ÖGB-Zellhofer: Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen

Demografische Entwicklung der Bevölkerung erfordert Wandel der Pflege

Wien (OTS/ÖGB) - "Das historische Bild der Pflege mit Eigenschaften wie Selbstaufopferung, Nächstenliebe und Weiblichkeit gehört der Vergangenheit an. Das Berufsbild der Pflege ist seit vielen Jahren aufgrund der neuen Herausforderungen in einem Prozess der Professionalisierung und Akademisierung", stellte der Vorsitzende der ÖGB-ARGE Fachgruppenvereinigung der Gesundheits- und Sozialberufe (ÖGB-ARGE-FGV), Josef Zellhofer, bei der heutigen Pflege-Enquete des Seniorenrates fest.++++

Dabei gehe die Tendenz eindeutig in Richtung einer vermehrten Autonomie der Pflege, die auch neue Handlungsfelder entstehen lassen werden. Zellhofer: "Auf der Bühne der PatientenInnen-Versorgung kommt den ÄrztInnen schon längst nicht mehr die alleinige Hauptrolle zu und es ist zu erwarten, dass sich dieser Prozess durch neue Rollen der verschiedenen Gesundheits- und Sozialberufe in Zukunft noch mehr verstärken wird."

"Da sich die Phase des Alters mittlerweile zu einer über mehrere Jahrzehnte gehende Lebensspanne ausgedehnt hat, handelt es sich bei älteren Menschen um eine äußerst heterogene Gruppe mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. Um Menschen gesund, autonom und selbstbestimmt in die und während der Lebensphase des Alters zu begleiten, bedarf es eines sehr großen Angebots an unterschiedlichen Gesundheitsdienstleistungen, das von einer Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potenziale der Menschen, über die Prävention bis hin zur Unterstützung, Pflege und Betreuung kranker bzw. behinderter Menschen reichen muss", so Zellhofer.

Der ÖGB-ARGE-FGV-Vorsitzende weiter: "Um den neuen Herausforderungen im österreichischen Gesundheitssystem im Sinne einer optimalen PatientInnenversorgung bestmöglich gewachsen zu sein, bedarf es eines gut durchdachten Ausbildungs- und Berufsrechtes der verschiedenen Gesundheitsberufe. Es wird aber auch gelingen müssen, die Beschäftigen in den Berufen und Einrichtungen zu halten und neue Menschen für einen Gesundheits- und Sozialberuf zu interessieren."

Und es dürfe auch nicht auf jene Menschen vergessen werden, so Zellhofer, die wegen eines Gebrechens ihren erlernten Gesundheitsberuf nicht mehr ausüben können. "Auch sie müssen einen Berufsschutz erhalten, sodass sie nicht - wie dies derzeit bei der Pflegehilfe bzw. den SanitäterInnen der Fall ist - auf jede andere Tätigkeit, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch bewertet wird und die ihnen unter billiger Berücksichtigung der bisher ausgeübten Tätigkeiten zugemutet werden kann, verwiesen werden können", so der ÖGB-ARGE-FGV-Vorsitzende.

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