Mückstein: Derzeitige Gesetzeslage zum Thema Sterbehilfe ist ausreichend

Palliativ- und Hospizbetreuung ausbauen und Patientenverfügung erleichtern

Wien (OTS) - Die Grünen lehnen die Festschreibung eines Verbots der Sterbehilfe ("Verbot des Tötens auf Verlangen") in der Verfassung ab. "Die derzeitige Gesetzeslage, die sowohl aktive Sterbehilfe als auch assistierten Suizid in Österreich verbietet, ist ausreichend", so die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein, "eine Verschärfung durch eine Verfassungsbestimmung würde die in Österreich noch ausständige Diskussion über Würde am Ende des Lebens und Sterbeprozesse abkürzen bzw. verhindern und stattdessen zu einer Polarisierung führen. Ein solches verfassungsmäßiges Verbot wird zudem der Dimension des Themas nicht gerecht."
Ein wichtiges Anliegen ist den Grünen der flächendeckende und leistbare Ausbau von Hospiz- und Palliativangeboten, sowie Verbesserungen im Bereich Schmerztherapie. Für professionelle Sterbebegleitung durch Palliativmediziner und geschultes Pflegepersonal muss es einen Rechtsanspruch geben.

"Wenn die ÖVP heute einen Stufenplan zur Hospiz- und Palliativversorgung fordert, so muss gesagt werden, dass es diesen bereits seit 2001 gibt, er aber leider noch immer nicht umgesetzt ist", so Mückstein, "hier muss einfach schneller umgesetzt werden". Ebenso wichtig ist für die Grünen eine breite Informationskampagne zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Diese beiden Instrumente, mit denen bestimmte medizinische Behandlungen im Falle einer späteren Nichteinwilligungsfähigkeit abgelehnt werden können und Personen für die Erledigung persönlicher Angelegenheiten bestimmt werden können, sind noch nicht wirklich in der Bevölkerung angekommen.

"Die Erstellung von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht muss vereinfacht und verbilligt werden", fordert Mückstein, "Selbstbestimmung am Lebensende darf nicht vom sozialen Status abhängen und muss allen Menschen möglich sein, Informationsmaterial muss auch in einfacher Sprache für Menschen mit Lernbehinderungen zur Verfügung stehen."
"Ein breiter gesellschaftlicher Diskurs zum Umgang mit Krankheit und Sterben ist dringend notwendig", so Mückstein, "die Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens", die bereits eingesetzt wurde, und noch im September zu arbeiten beginnt, wird dazu in den kommenden Monaten einen großen Beitrag leisten".

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0002