GPA-djp: Betriebsrätliche und gewerkschaftliche Mitbestimmung am Sports Direct Prüfstand

Seltsame Bekleidungsvorschriften - Hosen ohne Taschen

Wien (OTS/ÖGB) - Filialschließungen ohne Sozialplan, keine Informationen über die geplante Weiterführung des Unternehmens und eine Reihe eigenartiger Anweisungen - für die Beschäftigten von Sports Directs, wie Sport Eybl jetzt heißt, brachte die Übernahme durch das britische Unternehmen im April eine Reihe von Verschlechterungen und große Unsicherheit, weswegen sie jetzt ihre Gewerkschaft eingeschaltet haben. "Hier haben wir es tatsächlich wieder einmal mit einer Großbaustelle zu tun: die Geschäftsführung ist offensichtlich vom Eigentümer auf der Insel dazu angewiesen, britisches Recht auch in Österreich durchzusetzen, ohne unsere Rechtslage zu respektieren. Leidtragende sind die Beschäftigten", ärgert sich Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier).++++

"Ein großes Problem sind einmal die geschlossenen Filialen. Den betroffenen Beschäftigten wurde gesagt, sie sollen sich in anderen Filialen bewerben, dort würden sie ohnehin gebraucht. Davon wissen die Filialleiter aber nichts", konkretisiert Claudia Swoboda, Vorsitzende des Zentralbetriebsrates von Sports Directs. Gemeinsam mit VertreterInnen der GPA-djp wurde die Geschäftsführung mehrfach dazu aufgefordert, einerseits einen Sozialplan für die Betroffenen und andererseits ein Konzept für die Weiterführung der verbliebenen 53 Standorte vorzulegen: "Es geht ja auch in den anderen Filialen die Angst um", erklärt Swoboda, dass außerdem auch Anweisungen der Geschäftsführung für Unmut und Unsicherheit sorgen. Die Umstellung des Unternehmens auf das britische System bedeutete neben britischen Kassen und Computertastaturen beispielsweise auch, dass alle Daten der Beschäftigten in Großbritannien gespeichert werden und die Idee, die Zeiterfassung via Fingerprint einzuführen. "Wenigstens das haben wir in Österreich zu verhindern gewusst, zumal wir ja auch keine Betriebsvereinbarung über Datenschutz haben", berichtet Swoboda.

Empörung über Diebstahls-Generalverdacht

Für Ärger unter den Beschäftigten sorgt außer einem neuen Provisionssystem, das nicht nachvollziehbar macht, wofür es Prämien geben soll, vor allem auch die neue Dienstkleidung: Die Zentrale will dafür Hosen ohne Taschen. "Bitte beachtet besonders den Unterschied zwischen Beschäftigten- und Manager-Hosen und Shorts, Beschäftigtenhosen haben KEINE Taschen, Managerhosen schon", heißt es wortwörtlich in der deutschen Version des Informationsblatts. "Abgesehen davon, dass wir ja auch Schlüssel und Taschentücher einstecken müssen: was soll denn dieser Generalverdacht? Wir sind ja weder potenzielle LadendiebInnen noch für die Security zuständig", ärgert sich Swoboda auch darüber, dass ursprünglich von der Geschäftsführung angedacht worden war, dass die Beschäftigten Kundinnen und Kunden beobachten sollen, um Diebstähle zu vermeiden. "Der Handlungsbedarf liegt auf der Hand: die GPA-djp hat der Geschäftsführung nach Gesprächen, in denen sie zwar Verständnis zeigten, aber ihren Ankündigungen bis jetzt keine Taten folgen haben lassen, deswegen ein Ultimatum gesetzt", so Proyer abschließend:
"Dem Zentralbetriebsrat müssen bis 15. September Lösungsvorschläge über die verschlechternden Versetzungen vorgelegt werden, welche die Filialschließungen letztendlich offensichtlich bedeuten. Außerdem fordern wir eine Abfederung der Maßnahmen in Form eines Sozialplans. Und es müssen Verhandlungen mit dem Zentralbetriebsrat über das neue Provisionssystem und über die neuen Bekleidungsvorschriften aufgenommen werden, wie die Beschäftigten das seit Wochen urgieren. Kommt die Geschäftsführung diesen Aufforderungen nicht nach, haben wir keine Alternative, als die gesetzliche Schlichtungsstelle einzuschalten."

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