KORRIGIERTE NEUFASSUNG der OTS0021 vom 22.9.2014: TKG unterstützt eine verbindliche Verankerung der Koran-Übersetzung

Wien (OTS) - TKG fordert Koran Demokratie und eine verbindliche Koran-Übersetzung. Das könnte das Bekenntnis der MuslimInnen zum Rechtsstaat nur stärken. Der wahre "schura" (das System der Beratung und Kontrolle) und der wahre "bajat" (den Gesellschaftsvertrag) im Koran muss man verstehen und nicht missbrauchen bzw. vertuschen.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)
unterstützt die Bereitschaft von Bundesminister Sebastian Kurz, im neuen Islamgesetz eine einheitliche und verbindliche deutsche Koranübersetzung zu verankern, erklärte der TKG-Obmann Birol Kilic.

Bei diesem Themenbereich handelt es sich nicht wie die IGGÖ behauptet um ein "sehr komplexe Thema" weil die Deutungshoheit der verschiedenen Texte nicht bei verschiedenen islamischen Autoritäten liege stellte Kilic fest.

"Im Islam ist laut den Prinzipien des Koran-sprich Einheitsprinzip ("Tevhid") darf keine Zwischeninstanz, kein Islamischen Autorität, Paps, Priester oder kein Organ geben, welche zwischen Gott und dem Menschen steht. Die Propheten wurden sogar mehrmals in vielen Versen im Koran ausdrücklich gewarnt, dass sie außer der frohen Botschaft zu vermitteln, sonst keine Wächter-Verwalter Aufgabe ( " Vekil" ) haben. Im Islam gibt es keinen Oberhirten bzw. Vertreter der Unterhirten und Schafskultur. Nicht einmal der Prophet ist nach den koranischen Prinzipien der Wächter, Verwalter ( "Vekil") im Namen Gottes", betont TKO Obmann Kilic.

"Im Koranischen Islam ist sogar eine klare Trennung von Staat und Religion gefordert. Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen sei. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet:
Das Zeitalter ist beendet, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen. Der Koran verkündet, dass die Theokratie aus dem Leben der Menschen weichen soll. Diese Aussage des Korans ist die wichtigste Wahrheit, die in den islamischen Gesellschaften verschwiegen und auch in Österreich vertuscht und versteckt wird. In Österreich darf man das auch nicht unter dem Vorwand " sehr komplexe Thema" erlauben. Der Islam der Traditionen, also der falsche Islam (außerhalb Koran) , hat leider alle islamischen Grundlagen und Werte im Koran, die den Menschenrechten und damit auch der Demokratie den Weg bahnen und sie stärken könnten, außer Kraft gesetzt. Diese Entwicklung begann, als die despotische Umayyadischen Muawiye-Yezid I Monarchie-Dynastie (660-6683) zur Religion erklärt wurde. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit dargestellt (siehe hierzu Sure 27, Vers 34). Dass es dennoch die Oberhand gewann, wurde möglich, weil man den Säkularismus in einen Gegensatz zur Religion stellte. Säkularismus bedeutet aber nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Säkularismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes. Daher halte wir es nicht für möglich, dass die islamischen Gesellschaften sich demokratisieren können, ohne dass es eine wirklich säkulare Verfassung gibt. Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen sei. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet: Das Zeitalter ist beendet, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen Weil nach dem Verständnis des wahren Islams, der sich auf den Koran beruft, ist die Macht, ein Volk zu führen, ein rechtsstaatliches Gut. Dieses darf nicht für despotische Herrschaft missbraucht werden. Nur jene dürfen es an sich nehmen, die seiner würdig sind. Dieses Gut kann dem Einzelnen durch Wahlen anvertraut und falls notwendig auch wieder entzogen werden. Diejenigen, die den Despotismus zur Religion erklären, fragen oft: " Warum Demokratie? Demokratie bedeutet "Wille des Volkes". Welches Volk hat den Propheten Mohammed gewählt? Und warum überhaupt Wahlen?" Diesen Wortführern muss man entgegenhalten: "Den Propheten Mohammed hat Gott selbst berufen. Hat Gott auch die Könige, Sultane, Kaiser jetzige Terormiliz IS Khalifen berufen? Hat Gott etwa Saddam, den Schah von Persien oder andere Könige und Herrscher berufen?" Die Herrschenden täuschen das Volk und fragen: " Wenn eine Theokratie besteht, dann werdet ihr von Gott geführt. Wollt ihr euch darüber beschweren? "Und weil das Volk die wahren Grundlagen des Islam nicht kennt, kann es die folgenden Fragen nicht stellen: "Nur Propheten können eine Theokratie leiten. Aber wenn die Zeit der Propheten abgeschlossen ist, wie kann dann eine Theokratie fortgeführt werden? Seid ihr denn Propheten, dass ihr euch auf Gott beruft und uns regieren wollt?" Nach dem Koran sollen sich die Regierenden und Herrschenden auf die Prinzipien der "schura" (das System der Beratung und Kontrolle) und "bajat" (den Gesellschaftsvertrag) stützen. Gott hat dem Propheten Mohammed, den er selbst gesandt hat, aufgetragen, sich auf diese beiden Prinzipien zu stützen. Was der Koran über das Regieren und Herrschen sagt, ist klar und deutlich: Die Zeit nach dem Propheten Mohammed ist die Zeit der "schura" und "bajat". Das heißt, an die Adresse der Herrschenden gerichtet: "Ihr werdet das Volk führen und leiten, ihr werdet von den Menschen die Legitimation hierzu erhalten, ihr werdet gewählt werden. Und wenn das Volk euch abwählt, dann sollt ihr gehen. TKG unterstützt infolgedessen unter diese Interpretation eine verbindliche Koran-Übersetzung im Islam-Gesetz in Österreich zu verankern", schloss TKO Obmann Kilic.

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