Immer mehr und immer länger: AK fordert Kampf gegen die Arbeitslosigkeit

Linz (OTS) - Seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise ist in Österreich die Zahl der Personen, die über einen langen Zeitraum arbeitslos sind, deutlich gestiegen. Im Jahresdurchschnitt 2013 hatten 32.850 (OÖ: 3115) Personen eine Arbeitslosigkeitsvormerkdauer von über sechs Monaten und unter einem Jahr - um 11.945 Personen mehr als im Jahr 2008. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr) stieg im gleichen Zeitraum von 5746 auf 6795 Personen.

Das zentrale Problem ist die Knappheit an Arbeitsplätzen. Es braucht daher eine aktive Wirtschaftspolitik, die durch konjunkturbelebende Maßnahmen mehr Beschäftigung ermöglicht. Der Entlastungseffekt auf dem Arbeitsmarkt würde auch zu kürzeren Arbeitslosigkeitsperioden führen und die Anzahl an Langzeitarbeitslosen senken. Darüber hinaus können Qualifizierungsmaßnahmen die Wiedereingliederungschancen von Langzeitarbeitslosen verbessern.

Während junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren im Falle von Arbeitslosigkeit wieder relativ schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden können, steigt die Gefahr der Langzeitarbeitslosigkeit mit zunehmendem Alter stark an. Knapp 60 Prozent aller Langzeitarbeitslosen sind älter als 45 Jahre. "Die Einführung eines Bonus-Malus-Systems, wie es im Regierungsübereinkommen verankert ist, ist daher ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von älteren Arbeitnehmern", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Unternehmen, die den geforderten Anteil älterer Beschäftigter nicht erreichen, müssen Strafe zahlen und damit einen Teil der Kosten, die sie durch ihre altersfeindliche Personalpolitik auf die Allgemeinheit abwälzen, selber tragen. Unternehmen, die mehr Ältere beschäftigen bzw. einstellen als vorgeschrieben, werden mit einem Bonus belohnt.

Lang anhaltende Arbeitslosigkeit führt vor allem zu Resignation und Apathie und kann soziale Isolation und politische Inaktivität auslösen. Erwerbsarbeit hat nach wie vor einen zentralen Stellenwert in der Gesellschaft, fördert soziale Beziehungen und verschafft Anerkennung. Arbeitslosigkeit hingegen bringt Einkommensverlust, erhöhte Armutsgefährdung und oftmals gesundheitliche Probleme mit sich. "Ein Teufelskreis, denn die Armut der Arbeitslosen dämpft den privaten Konsum und schwächt die Konjunktur. Das führt zu einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit", erklärt Kalliauer.

Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto höher ist das Armutsrisiko: Liegt dieses bei Menschen, die bis zu fünf Monate arbeitslos sind, noch bei 22 Prozent, so ist es bei ganzjährig arbeitslosen Menschen mehr als doppelt so hoch (47 Prozent). Hauptgrund dafür ist, dass Arbeitslosengeld und Notstandshilfe in Österreich viel zu niedrig sind.

Arbeitslosigkeit und Armut machen krank: Personen mit Erkrankungen haben ein erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko und längere Arbeitslosigkeitsperioden. Auf der anderen Seite wirkt sich lang anhaltende Arbeitslosigkeit negativ auf die Gesundheit aus. Häufig führt somit Arbeitslosigkeit auch zu einer Verschärfung von schon bestehenden gesundheitlichen Problemen.

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