hat zum Kampf gegen Vorurteile und Misstrauen gegenüber Flüchtlingen und Migranten aufgerufen. Wanderungsbewegungen lösten oft Feindseligkeiten aus, "noch bevor man die Geschichten des Lebens, der Verfolgung oder des Elends der betroffenen Menschen kennt", heißt es in seiner am Dienstag veröffentlichten Botschaft zum katholischen Weltflüchtlingstag 2015. Dem müsse eine "Kultur der Begegnung" entgegengesetzt werden. Christen müssten bereit sein, ihre Ressourcen mit Flüchtlingen, Vertriebenen und Heimatlosen zu teilen und "manchmal auf etwas von unserem erworbenen Wohlstand zu verzichten", so Franziskus.

2013 befanden sich nach UN-Angaben weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR waren es 51,2 Millionen Menschen und damit sechs Millionen mehr als im Vorjahr. Der starke Anstieg geht vor allem auf den Syrien-Konflikt zurück.

Zugleich ruft Franziskus in seiner Botschaft zu einer verstärkten internationalen Kooperation in der Flüchtlingspolitik auf. Ein "universales Netz der Zusammenarbeit" müsse einen menschlicheren Umgang mit Migranten sicherstellen und Wanderungsbewegungen wirksam regulieren. Die Globalisierung der Migration erfordere eine "Globalisierung der Nächstenliebe und der Zusammenarbeit", schreibt der Papst.

Franziskus prangert einen "schändlichen und kriminellen Menschenhandel" sowie die Versklavung von Migranten an. Zudem mahnt er eine wirksame Bekämpfung der Ursachen für Flucht und Vertreibung ein. Die Wirtschafts- und Finanzordnung müsse gerechter gestaltet und der Einsatz für den Frieden verstärkt werden.

Franziskus hebt in dem Text weiters die positiven Auswirkungen von Wanderungsbewegungen hervor. Sie regten dazu an, jene Werte "zu vertiefen und zu stärken", die ein harmonisches Zusammenleben von Menschen und Kulturen gewährleisteten.

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