Baukultur oder leistbares Wohnen?

Standardausstattungskatalog für den sozialen Wohnbau sorgt für kontroversielle Diskussion zwischen Architekten und Ökonomen

Wien (OTS/PWK617) - Mit einem neu ins Leben gerufenen Standardausstattungskatalog für den sozialen Wohnbau hat der zuständige Landesrat in Oberösterreich zuletzt eine heftige Diskussion im Zusammenhang mit Baustandards, Baukultur und Kosteneffizienz im Wohnbau vom Zaun gebrochen. BAU!MASSIV! lud jetzt die Beteiligten zu einer Veranstaltung ins Architekturforum Linz, bat sie um ihre Meinung und bekam erstaunliche Statements.
"Baukultur, die nicht leistbar ist, ist Bauunkultur", so äußerte sich Karl Wurm, Obmann des Verbandes Gemeinnütziger Bauvereinigungen Österreichs. "Gelungene Häuser sind Sozialisationsverdichter", meinte etwa Karin Stieldorf vom Institut für Architektur und Entwerfen der TU Wien. Weitere emotionale Statements rund um leistbares Wohnen folgten - mit am Podium waren Wolfgang Amann, Geschäftsführer Institut für Immobilien Bauen und Wohnen GmbH, Bettina Brunner von x Architekten, Landesrat Manfred Haimbuchner, zuständig für Wohnbau in Oberösterreich, Martin Leitl, Geschäftsführer Leitl Spannton GmbH, sowie Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbandes der Stein-und keramischen Industrie, und BAU!MASSIV!-Sprecher Reinhold Lindner.

Konstruktiver Dialog Der Ausstattungskatalog für den sozialen Wohnbau wurde vom oberösterreichischen Landesrat Haimbuchner ins Leben gerufen und soll ab Jänner 2015 verbindlich zur Anwendung kommen. Er ist unter Architekten zwar umstritten, hat aber zu einer massiven österreichweiten Diskussion der Standards sowie der Kosteneffizienz im sozialen Wohnbau beigetragen. Haimbuchner steht hinter dieser Entscheidung und ist für weitere Diskussionen bereit, da es sich nach seinen Angaben um einen offenen Katalog handelt. Die Aussicht auf konstruktive Gespräche mit Architekten, Planern und Baustoffherstellern lässt auch künftig auf einen spannenden und hoffentlich befruchtenden Dialog hoffen. Das Anliegen von BAU!MASSIV!, sich als Plattform für Diskussionen im Massivbau zur Verfügung zu stellen, wurde damit gänzlich erfüllt. Und auch der provokant gewählte Titel "Baukultur oder leistbares Wohnen" wurde am Ende des Abends zumindest ein klein wenig in Richtung "Baukultur und leistbares Wohnen" gerückt. (KR)

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DI Dr. Reinhold Lindner
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