Sechs ORF-Produktionen beim "Prix Europa 2014"

"Clara Immerwahr", "Spuren des Bösen - Zauberberg" und Ö1-Produktionen: "Hate Radio", "Das traurige Spiel um das kleine Glück" und "WAGner DICH!"

Wien (OTS) - ORF beim "Prix Europa": Von 650 Bewerbungen aus 35 Ländern haben es sechs ORF-TV- und ORF-Radio-Produktionen in den Wettbewerb um den Prix Europa 2014 geschafft. Das renommierte Festival, das vom 18. bis 24. Oktober in Berlin stattfindet, hat Harald Sicheritz' ORF/ARD-Melodram "Clara Immerwahr" (Kategorie: TV Fiction) sowie Andreas Prochaskas dritten Film der ORF/ZDF-Thrillerreihe "Spuren des Bösen - Zauberberg" (Kategorie: TV Fiction) und die "kreuz und quer"-Dokumentation "Gottes Krieger -Gottes Feinde" (Kategorie: TV Current Affairs) von Peter Kullmann und Magdalena Maier nominiert. Weiters ins Rennen um die begehrte Auszeichnung gehen die Ö1-Radioproduktionen in der Kategorie "Radio Fiction" aus dem Ö1-Hörspiel-Studio "Hate Radio", aus der Ö1-Reihe Hörbilder "Das traurige Spiel um das kleine Glück" (Kategorie: Radio Documentary) und in der Kategorie "Radio Music" "WAGner DICH!". Die Preise werden am Abend des 24. Oktober im Haus des Rundfunks im Rahmen einer festlichen Galaveranstaltung übergeben.

ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner: "'Clara Immerwahr' und die 'Spuren des Bösen - Zauberberg' sind großartige Beispiele für gut erzählte Geschichten. 'Clara Immerwahr', die spannend und einfühlsam erzählte Geschichte einer starken Frau, die 'Spuren des Bösen', ein Krimi der Extraklasse. In beiden Fällen sind es starke Partnerschaften, die diese unverwechselbaren Geschichten, mit denen wir beim Publikum - und wie diese Nominierungen zeugen - auch international auffallen, möglich gemacht haben."

"Ich freue mich über die Nominierung der drei Ö1-Sendungen beim Prix Europa. Diese sind exzellente Beispiele für die hervorragende inhaltliche Umsetzung komplexer Themen und innovative und kreative Gestaltungsformen", so ORF-Radiodirektor Mag. Karl Amon.

Die Nominierungen im Überblick

Kategorie "TV-Fiction":
"Clara Immerwahr"

Im gleichnamigen ORF/ARD-Melodram von Harald Sicheritz schlüpft Katharina Schüttler in die Rolle der brillanten Chemikerin Clara Immerwahr, die gemeinsam mit ihrem Mann Fritz Haber, dargestellt von Maximilian Brückner, die Welt verändern will - bis genau daran schließlich nicht nur die Beziehung zerbricht. Neben Katharina Schüttler und Maximilian Brückner sind in weiteren Rollen unter der Regie von Harald Sicheritz u. a. August Zirner, Stefanie Dvorak, Elisabeth Orth, Peter Simonischek, Philipp Hochmair, Simon Schwarz, Wolf Bachofner und Adele Neuhauser zu sehen.

"Clara Immerwahr" ist eine Produktion der MR-Film in Koproduktion mit dem ORF und ARD, gefördert von Fernsehfonds Austria und Filmfonds Wien.

"Spuren des Bösen - Zauberberg"

Als Verhörspezialist Richard Brock stellt Heino Ferch die richtigen Fragen und weiß, wie man Menschen zum Reden bringt. Im dritten Teil verlässt Richard Brock Wien und fährt auf den "Zauberberg", wo er es mit einer Kindesentführung zu tun bekommt. An der Seite von Heino Ferch spielen u. a. Cornelius Obonya, Ulrike Beimpold, Thomas Stipsits, Marie-Lou Sellem und Gerald Votava. Für die Regie zeichnet Andreas Prochaska nach einem Drehbuch von Martin Ambrosch.

"Spuren des Bösen - Zauberberg" ist eine Koproduktion von Aichholzer Filmproduktion GmbH, ORF und ZDF, gefördert von Fernsehfonds Austria und der Fernsehfilmförderung des Filmfonds Wien sowie dem Land Niederösterreich und der Cinestyria Filmcommission and Fonds.

Kategorie "TV Current Affairs":
"Gottes Krieger - Gottes Feinde"

Peter Kullmann und Magdalena Maier machten sich in der "kreuz und quer"-Dokumentation "Gottes Krieger - Gottes Feinde" in Nigeria auf die Suche nach dem Ursprung dieses Konflikts. Ihre Spurensuche im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, dessen Einwohner je zur Hälfte Christen und Muslime sind, war äußerst heikel, gehören doch Anschläge - etwa auf Kirchen und Moscheen - inzwischen zur Tagesordnung. Im Zentrum des eindringlichen Porträts eines von Gewalt bestimmten Landes steht Boko Haram.

Kategorie "Radio Fiction":
"Hate Radio"

Das Hörspiel "Hate Radio" zeigt, dass Worte töten können. Und es getan haben. Der Massenmord, der sich 1994 in Ruanda ereignete, hatte einen "Soundtrack", und der kam aus dem Radio. Auf dem populären Sender rtlm wurden coole Moderationen, aktuelle Sportnachrichten und die neueste Popmusik verbunden mit Hasspropaganda und gezielten Aufrufen zum Mord. Wenn die Hörer anriefen, wünschten sie sich Musik und denunzierten die Verstecke derjenigen, die als Nächste zu Opfern des Genozids werden sollten. Der lässige Stil, der Groove und die Formate von rtlm sind die gleichen wie die von Radiostationen überall auf der Welt. Man muss nur wenige Namen, Orte und Zeitbezüge weglassen und das, was dieses Radio begleitete und auslöste, könnte überall auf der Welt geschehen sein oder noch geschehen. Der Schweizer Journalist, Film- und Theatermacher Milo Rau hat die Rolle des Radios im Zusammenhang mit dem Völkermord in Ruanda minutiös recherchiert und zunächst als Bühnenstück herausgebracht. In einer Gemeinschaftsproduktion des Westdeutschen Rundfunks mit Ö1 wurde das Geschehen nun in jenes Medium zurück verlagert, das nicht zum ersten Mal in der Geschichte zum Vorbereiter und Helfershelfer politischer Gräueltaten wurde.

Kategorie "Radio Documentary":
"Das traurige Spiel um das kleine Glück - Sieben Szenen aus dem Einflusskreis eines Automaten"

"Das traurige Spiel um das kleine Glück - Sieben Szenen aus dem Einflusskreis eines Automaten" lautet der Titel eines von Franziska Dorau gestalteten Features in den Ö1-"Hörbildern". Von allen Arten des legalen Glücksspiels hat, laut einer Studie des Hamburger Instituts für Suchtforschung, der Spielautomat das höchste Suchtpotenzial. Die österreichische Gesetzgebung hat für das Automatenspiel - sofern es nicht in einem großen Casino stattfindet -den Begriff "kleines Glücksspiel" geprägt. Durch die Besteuerung des "kleinen Glücks" fließen Millionen in die Kassen der österreichischen Bundesländer. Doch stellt sich die Frage, ob die Folgekosten - die Therapiestunden für Süchtige, die soziale Unterstützung für Verschuldete, die finanziellen Schäden durch Beschaffungskriminalität - nicht weitaus höher sind als diese Steuereinnahmen? In sieben Szenen kommen Protagonisten aus dem Umfeld des Automatenglücksspiels zu Wort.

Kategorie "Radio Music":
"WAGner DICH!"

Im Rahmen seines Schwerpunktes "Open Innovation" rief Ö1 vergangenes Jahr zum kreativen Ungehorsam auf und sammelte von Ö1-Hörer/innen neu komponierte "Walkürenritte". Eine Auswahl der Ergebnisse präsentierte Hans Georg Nicklaus in "Apropos Musik" am 22. Mai 2013, dem 200. Geburtstag Richard Wagners. Ausgangspunkt und Inspirationsquelle für die Walkürenritte der Ö1-Hörer/innen sollte jene berühmte Fanfare sein, die Wagner an den Beginn des dritten Aufzugs seiner Oper "Die Walküre" setzte, die auf jede beliebige Weise neu gespielt, bearbeitet, verdreht und "verwurstet" werden konnte. Oder aber die Figur der Walküre aus der nordischen Mythologie. In diesem Sinne sammelte "WAGner DICH!" neue Walkürenritte - sei es als Ritt gegen Wagner, sei es als Ritt für Wagner. Es sollte ein "Ritt" sein, der von Wagners Musik ausging, seine Fanfare neu fasste, neu begriff -oder frei zur Figur der Walküre assoziierte.

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