Kunst? Nein: Sachbeschädigung durch Graffiti!

Wien (OTS) - 13 Sachbeschädigungen pro Tag werden durch Graffitis verursacht. Österreichweit entstehen dabei jährliche Schäden in Millionenhöhe. Vor allem für Städte sind Sprayer ein großes Problem und die Vergehen längst keine Kavaliersdelikte erläutern das Bundeskriminalamt (.BK) und der österreichische Versicherungsverband VVO.

In Österreich wurde im Jahr 2013 "Sachbeschädigung durch Graffiti" 4.585 Mal zur Anzeige gebracht. Mehr als die Hälfte aller Delikte werden in Wien angezeigt, die Bundesländer folgen in großem Abstand. Sachbeschädigung durch Graffiti ist national und international ein urbanes Problem. Die Aufklärungsquote liegt im langjährigen Durchschnitt österreichweit bei rund 20 Prozent, die Schäden gehen jährlich in die Millionenhöhe.

Hoher Schaden - Schwierige Motivlage der Täter

"Die Täter sind sich in sehr vielen Fällen sehr wohl bewusst, welches Delikt sie setzen und welche hohen Schäden sie anrichten. Sie planen ihre Aktionen, vermummen sich und einer steht Schmiere", so Mag. Herwig Lenz von der Kriminalprävention des Bundeskriminalamtes. Die Ermittlungsansätze für die Polizei sind schwierig, die Täter agieren an dunklen, oft nur schwer erreichbaren Orten und sind eine eingeschworene Gemeinde. Kriminalprävention wirkt nur zum Teil, da viele es als "Kick" ansehen und durch ihre Graffitis Achtung innerhalb der Szene erlangen. "Dabei kann das Sprayen lebensgefährlich sein. Gerade bei
U-Bahnen oder Bahnstrecken besteht die Gefahr durch Hochspannungsleitungen oder heranfahrende Züge" warnt Lenz.

Schutz vor Graffiti?

Grundsätzlich ist ein Schutz vor Graffiti mit Aufwand verbunden. Spezialanstriche, die das Entfernen der ungewünschten Motive erleichtern oder unebene Oberflächen sowie farbenfrohe Wände können helfen, die Täter von ihrem Vorhaben abzuhalten. Auch eine begrünte Fassade und Licht in Kombination mit einem Bewegungsmelder schreckt Sprayer ab. Die Erfahrung zeigt, dass diese Maßnahmen keinen absoluten Schutz darstellen, dass man aber so den Anreiz der Täter zum Sprayen deutlich reduzieren kann.

Warum Graffiti?

Oft geht es den meist Jugendlichen nur um den Respekt ("fame") der Szene. Die oft strafunmündigen Täter agieren innerhalb ihrer Gruppe ("crew") und steigern durch das Anbringen ihrer "tags" das Zusammengehörigkeitsgefühl und ihren eigenen Wert. Zur Darstellung dienen öffentliche Verkehrsmittel und Flächen, die für möglichst viele Menschen möglichst gut sichtbar sind. Auch das Erwischt werden hat seinen Reiz: es gibt einen gewissen "Kick", es ist ein Abenteuer.

Hohe Strafen - lebenslange Folgen

Tatsächlich ist dieser "Kick" ein strafrechtliches Delikt. Sachbeschädigung (§ 125 StGB) und schwere Sachbeschädigung (§ 126 StGB) kommen hier zum Tragen, weist der österreichische Versicherungsverband VVO hin.
Es sind Strafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren vorgesehen. Nicht zu vergessen sind auch die zivilrechtlichen Klagen der Geschädigten, die der Täter durch den hohen Schaden oft ein Leben lang nicht zurückzahlen kann.

Warnsignale und Einfluss der Eltern

Oft haben Eltern auch einen entscheidenden Einfluss, die womöglich kriminellen Handlungen ihrer Kinder zu bemerken. Wenn sie merken, dass sich das Kind sehr für Graffiti interessiert, sich Literatur darüber besorgt, die eigene "tag" für persönliche Gegenstände oder im häuslichen Umfeld benützt oder sich häufig Sprühdosen beschafft. Dann sind dies Zeichen dafür, dass womöglich hier ein illegaler Sprayer heranwächst. Der Experte der Kriminalprävention rät:" Unsere Präventionsbeamtinnen und -beamten sind an Schulen und in Jugendeinrichtungen unterwegs und klären über die Folgen dieser Sachbeschädigungen auf. Aber wir können nicht überall sein. Gerade Eltern sollen auf die Zeichen ihres Kindes achten und darüber aufklären, dass es sich um ein strafrechtliches Delikt handelt", so Lenz. Durch die Kriminalpräventions-Dienststellen der jeweiligen Landespolizeidirektionen werden im 4. Quartal 2014 wieder 45.000 Info-Karten, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen, an die Zielgruppe verteilt.

Was tun nach einer Sachbeschädigung durch Graffiti?
Erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei! Hilfreich ist dazu auch die Sachbeschädigung zu fotografieren und der Anzeige beizulegen.

Sachbeschädigungen durch Graffiti 2013 nach Bundesländern:

Angezeigte Fälle Jahr 2013 Österreich Gesamt 4.585 Burgenland 53 Kärnten 168 Niederösterreich 527 Oberösterreich 398 Salzburg 242 Steiermark 427 Tirol 249 Vorarlberg 148 Wien 2.373

Quelle: .BK/Polizeiliche Kriminalstatistik

Rückfragen & Kontakt:

VVO Versicherungsverband Österreich
Mag. Dagmar STRAIF
T.: 01/711 56/289
F.: 01/711 56/270
E.: dagmar.straif@vvo.at
www.vvo.at

Bundeskriminalamt
Mario HEJL, BSc, MA
T.: 0664/614 37 44
E.: mario.hejl@bmi.gv.at
www.bundeskriminalamt.at

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