NEOS: Wiener Hauptbahnhof darf kein kulturelles Brachland bleiben

Meinl-Reisinger: "Chance auf ein Haus der Geschichte muss jetzt genutzt werden"

Wien (OTS) - Der neue Hauptbahnhof wird Wien als Kulturhauptstadt nach derzeitigem Planungsstand nicht gerecht. "Neue Bahnhöfe, die Milliarden kosten und doch nicht mehr sind als Knotenpunkte für Fastfood, Schuhgeschäfte und Drogeriemärkte schießen in den europäischen Hauptstädten in den letzten Jahren wie Schwammerln aus dem Boden. Es passt nicht zum Charakter Wiens und wäre eine auf Jahrzehnte vergebene Chance, wenn Wien den selben Weg wählt," so NEOS Kultursprecherin Beate Meinl-Reisinger zu jüngsten Berichten, laut denen sich kein Kulturangebot für den Hauptbahnhof abzeichnet.

"Nachdem Ideen wie eine neue Musicalbühne oder ein Umzug des Wien Museums ausgeschieden sind, geht der neue Hauptbahnhof zu seiner Eröffnung im Herbst leider als kulturelle Wüste an den Start," bedauert Meinl-Reisinger. Dabei ließe sich dies durch ein anderes längst überfälliges Projekt vermeiden. Für die seit Jahren verschobenen Planungen eines "Haus der Geschichte" könnte sich der Bahnhofsbau als Chance erweisen. Seit Jahren findet sich dieses Vorhaben im Regierungsprogramm, nun droht eine weitere Möglichkeit ungenutzt zu verstreichen.

Das Heeresgeschichtliche Museum, welches zwar eine umfassende und beeindruckende Militärschau ausstellt, aber kaum zur geschichtskritischer Vermittlung und Bildung beiträgt, sollte dafür vom Verteidigungsministerium weg in eine Stiftung eingebracht und zum Haus der Geschichte umgewandelt werden. An dieser Stiftung könnten neben dem Kulturressort im Bund auch die Stadt Wien und private Unterstützer beteiligt sein.

"Ein Haus der Geschichte, das kritisch reflektiert, anstatt nur die Vergangenheit zu verklären, sollte nach einhelliger Expertenmeinung unbedingt ein Neubau sein. Nur jetzt noch kann ein zukünftiges "HGÖ" schlüssig auf den Bahnhofsneubau abgestimmt werden. Eine derartige architektonische Intervention und Vermittlungsinstitution ist in Wien längst überfällig. Für einen Ort der kritischen kulturellen und historischen Bildung wäre der Haupbahnhof als Knotenpunkt, an dem sich die europäischen Wege treffen, der ideale Ort," appelliert Meinl-Resinger vor allem auch an den Gestaltungswillen der Wiener Stadtregierung.

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