Einsatz von "Paramedics" bei Notfällen bedeutet Umsetzung von Sparmaßnahmen durch Qualitätsverschlechterung

NÖ Ärztekammer: Notfallmedizin beginnt unmittelbar am Unfallort und ist ausschließlich durch Ärztinnen und Ärzte zu leisten

Wien (OTS) - "Wir haben es in Österreich sehr selten mit Akutsituationen zu tun, bei denen der rasche Transport des ärztlich unbehandelten Patienten ins Spital aus medizinischer Sicht besser ist als das Stellen der Diagnose und die Einleitung von notfallmedizinischen Maßnahmen durch einen erfahrenen Notarzt", so Dr. Gerrit Loibl, MSc, Vizepräsident der NÖ Ärztekammer. Dr. Loibl, der selbst Notarzt ist und das Referat für Notfalldienste der NÖ Ärztekammer leitet, hält daher die Idee des Aufbaus eines Paramedic-Systems für den falschen Weg, wenn man es mit kranken Menschen gut meint: "Die Versorgung eines Notfallpatienten beginnt unmittelbar am Notfallort. Das gehört zu den schwierigen Aufgaben des ärztlichen Alltags in jedem Fachbereich. Oft genug stehen wenige Sekunden zwischen Leben und Tod. Das ist ein Tätigkeits- und Verantwortungsbereich, der eindeutig von Ärztinnen und Ärzten ausgeführt werden muss. Wer Paramedics für einen vollwertigen Ersatz von Ärztinnen und Ärzten hält, der hat offenbar noch nie von Schock-oder Schmerztherapie gehört."

Der Ersatz von Notärztinnen und Notärzten durch Paramedics muss aus Sicht von Dr. Loibl als Versuch der Politik gewertet werden, durch eine offensichtliche Qualitätsverschlechterung Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen umsetzen zu wollen: "Die Berufe Arzt und Paramedic sind in Bezug auf die Ausbildung überhaupt nicht vergleichbar. Offenbar geht es bei diesem Ansatz nur darum, hausgemachte Probleme so billig wie möglich lösen zu wollen. Es gibt in unserem Land nämlich genügend Notärzte. Die finanziellen und organisatorischen Bedingungen sind aber offenbar so schlecht, dass die Dienstpläne nicht mehr besetzt werden können. Es ist schade, dass sich die zuständigen Politiker offenbar von den falschen Leuten beraten lassen, denen theoretische Organisationsdaten wichtiger sind als praktische medizinische Qualität im Sinne der Patientinnen und Patienten."

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