- 04.09.2014, 10:36:01
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Analyse zum future.talk 2014: Hängematte, U-Bahn oder Büro? Der Moment entscheidet, welche Medien wir nutzen

Wien (OTS) -
- Das Internet hat unsere Medienlandschaft dramatisch verändert
- Fernsehen wird als Leitmedium mehrheitlich abgelöst
- Was gelesen/gesehen/gehört wird, entscheidet der Moment, nicht das
Bildungsniveau
- Inhalte werden "flüssig": Die Geschichten lösen sich vom Medium
- Journalistinnen und Journalisten werden zu Content-Kuratoren
- Aktive Mediennutzer beteiligen sich am "Geschichtenerzählen"
Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer Analyse, die das
Zukunftsinstitut im Auftrag der Telekom Austria Group im Vorfeld des
diesjährigen future.talks durchgeführt hat. Die Thesen des Instituts
werden im September beim future.talk 2014 mit dem Titel "Brave News
World. Why newsmakers and newstakers change." diskutiert.
"Es gibt wohl kaum einen Bereich, der stärker von der digitalen
Revolution betroffen ist, als die Medienwelt. Die Zeit, die wir mit
Medien verbringen, steigt stetig an, auch wenn traditionelle Medien
wie Zeitungen, TV und Radio stark an Anteilen am Gesamtmarkt
verlieren. Das Internet ist damit der Haupttreiber für diese
Zuwächse. Durch die Digitalisierung ergeben sich interessante
Fragestellungen für die Medienproduktion, die Mediennutzung und auch
für die Verbreitung von Inhalten. Die gesellschaftlichen
Auswirkungen, die sich daraus ergeben, werden wir beim diesjährigen
future.talk diskutieren", so Hannes Ametsreiter, Generaldirektor
Telekom Austria Group und A1.
Fernsehen ist bei "Digital Champions" out
Der A1 Privatkundenstudie zufolge verbringen die Österreicherinnen
und Österreicher pro Tag im Schnitt etwas über drei Stunden mit dem
Internet (11 % davon am Handy). Bei jüngeren Menschen haben Handy und
Internet längst das Fernsehen als Leitmedium abgelöst*. Das belegen
auch die Spitzenwerte bei den "Digital Champions" (im Schnitt 29
Jahre alt, männlich, ca. 6 % der erwachsenen Gesamtbevölkerung)**,
die 7,3 Stunden pro Tag mit dem Internet verbringen und dort auch
ihre primäre Informationsquelle sehen.
Das Ende der Schublade: Der Moment entscheidet über die Wahl der
Medien
Die Kernthese des Zukunftsinstituts lautet: "Die Nutzungssituation
entscheidet über die Wahl des Mediums. Herkunft und Bildungsniveau
verlieren ihre Bedeutung". Der Nutzer lässt sich nicht mehr nach
starren demographischen Merkmalen in Schubladen pressen. Die
Einteilung in klar definierbare Zielgruppen gehört der Vergangenheit
an. Durch die flächendeckende Verfügbarkeit des Internet bietet sich
eine Vielzahl von Möglichkeiten, an jedem Ort der Welt, in nahezu
jeder Situation - zu Hause am Frühstückstisch oder unterwegs in der
Bahn - und über verschiedenste Geräte am Puls des Geschehens zu sein.
Der Medienmix der Menschen ist stark abhängig vom Aufenthaltsort, von
der technischen Ausstattung, von der Tageszeit und dem Zeitbudget,
das sie aktuell für Medienkonsum aufbringen können. "Der Trend geht -
vor allem unterwegs - stark zu Diffusionsmedien. Sie bieten primär
Zerstreuung, geben einen schnellen Überblick und signalisieren den
Nutzern: Alles in Ordnung. Die Welt ist noch da", analysiert Matthias
Horx, Trend- und Zukunftsforscher sowie Gründer des
Zukunftsinstituts. Dies können sowohl Online-Newsseiten sein oder
auch der Newsstream, den das soziale Umfeld auf Social Media wie
Facebook oder Twitter zusammenstellt. Der rote Faden der Geschichten
bleibt dabei aber gleich. Will sich der User ganz und gar auf die
Inhalte konzentrieren, dann greift er zu sogenannten Fokusmedien: Die
Menschen beschäftigen sich dann mit "Slow Media" wie Büchern,
Filmreportagen oder hochwertigen Medien.
Kein Anfang und kein Ende: "Flüssige" Geschichten & die Entmachtung
dominierender Player
"Wir haben es heute mit einer stark ausdifferenzierten
Medienlandschaft zu tun, in der die dominierenden Player zunehmend an
Macht und Einfluss verlieren. Die großen Geschichten, die die
Menschen beschäftigen, werden von vielen unterschiedlichen Medien
erzählt und sie sind über unterschiedlichste Kanäle verfügbar", so
Matthias Horx. Die Geschichten werden flüssig, verschiebbar, lassen
sich ergänzen, verändern, erweitern, teilen. All das fasst Horx unter
dem Begriff "Liquid Media" zusammen. Und seine These dazu lautet
folglich: "Medieninhalte werden flüssig. Die Macht dominierender
Medien nimmt ab." Hannes Ametsreiter ergänzt: "Die Zukunft liegt im
'seemless content'. Wenn Sie am Abend bei Ihrer Lieblingsserie müde
werden und vom Sofa ins Bett umziehen, werden sie die Serie im Bett
zu Ende schauen. Ohne irgendetwas suchen oder neu laden zu müssen
oder auch nur eine Sekunde zu verpassen."
Das "Publikum" erzählt die Geschichte mit
Die Grenzen zwischen Mediengattungen verschwimmen. Leser, Zuhörer
und Zuschauer werden zu interaktiven Usern, die aktiv in die
Geschichte eingreifen. Dies führt Horx zu einer weiteren These:
"Journalisten verlieren ihr Monopol als Experten für Nachrichten".
Heute hat jede Einzelperson, jedes Unternehmen die Möglichkeit,
selbst Inhalte zu produzieren und online zu verbreiten. Der Zugang zu
den Produktionsmitteln ist einfach und kostengünstig und es bestehen
keine Beschränkungen hinsichtlich Seitenzahlen oder Sendezeiten. Auch
ist es heute ohne weiteres möglich, mehrere Medien parallel zu
nutzen. Der "Second Screen" gehört mittlerweile zum
Standardrepertoire vieler Menschen. Sie recherchieren via Laptop,
Smartphones und Tablets zusätzliche Infos während einer
Fernsehsendung oder diskutieren die gesendeten Inhalte mit anderen
auf Social Networking Plattformen. In Österreich sind 22 % der
Internetnutzer so gut wie immer parallel zum Fernsehen online. Bei
den Jungen bis 29 Jahre sind es sogar 27 %.*** Damit trägt das
Publikum unmittelbar zur Erzählung der Geschichte bei. Das führt zur
nächsten These: Durch diese neuen Möglichkeiten entsteht eine "neue
Form des hybriden Journalismus".
Des Journalisten neue Rolle: Vom Produzenten zum Kurator
Obwohl sich immer mehr Menschen selbst als Content-Produzenten
betätigen und damit das tun, was bislang hauptsächlich von
Journalisten gemacht wurde, wird die Rolle der Journalisten
keinesfalls obsolet, erläutert Horx. Sie wandelt sich nur. Gerade bei
der Fülle an Inhalten, die ins Netz gestellt werden, braucht es
ausgebildete Medienleute, die diese filtern, bewerten und entlang
bestimmter Themen aufbereiten. Je mehr unterschiedliche Player mit
teilweise sehr spezifischen Interessen ihre Beiträge publizieren,
desto wichtiger ist es, dass es Menschen gibt, die all das auch in
einen größeren Kontext stellen können. Die dazugehörige These lautet
daher: "Das Kuratieren von Inhalten wird zur neuen Hauptaufgabe von
Journalisten." Und dabei kommt ihnen die Technik sehr zu Hilfe, denn
neue Tools wie z. B. Storify vereinfachen es, den Content zu einem
bestimmten Thema zu ordnen und aufzubereiten.
Fazit: Erfolg hat, wer die Aufmerksamkeit der Nutzer auf allen
Kanälen gewinnt
Aus den fünf Thesen leitet Horx eine Prognose für die Zukunft der
Medien ab und meint: "Die primäre Ressource in der Evolution der
Medien ist die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer. Den Medien muss es
gelingen, ihre Nutzer auf allen Kanälen zu fesseln.
Medienunternehmen, die unter dem Dach einer starken Marke beides
schaffen - Zerstreuung bieten und spannenden Content für die
fokussierte Nutzung liefern - werden in der Medienwelt der Zukunft
erfolgreich sein".
Medienzukunft mitgestalten
"Gerade im Zusammenhang mit Nachrichten und Medien gibt es noch
viele ungenutzte Möglichkeiten, die moderne Technologien uns bieten.
So wie sich immer mehr Menschen an den Erzählungen beteiligen, wie
Matthias Horx das beschrieben hat, sollten auch immer mehr sich aktiv
bei der Gestaltung der Medienwelt einbringen. Der Medienwandel bietet
viele Chancen, die uns als Gesellschaft weiterbringen können. Diese
wollen wir am 23. September gemeinsam mit Arianna Huffington,
Präsidentin und Chefredakteurin von 'The Huffington Post', und
unseren Gästen beim future.talk 2014 diskutieren", so Hannes
Ametsreiter abschließend.
Weitere Infos zum future.talk 2014 unter http://www.futuretalk.com
* Siehe u. a. Studien aus Deutschland:
http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/730 und
http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/734
** Laut A1 Privatkundenstudie sind Digital Champions im Schnitt 29
Jahre alt und zu 70 % männlich. In Summe umfasst dieses Segment etwa
425.000 Personen.
*** Quelle: Mobile Communication Report 2014, N= 1.004, Mai bis Juni
2014
Bildmaterial unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5730/
Über die Analyse
Die Untersuchung wurde 2014 durch das Zukunftsinstitut Österreich
im Auftrag der Telekom Austria Group auf Basis einer ausführlichen
Sekundäranalyse durchgeführt. Die daraus resultierenden Ergebnisse
und Schlüsse wurden im Kontext der großen gesellschaftlichen
Wandlungsphänomene - der Megatrends - reflektiert. Basis ist eine vom
Zukunftsinstitut veröffentliche Studie zur Zukunft der Medien aus dem
Jahr 2013.
Über das Zukunftsinstitut
Das Zukunftsinstitut wurde 1998 gegründet und hat die Trend- und
Zukunftsforschung in Deutschland von Anfang an maßgeblich geprägt.
Heute gilt das Institut als einer der einflussreichsten Think-Tanks
der europäischen Trend- und Zukunftsforschung. Die Frage, mit der wir
uns täglich auseinandersetzen, ist einfach gestellt: Welche
Veränderungen - welche Trends und Megatrends - prägen unsere
Gegenwart und welche Rückschlüsse lassen sich daraus für die Zukunft
von Gesellschaft, Unternehmen und Kultur schließen? Die Antworten
sind mitunter komplex, immer aber machen wir es uns zur Aufgabe, den
Wandel begreifbar zu machen, ihn zu moderieren und Zukunft als Chance
zu sehen. Weitere Infos unter: http://www.zukunftsinstitut.de
Über die Telekom Austria Group
Die an der Wiener Börse notierte Telekom Austria Group ist als
führender Kommunikationsanbieter im CEE-Raum mit rund 23 Millionen
Kunden in acht Ländern tätig: in Österreich (A1), Bulgarien
(Mobiltel), Weißrussland (velcom), Kroatien (Vipnet), Slowenien
(Si.mobil), der Republik Serbien (Vip mobile) und der Republik
Mazedonien (Vip operator), sowie in Liechtenstein (Telecom
Liechtenstein). Der Gesamtmarkt der acht Länder umfasst rund 41 Mio.
Einwohner. Die Unternehmensgruppe beschäftigt mehr als 16.000
MitarbeiterInnen per 30. Juni 2014 und erwirtschaftete im
Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von rund 4,2 Mrd. Euro. Das breit
gefächerte Portfolio umfasst Produkte und Dienstleistungen im Bereich
Sprachtelefonie, Breitband Internet, Multimedia-Dienste, Daten- und
IT-Lösungen, Wholesale sowie Payment-Lösungen.
Weitere Informationen auf unserer neuen Website
http://www.telekomaustria.com und auf Twitter
http://twitter.com/TA_Group
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-
Service sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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