Neues Volksblatt: "Helfen wollen" von Markus EBERT

Ausgabe vom 23. September 2014

Linz (OTS) - Es verbietet sich selbstredend, im Zusammenhang mit der Asyl-Problematik von einer "heißen Kartoffel" zu sprechen, die zwischen den diversen Ebenen hin- und her gereicht werde. Denn es geht um Menschen, die Hilfe suchen und Hilfe verdient haben - und umso bedauerlicher ist es auch, dass es gerade hier äußerst unterschiedliche Wahrnehmungen gibt. Jene, die "Das Boot ist voll" rufen, haben vergessen, wie aufnahmefähig und aufnahmebereit Österreich im Zuge des Jugoslawienkrieges war, als ein Vielfaches der heutigen Asylwerber zu versorgen war. Man kann aber auch das Gesetz über den Menschen stellen - wie jene, die sich in ihrer Weigerung, Unterkünfte bereit zu stellen, auf Rechtsaspekte wie die Flächenwidmung berufen. Oder man legt es so zynisch an wie der Verteidigungsminister, der wissen muss, dass sein Kasernen-Vorschlag mehr als Provokation denn als ernstgemeinte Problemlösung verstanden werden muss.
All diese Diskussionen freilich helfen den Betroffenen nicht weiter, denn sie brauchen unmittelbar und umgehend Unterstützung. Natürlich trifft zu, was Diakonie-Direktor Michael Chalupka sagt - dass nämlich die Frage der Versorgung von Flüchtlingen in Österreich "eine Frage des Wollens und nicht des Könnens" ist. Verstärkte Anstrengungen aller Beteiligten sollten dokumentieren, dass dieser Wille zum helfen Wollen tatsächlich vorhanden ist.

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