Willi zu Stöger: Nicht die EU, sondern die Schweiz ist Bahn-Benchmark

Grüne: Besserstellung für Öffi-Pendler und 'zügige' Fernverkehrs-Offensive nötig

Wien (OTS) - "Bundesminister Stöger darf es sich nicht zu leicht machen und sich aus der "Nummer 1 in der EU" ein verkehrspolitisches Ruhekissen zu bereiten. Denn die Nummer 1 in der EU bleibt man auch bei rückläufigen Zahlen und Marktanteilen, wie man am Beispiel des Güterverkehrs sieht. Auch im Personenverkehr ist es leicht zu glänzen im Vergleich mit Ländern wie etwa Frankreich, Schweden, Italien oder östlichen Nachbarstaaten, wo ein massiver Rückbau des Bahnangebots in der Fläche erfolgt ist. Wir Grüne erwarten, dass sich Österreichs Verkehrspolitik nicht am EU-Mittelmaß, sondern an der Schweiz orientiert. Sie ist Bahn-Benchmark", sagt Georg Willi, Verkehrssprecher der Grünen, zur heutigen Jubelmeldung aus dem BMVIT.

Ein Blick auf die Fahrgastentwicklung der Bahn zeigt, dass die Zuwächse im Nahverkehr erfolgen. "Diese Herausforderung müssen ÖBB und BMVIT durch die höhere Gewichtung von Nahverkehrsprojekten im Infrastruktur-Rahmenplan der Bahn aufnehmen. Damit der Trend anhalten kann, ist Stöger auch gefordert, sich für eine Besserstellung der Öffi-Benutzer unter den PendlerInnen bei Pendlerpauschale und Co einzusetzen und Unsinns-Subventionen fürs Autofahren etwa im Bereich Firmenwagen aktiv entgegenzutreten", meint Willi.

Luft nach oben ist auch im Bahn-Fernverkehr: "Auf die Effekte von Großprojekten in 15 oder 20 Jahren zu setzen, ist für die Fahrgäste von heute kein Angebot. Die negative Fahrgastentwicklung im Fernverkehr kommt nicht von ungefähr. Dass sein neues Ressort die direkten Schnellzüge zwischen Graz und Linz zuerst gestrichen und sich dann jahrelang geziert hat, sie wieder zu bezahlen, wird Bundesminister Stöger als Oberösterreicher ja bestimmt nicht verborgen geblieben sein. Hier müssen erstens rasch ein attraktives Intercity-Konzept und eine Stabilisierung bei den Nacht- und Autoreisezügen her. Und zweitens muss das unflexible Railjet-Konzept dringend geöffnet werden, damit die Garnituren nachfragegerecht mit Einzelwaggons ergänzt werden können und die Radmitnahme nicht noch jahrelang zur Staatsaffäre wird", sagt Willi.

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