jetzt! Influenza impfen

Pressekonferenz vom 23. September 2014

Wien (OTS) - In den Wintermonaten lässt sich auch in Österreich fast jedes Jahr eine erhöhte Aktivität des Influenzavirus feststellen. Was zunächst harmlos klingt, ist pro Jahr für über 1.000 bis 1.200 Tote verantwortlich. Doch selbst vor dem Hintergrund einer bedeutenden Übersterblichkeit, ist die Influenza-Durchimpfungsrate in Österreich auf einem Tiefststand angelangt - nur acht Prozent der Österreicher ließen sich in den letzten Jahren gegen die Influenza immunisieren.

Kollaritsch: Echte Virusgrippe - grob unterschätzt

Alljährlich erkranken in Österreich mehrere Zehntausend Menschen an der echten Virusgrippe, der Influenza. Viele, vor allem ältere Personen, erkranken so schwer, dass letztlich die Grippe mittelbar zum Tod führt. Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Leiter Epidemiologie und Reisemedizin am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MUW, zieht einen Vergleich: "Der echten Virus-Grippe fallen in Österreich allein immerhin mehr Menschen zum Opfer, als im Straßenverkehr zu Tode kommen." Eine Verwechslung mit dem ungefährlichen grippalen Infekt sei fatal.
Die Influenza geht mit schwerwiegenden Komplikationen einher. Herz und Kreislauf sind gefährdet durch das hohe Fieber und die gelegentlich assoziierte Herzmuskelentzündung, die Luftwege vor allem im Sinne einer sekundär auftretenden Lungenentzündung, die vor allem bei ohnedies schon geschwächten und älteren Personen besonders häufig auftritt. Die Influenza kann den Allgemeinzustand der Patienten nachhaltig verschlechtern, wodurch nicht selten die persönlichen Lebensumstände eine bedeutende Beeinträchtigung erfahren.
Die einzige Möglichkeit, eine Erkrankung zu verhindern oder zumindest abzuschwächen, ist die Impfung gegen Influenza. Kollaritsch: "Auch wenn die Grippeimpfung vergleichsweise weniger gut wirksam ist als andere bekannte Schutzimpfungen (FSME), so liegt heute genug Evidenz vor, die den Nutzen der Impfung eindeutig belegt und das bei sehr geringfügigen Nachwirkungen. Alle Impfstoffe am Markt sind empfehlenswert, sie wirken aber nur, wenn man sich impfen lässt..."

Grippe ist kein Kindespiel

Gesunde Kinder im Alter zwischen vier und zehn Jahren erkranken leichter und stecken sehr häufig nicht geimpfte Eltern und/oder Großeltern an. Dies schlägt sich einerseits in der Krankenstands-Statistik nieder, andererseits aber auch in einer so genannten Übersterblichkeit. MR Dr. Rudolf Schmitzberger, Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer erläutert: "Pro Jahr werden bis zu 2000 Todesfälle verzeichnet, die auf die Influenza zurückgehen und Erwachsene betreffen, die sich bei Kindern angesteckt haben. Kleine schützen also Erwachsene, wenn sie geimpft werden."
Die Impfempfehlungen des Experten lauten: Bei Säuglingen ist eine Impfung ab dem 7. Lebensmonat möglich. Im Falle von jüngeren Kindern sollten jedenfalls die Betreuungspersonen geimpft werden, um eine Ansteckung zu verhindern. Bis zum 35. Lebensmonat wird die halbe Dosis des Impfstoffes verabreicht. Sind die Kinder bei der Erstimpfung schon etwas größer, sollten zwei Dosen im Abstand von vier Wochen verabreicht werden. Dies gilt für Kinder bis acht Jahre. Kinder mit erhöhter Gefährdung - dazu zählen chronische Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenerkrankungen, Nierenerkrankungen und Stoffwechselerkrankungen - sollten ebenfalls geimpft werden. Für sie stellt die Influenza ein besonders großes Risiko dar.

Szekeres: Durchimpfungsrate beim Gesundheitspersonal in Österreich nicht ausreichend

Das Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien hat gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium eine Publikation ("Impfungen für MitarbeiterInnen des Gesundheitswesens. Empfehlungen als Erweiterung des Österreichischen Impfplans.") mit Empfehlungen für das Gesundheitspersonal herausgegeben, die auch die Wiener Ärztekammer allen Mitgliedern empfiehlt. Um die Durchimpfungsrate zu erhöhen wird angeraten die empfohlene Influenza-Impfung im stationären Bereich während der Dienstzeit anzubieten. Darüber hinaus wird angeraten, dass der Dienstgeber eine Verpflichtung zur Impfung ausspricht - wobei eine Ablehnung nach einem Informationsgespräch selbstverständlich möglich sein muss.
Ao.Univ-Prof. Dr. Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, appelliert: "Wer im Gesundheitsbereich mit Patientenkontakt konfrontiert ist, hat auch eine Verantwortung seinen Patientinnen und Patienten sowie der Allgemeinheit gegenüber. Der Impfschutz ist eine wesentliche Vorsichtsmaßnahme, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden und eine Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung zu garantieren." In diesem Zusammenhang kommt die Ärztekammer ihrer Aufgabe nach, das Gesundheitspersonal aufmerksam zu machen, Bewusstsein für die Bedeutung der jährlichen Influenzaimpfung zu schaffen und Wissen über die Wirksamkeit der Influenzaimpfung bezogen auf den Schutz der Patientinnen und Patienten sowie den Selbstschutz speziell für das Gesundheitspersonal zu kommunizieren: pro immunisiertem Mitarbeiter steckt sich eine Person weniger mit Influenza an.

Influenza: Impfberatung in der Apotheke

"Wir Apotheker sehen es als unsere Aufgabe, das Impfbewusstsein der Bevölkerung zu stärken und dadurch die Durchimpfungsrate zu heben", so Dr. Christian Müller-Uri, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. Die Kunden erhalten in den Apotheken unkompliziert und rasch fundierte und seriöse Auskunft über alle empfohlenen Impfungen, die Impfintervalle und die unterschiedlichen Impfstoffe. Für die aktuelle Influenza-Saison sind zehn verschiedene Impfstoffe (zwischen EUR 19.45 bis EUR 47,80) verfügbar. Je nach Alter und Applikationsvorliebe empfehlen wir unterschiedliche Produkte, vom intramuskulären über den intradermalen bis hin zum intranasalen Impfstoff. Der neue intranasale Impfstoff ist für Personen ab einem Lebensalter von 24 Monaten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zugelassen. Alle Impfstoffe sind rezeptpflichtig.
Neben einer allgemein zu verbessernden Durchimpfungsrate hat die Impfung von Jugendlichen hohen Stellenwert. Müller-Uri: "Sie haben zwar noch ein gutes Immunsystem, stellen aber einen wichtigen Multiplikator in der Familie und Gesellschaft dar. Wir hoffen sehr darauf, dass die Durchimpfungsrate bei Jugendlichen steigt. Vielleicht kann die neue Applikationsform des nasalen Impfstoffes dazu beitragen, weil eben hier kein Stich mehr nötig ist."

Zusammensetzung der Influenzaseren für 2014/2015

Influenzaviren, vor allem der Typ A, sind in der Lage, von Zeit zu Zeit bestimmte Bestandteile der Virushülle, an denen sie normalerweise unser Immunsystem erkennt, zu verändern und damit eine für das Immunsystem neue und unbekannte Gestalt anzunehmen. Diese Hüllbestandteile nennt man Hämagglutinin und Neuraminidase. Deshalb ist eine jährliche Impfung mit dem jeweils angepassten Impfstoff erforderlich. Die Zusammensetzung wird jedes Jahr gemäß den Empfehlungen der WHO an die jeweils kursierenden Influenza-Subtypen angepasst. Im Februar des jeweiligen Jahres entscheidet die WHO über die Zusammensetzung des saisonalen Winter-Impfstoffes.
Für die Saison 2014/2015 hat die WHO folgende Empfehlung für die Zusammenstellung der Influenzaimpfstoffe für die nördliche Hemisphäre herausgegeben:
- H1N1: A/California/7/2009
- H3N2: A/Texas/50/2012
- B: Massachusetts/2/2012

Der Impfschutz beginnt in der Regel 2 bis 3 Wochen nach der Impfung. Die Impfung selbst ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Sie bewahrt nicht in jedem Fall vor einer Grippe, senkt aber auch bei diesen Patienten deutlich die Stärke der Beschwerden. Ein Schutz vor anderen Erkältungskrankheiten besteht nicht. Die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden.

Weiterführende Informationen im Internet:
Österreichischer Impfplan 2014:
http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Praevention/Impfen/Oesterreichisch
er_Impfplan_2014
Österreichische Ärztekammer: www.aerztekammer.at
Österreichische Apothekerkammer: www.apothekerkammer.at

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5903

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.

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