Reisecker zu Importsperre: Neue Offensive auf Märkten außerhalb der EU notwendig

Bauern sind nicht Verursacher, Finanzierung der Krisenpläne daher außerhalb der GAP

Wien (OTS) - Die Erschließung neuer Märkte außerhalb der EU und der weitere Ausbau der Absatzförderung sind die zentralen Forderungen von Copa-Cogeca, dem Europäischen Dachverband der Landwirtschafts- und Genossenschaftsorganisationen, bei der Sondersitzung des Copa-Präsidiums, wo gemeinsam mit EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos über die von der Kommission gesetzten und geplanten Krisenmaßnahmen nach Verhängung der Lebensmittel-Importsperre durch Russland beraten und diskutiert wurde.

"Die von der Kommission bisher gesetzten Maßnahmen sind zwar zu begrüßen, werden aber nicht ausreichen, um neue Märkte zu erschließen. Intervention und Private Lagerhaltung sind zwar wichtige Instrumente, um kurz- und mittelfristig den Druck von den Märkten zu nehmen, sie lösen aber langfristig gesehen das Problem nicht, weil eben die Produkte dann zeitverzögert wieder auf den Markt kommen. Europas Landwirte brauchen eine neue Offensive auf neuen Märkten außerhalb der EU und dafür muss die Kommission auch ausreichend Mittel zur Verfügung stellen. Die Landwirtschaft hat die Krise nicht verursacht, ist derzeit aber am stärksten davon betroffen. Es ist daher inakzeptabel, dass alle Mittel zur Finanzierung der Krisenmaßnahmen ausschließlich aus Agrartöpfen kommen", erklärte Franz Reisecker, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Österreich und Präsident der LK Oberösterreich, bei der jüngsten Sitzung des Copa-Präsidiums in Brüssel als Vertreter der heimischen Landwirte.

Auf EU-Ebene sei nun die rasche Festlegung neuer Exportschwerpunkte eine der wichtigsten Maßnahmen, denn die Entlastung der besonders betroffenen Sektoren müsse jetzt Vorrang haben. "Die bäuerliche Interessenvertretung verlangt, dass die Schäden durch den russischen Lebensmittel-Boykott nicht als Sonderlast bei der Landwirtschaft hängen bleiben. Wir fordern sowohl eine solidarische Finanzierung als auch gemeinsame Anstrengungen auf nationaler und europäischer Ebene, um die Krise auf den Märkten bestmöglich zu meistern", betonte Reisecker abschließend. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

LK-Pressestelle
Ludmilla Herzog MAS
Tel.: 01/53441-8522, E-Mail: l.herzog@lk-oe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIM0002