E-Control kritisiert versteckte Preiserhöhung der EVN

Kunden mit geringem Stromverbrauch zahlen nicht weniger, sondern mehr

Wien (OTS) - Seit einigen Tagen erhalten die Kunden in Niederösterreich von der EVN ein Schreiben, in dem sie mit dem Betreff "Die EVN senkt ihre Stromverbrauchspreise" über eine angebliche bevorstehende Strompreissenkung informiert werden. "Eine an sich erfreuliche Aktion entpuppt sich bei genauerem Hinschauen in Wahrheit für manche Kunden allerdings als eine Preiserhöhung. Kunden mit einem eher niedrigen jährlichen Stromverbrauch werden nämlich künftig nicht weniger für ihre Stromrechnung bezahlen, sondern im Gegenteil - diese wird sich erhöhen.", kritisiert der Vorstand der E-Control, Martin Graf, die Informationspolitik der EVN. Betroffen von einer Erhöhung der Stromrechnung sind demnach Kunden mit einem Jahresstromverbrauch von bis zu etwa 1.300 kWh.

Beschwerden bei der E-Control nehmen zu

Zahlreiche Kunden der EVN sind empört, dass in dem Schreiben zwar eine Senkung des verbrauchsabhängigen Stromverbrauchspreises in Cent/kWh angekündigt wird, die gleichzeitig durchgeführte Erhöhung des Grundpreises von 10 Euro jährlich auf 26,40 Euro pro Jahr, aber keine Erwähnung findet. Und das ist immerhin eine Erhöhung um 264 Prozent. Die Beschwerden und Anfragen bei der Schlichtungsstelle der E-Control zu dem Thema mehren sich laufend. "Es wird zu überprüfen sein, ob die aus unserer Sicht irreführende Kundeninformation der EVN nicht sogar unter den Tatbestand des unlauteren Wettbewerbs fällt und somit überhaupt rechtens ist. Die E-Control wird die Vorgänge jedenfalls den für ein Vorgehen nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zuständigen Stellen übermitteln.", so Martin Graf.

Neben der versteckten Preiserhöhung werden auch noch diverse Freitage gestrichen und durch ein Bonuspunktesystem ersetzt. "Diese Bonuspunkte können aber nur beim Kauf von Produkten oder Dienstleistungen eingelöst werden, welcher der Kunde möglicherweise gar nicht braucht, währenddessen sich die Freitage als bares Geld durch eine Reduktion der Rechnung wiedergefunden haben.", kritisiert Graf.

"Aus Erfahrung wissen wir, dass häufig Pensionisten oder Menschen, die ohnehin mit der Höhe der Stromrechnung zu kämpfen haben, jene sind, die weniger Strom verbrauchen und die nun gerade von der Erhöhung der Stromrechnung betroffen sind. Hier würden wir uns von der EVN deutlich mehr Fingerspitzengefühl wünschen.", appelliert Martin Graf.

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