E-Wirtschaft plant die Zukunft in Graz

Oesterreichs Energiekongress diskutiert Chancen, Risiken und Ziele der künftigen Stromversorgung

Wien (OTS) - Unter dem Titel: (R)Evolution - Energiewelt neu denken diskutieren am 24. und 25. September 2014 Experten und führende Vertreter aus dem In- und Ausland von E-Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft aktuelle Fragen und Zukunftsthemen der Stromversorgung.

Mit rund 450 Besuchern ist Oesterreichs Energiekongress, die seit 2010 im Rhythmus von zwei Jahren stattfindende Tagung der Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft der größte Treffpunkt der Elektrizitätsbranche in Österreich. "Unser Ziel ist es, den Wandel, den die Welt des Stroms derzeit erlebt, nicht nur hinzunehmen, sondern aktiv mitzugestalten", erklärte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. Ein kleines Symbol:
Selbstverständlich ist Oesterreichs Energie Kongress 2014 auch ein zertifizierter "Green Meeting".

Österreichs E-Wirtschaft will sich angesichts der Veränderungen neu aufstellen. Schmidt: "Das über Jahrzehnte erfolgreiche Geschäftsmodell - Strom möglichst wirtschaftlich zu erzeugen und zu einem guten Preis zu verkaufen - reicht nicht mehr aus. Heute sind jene Produktionen am lukrativsten, die gefördert sind." Niedrige Strompreise an den Großhandelsmärkten bringen jedoch wenig Vorteile für die Endkunden, weil sie immer höhere Steuer- und Abgabenlasten tragen müssen.

Österreichs Elektrizitätswirtschaft produziert den umweltfreundlichsten Strom der EU, bietet ihren Kunden höchste Versorgungssicherheit und verliert dennoch ständig Marktanteile, während die Billigstromimporte immer stärker zunehmen. Im ersten Quartal 2014 stammten bereits über 40 Prozent des im Land verbrauchten Stroms aus dem Ausland, weil die Preise an den Strombörsen durch das Überangebot geförderten Stroms in Deutschland zusammengebrochen sind. Schmidt: "So stehen Kraftwerke in Österreich still ober müssen geschlossen werden. Das ist langfristig eine Gefahr für die Versorgungssicherheit." Österreichs E-Wirtschaft setzt sich daher für eine Reduktion der europäischen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2030 und europaweit faire Bedingungen auf den Strommärkten ein.

Die aktuelle Situation der Branche erläutern am ersten Kongresstag hochrangige Referenten und Referentinnen, darunter Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, Rainer Baake, Staatssekretär beim deutschen Bundesminister für Wirtschaft und Energie; Dr. Johannes Teyssen, Präsident von EURELECTRIC und Vorstandsvorsitzender E.ON, Kilian Gross; geschäftsführender Referatsleiter Koordinierungsreferat, Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission; Dr. Christoph Frei, Secretary General World Energy Council; DI Dr. Sabine Herlitschka, MBA, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria.

Herausforderungen und Trends der E-Wirtschaft im Fokus

Der zweite Kongresstag ist aktuellen Herausforderungen und Trends der Branche gewidmet. Oesterreichs Energie präsentiert die Bewertung und Wahrscheinlichkeitsanalyse jener vier Szenarien, die 2013 erstellt und 2014 mit Stakeholdern und Experten diskutiert wurden." Als wahrscheinlichstes Szenario gilt eine Fortsetzung der Entwicklung, das Szenario "Dschungel." Schmidt: "Es gibt in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Branche kein gemeinsames Bild darüber, wo wir bei der Stromversorgung stehen und wie die Energiewende weiter gehen soll. Solange es aber keine Einigkeit darüber gibt, ist nicht damit zu rechnen, dass es ein umfassendes Problemlösungskonzept geben wird." Das begünstige das Eintreten des Szenarios Dschungel, also eines andauernden Wildwuchses von Förderungen, Regulierung und Einzelmaßnahmen in den Staaten der EU.

Für die E-Wirtschaft bedeutet das, dass man sich mit einem Fitnessprogramm für den Dschungel wappnen muss. Zusätzlich gilt es auf bessere Regeln im Energiebinnenmarkt hinzuwirken und bestehenden Chancen und Risiken zu erkennen und nach Möglichkeit zu nutzen. 190 Chancen und Risiken wurden identifiziert, davon 26 als hoch relevant eingestuft. Unter Verwendung der Faktoren der Szenarienerstellung wurden diese Chancen und Risiken diskutiert sowie Strategievorschläge und Handlungsempfehlungen formuliert. Schmidt: "Wir müssen die eigenen Stärken stärken um im Dschungel zu überleben und mit Innovationen und neuen Angeboten neue Geschäftsfelder aufzubauen. Wir dürfen uns nicht scheuen, angestammte Geschäftsfelder und lieb gewonnene Traditionen aufzugeben oder selbst umzubauen, bevor uns andere zuvorkommen. Zudem müssen wir Partner in vielen Bereichen suchen und finden."

Zukunft im Blickfeld

Ins Blickfeld rücken die Zukunft der E-Wirtschaft Referate von Erich Unterwurzacher, Direktor, Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission, und Dr. David Bosshart, CEO des GDI Gottlieb Duttweiler Instituts, Bestsellerautor und internationaler Key-Note-Speaker. Kooperation und/oder Konkurrenz -über dieses Thema diskutieren Vertreter der E-Wirtschaft mit neuen Playern auf dem Energiemarkt und deren Geschäftsmodelle. Schmidt: "In Österreich gilt es eine Effizienzrevolution in Gang zu setzen, den Umstieg auf smarte Services zu starten und die inländischen Potenziale bei den erneuerbaren Energien zu nutzen, insbesondere auch bei der Wasserkraft, die keine Förderungen benötigt. Dafür müssen wir in Zukunft unsere Energie einsetzen."

Über Oesterreichs Energie

Oesterreichs Energie vertritt seit 1953 die gemeinsam erarbeiteten Brancheninteressen der E-Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Als erste Anlaufstelle in Energiefragen arbeiten wir eng mit politischen Institutionen, Behörden und Verbänden zusammen und informieren die Öffentlichkeit über Themen der Elektrizitätsbranche.

Die rund 140 Mitgliedsunternehmen erzeugen mit knapp 21.000 Mitarbeitern mehr als 90 Prozent des österreichischen Stroms und betreiben die Transport- und Verteilnetze Österreichs. Die Stromproduktion der Mitglieder von Oesterreichs Energie erreichte 2013 rund 65 Milliarden Kilowattstunden, davon 65 Prozent aus nachhaltiger Wasserkraft.

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