Igel-aktive Zeit beginnt: Erstes Jungtier in der EGS Haringsee gelandet

VIER PFOTEN: Igel gehören aber nur im Ausnahmefall in menschliche Obhut

Wien (OTS) - Die von VIER PFOTEN unterstützte Eulen- und Greifvogelstation (EGS) in Haringsee versorgt regelmäßig auch kleine Säugetiere. Vor wenigen Tagen erst nahm das Team um Dr. Hans Frey ein Igel-Jungtier auf: Eine Frau aus Leopoldsdorf bei Wien hatte es vorige Woche mehrere Tage lang beobachtet. Es war extrem matt, reagierte kaum und lag auch bei Tag ungeschützt am Boden. Da vor allem Letzteres für Igel sehr untypisch ist, brachte die engagierte Dame es in die EGS.

Dort wird das Jungtier, das bei Ankunft 220 Gramm wog, nun rund um die Uhr gepflegt. Es entwickelt sich ausgezeichnet und nimmt entsprechend an Gewicht zu. Das EGS-Team ist daher zuversichtlich, dass es den Winter gut überstehen wird und erwartet, den kleinen Igel nach dem Winterschlaf wieder auswildern zu können.

Untertitel: Tiere nur in Ausnahmefällen in Obhut nehmen!

Mit dem Beginn des Herbstes beginnt die Igel-aktive Zeit: Die Tiere bereiten sich in dieser Jahreszeit auf den Winterschlaf vor. VIER PFOTEN warnt in diesem Zusammenhang vor falsch verstandener Fürsorge:
Denn der Igel ist ein streng geschütztes Wildtier und gehört nur im Ausnahmefall in menschliche Obhut.

"Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen", erklärt Irina Fronescu, Kampagnenmitarbeiterin von VIER PFOTEN. Wichtig ist es, den Rat von einer Wildtierstation wie der EGS einzuholen, wenn man einen Igel gefunden hat, der Hilfe braucht. Denn die Versorgung der Tiere ist nicht einfach, und Laien können leicht Fehler machen.

Prinzipiell gilt: Schwache Tiere müssen nicht aus ihrem natürlichen Umfeld gerissen werden; Erste Hilfe ist auch vor Ort möglich, z.B. mit einer Futterstelle in geschützter Lage. Außerdem sollten Laub-, Reisig- oder Komposthaufen im Garten belassen werden. Sie bieten den Igeln Schutz vor Wind und Wetter.

Die wenigsten Jung-Igel werden wirklich verlassen, so Irina Fronescu:
" Muttertiere lassen den Wurf auf der Suche nach Nahrung immer wieder für mehrere Stunden allein. Ein vermeintlich verlassenes Jungtier sollte man daher zunächst genau beobachten, ehe man den Kleinen in Obhut nimmt."

VIER PFOTEN hat zu dem Thema einen Igel-Ratgeber erstellt, der ausführliche Tipps beinhaltet, was bei der Pflege eines Igels zu beachten ist. Interessierte können ihn unter
http://www.vier-pfoten.at/files/Austria/Service/Downloads/121218_HT_I
gel_AT.pdf einsehen.

In der EGS Haringsee haben vergangenen Winter 55 Igel überwintert. Die stacheligen Gäste wurden alle, sobald sie wieder wach waren und gefressen haben, in die Natur entlassen.

Mehr Informationen zur EGS finden Sie auf:

www.egsoesterreich.org oder jeweils aktuell auf
https://www.facebook.com/pages/EGS-Verein-Eulen-und-Greifvogelschutz-%C3%96sterreich/187648491277086

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