Innovative Gebäude sind mehr als ein Passivhaus

Innovative Gebäude fordern mehr als die Kriterien des Passivhauses.

Wien (OTS) - "Innovative Gebäude sind mehr als ein Passivhaus" -davon sind die Mitglieder der Plattform Innovative Gebäude überzeugt. Aus diesem Grund haben sie die Enge der IG Passivhaus aufgebrochen und präsentieren sich im Herbst 2014 als Plattform Innovative Gebäude mit einem viel breiteren Themenspektrum.

Seit der Gründung im Jahr 2003 hat die IG Passivhaus die Entwicklung energieeffizienter Gebäude maßgeblich mitgestaltet. Unbestritten ist Österreich heute einer der Vorreiter energieeffizienten Bauens in Europa. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen will die Plattform Innovative Gebäude künftig ein flexibleres und ganzheitliches Konzept von Bauen und Wohnen verwirklichen. Der neue Kriterienkatalog umfasst die sechs Säulen Umwelt, Effizienz, Architektur, Gesundheit und Komfort, Technik und Energie. "Zur Erfüllung dieser Kriterien stehen uns heute die besten Baustoffe und erprobte technische Lösungen zur Verfügung. Wir können heute Konstruktionen verwirklichen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären", so DI Johannes Kislinger, Vorstandsvorsitzender des Dachverbands Innovative Gebäude:
"Die große Herausforderung für uns Architekten und Planer ist jetzt, das Optimum aus diesen modernen Baustoffen und technischen Konzepten herauszuholen und daraus wirklich innovative Gebäude zu schaffen. Es geht um vernetztes Denken."

Kislinger erläutert diese Philosophie anhand eines Beispiels: In jedem Hotel oder Verwaltungsgebäude werden heute hocheffiziente Fahrstühle eingebaut. Diese Produkte sind technisch auf höchstem Niveau. Den Stiegenaufgang dagegen muss man meist suchen. Im Sinne eines intelligenten Gebäudes wäre es, den Gebäudenutzern beide Möglichkeiten anzubieten: Die Treppe für die gesundheitsfördernde Bewegung, der energieeffiziente Fahrstuhl für die oberen Stockwerke. Kislinger: "So verbindet ein innovatives Gebäude Energieeffizienz mit Gesundheit."

Gibt Vorarlberg wieder die Richtung vor?

Ein anderes Beispiel ist das viel kritisierte Passivhaus auf der grünen Wiese. Seine wunderbare Energiebilanz wird durch den unumgänglichen Individualverkehr beim freistehenden Einfamilienhaus oft völlig ins Gegenteil verkehrt. "Deshalb sind wir der Meinung, dass auch Fragen der Mobilität und der Infrastruktur in die Überlegungen mit einfließen müssen", ergänzt DI Gerhard Zweier, Innovative Gebäude Vorarlberg.

Vorarlberg war das erste Bundesland, das den Passivhausstandard im sozialen Wohnbau als Förderkriterium verpflichtend eingeführt hatte. Die Erfahrung an konkreten Gebäuden habe dann aber gezeigt, dass durch den Fokus auf das Passivhaus andere Faktoren viel zu wenig gewichtet wurden. Bei der jüngsten Novelle 2014 hat die Vorarlberger Landesregierung den Begriff Passivhaus wieder aus den Förderrichtlinien gestrichen. Durch die Festschreibung von höchstzulässigen Grenzen beim Heizwärme- und Primärenergiebedarf bleibt die Bedeutung von Energieeffizienz zwar erhalten, ist aber nicht länger das alles entscheidende Kriterium. So werden auch die Verbesserung des OI3-Index, also der ökologischen Baustoffwahl, der Einsatz von Solaranlagen oder auch der Anteil integrativer Wohnungen in einem Gebäude bewertet.

Mit breiterem Fokus auch mehr Durchsetzungskraft

Die Verbreiterung der Sichtweise führt auch dazu, dass sich mehr Planer, Industrieunternehmen und Interessenvertretungen mit der neuen Sichtweise des Verbandes identifizieren können. Derzeit sind 15 österreichweit tätige Mitglieder im Dachverband organisiert. Für das kommende Jahr strebt der Verband eine Steigerung auf 25 Mitglieder an, bis 2020 möchte die Gruppe auf 30 bis 40 Mitglieder wachsen. In den Regionalorganisationen sind derzeit 280 Unternehmen vernetzt, 2015 will man die 300er-Marke überspringen.

3 x 3 - die drei wichtigsten Ziele für die drei kommenden Jahre

  • Die starke Marke "Innovatives Gebäude"
  • Eine hohe Zahl an Mitgliedern, um mehr Durchsetzungskraft zu gewinnen
  • Etablierung des Gebäudestandards "Innovatives Gebäude"

Weil anschauliche Beispiele besonders überzeugend sind, präsentiert der Dachverband "Best Practice" Projekte auf seiner Website. Kislinger: "Wir laden alle Bauherren, die den Standard Innovatives Gebäude erfüllen, sehr herzlich ein, ihre erfolgreichen Projekte hier zu präsentieren und damit andere Bauherren zu inspirieren."

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5820

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Susanne Senft
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