• 02.09.2014, 14:00:31
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Podiumsdiskussion: Der Privatsektor als Allheilmittel der Entwicklungszusammenarbeit?

Entwicklungszusammenarbeit kann einen wichtigen Beitrag zu Chancengleichheit leisten, betont Außenminister Kurz beim DialogEntwicklung der Austrian Development Agency.

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5799/ Im Bild
v.l.n.r.: Gunter Schall, ADA; Kujtim Dobruna, ECIKS, Kosovo; Monika
Kemperle, IndustriALL; Helmut Asche, Professor der Universitäten
Mainz und Leipzig.

Utl.: Entwicklungszusammenarbeit kann einen wichtigen Beitrag zu
Chancengleichheit leisten, betont Außenminister Kurz beim
DialogEntwicklung der Austrian Development Agency. =

Wien (OTS) - Der Privatsektor stellt rund 90 Prozent der
Arbeitsplätze in Entwicklungsländern und ist damit ein wichtiger
Partner im Kampf gegen Armut. Aber genügt es, den Privatsektor zu
stärken, um die nachhaltige Entwicklung eines Landes zu erreichen?
Darüber diskutierten Wirtschafts- und EntwicklungsexpertInnen auf
Einladung der Austrian Development Agency, der Agentur der
Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, heute Abend im
MuseumsQuartier.

"Wir haben gelernt, dass Entwicklungsziele vor allem dort
nachhaltig erreicht werden, wo Wirtschaft und Entwicklung
zusammenwirken", betonte Martin Ledolter, Geschäftsführer der
Austrian Development Agency (ADA) in seiner Begrüßungsrede.
Selbstverständlich sei der Privatsektor kein Allheilmittel. "Er ist
Teil von Problemen und Teil von Lösungen", so Ledolter. Aber nur ein
gut funktionierender Privatsektor sorge für mehr und bessere Jobs.

Berufsbildung verbessert Zukunftsperspektiven

"Dass die Ausbildung der jungen Menschen in unseren Partnerländern
verbessert wird, ist mir besonders wichtig", hielt Außenminister
Sebastian Kurz in seiner Eröffnungsrede fest. "Gemeinsam mit den
Regierungen und anderen Partnern vor Ort sorgen wir dafür, dass
Jugendliche bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen und so eine
positive Zukunftsperspektive haben." Die Entwicklungszusammenarbeit
könne hier einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten,
so der Minister. "Die Expertise Österreichs in der Berufsbildung ist
weltweit gefragt. Abgestimmt auf die Bildungssysteme im jeweiligen
Land trägt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit ein
Ausbildungsmodell in Länder wie Moldau, Albanien oder Mexiko, das
neben Theorie auch Praxis umfasst. Davon profitieren österreichische
Firmen, die im Ausland produzieren, aber ganz besonders die Menschen
vor Ort", erklärte Außenminister Sebastian Kurz.

Ressourcen im Kosovo mobilisieren

"Durch die Kooperation der Entwicklungszusammenarbeit mit dem
Privatsektor werden neue Ressourcen mobilisiert. Das kann man am
Beispiel Kosovo schön beobachten: Zusätzliches Kapital, Kompetenz und
Wissen kommen hier zum Tragen", betonte Kujtim Dobruna, Präsident der
Wirtschaftsinitiative für den Kosovo (ECIKS). Die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit unterstützt den kleinen Staat am Balkan
schon seit Jahren beim Auf- und Ausbau der Hochschul- und
Berufsbildung, aber auch in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit,
ländliche und Privatsektor-Entwicklung.

Privatsektorentwicklung: Menschen in den Mittelpunkt stellen

Die Privatsektorentwicklung sei entscheidend für weitere
Entwicklungserfolge, unterstrich Helmut Asche, Entwicklungsexperte
und Hochschulprofessor für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in
Afrika. "Die Gebergemeinschaft hat hier eine große Lücke hinterlassen
und sich bis heute noch nicht entschieden, ob sie die Industrie in
den Partnerländern eher fördern oder behindern will", so Asche
kritisch. "Der Privatsektor muss erkennen, dass es nicht allein um
Produktion geht", hob wiederum Monika Kemperle vom
Gewerkschaftsdachverband IndustriALL Global Union hervor. Es gehe um
die Verantwortung für die ProduzentInnen und um Gehälter, mit denen
Menschen ihr Leben finanzieren müssen. "Es gibt durchaus positive
Beispiele dafür, wie der Privatsektor zu besseren Arbeitsbedingungen
beitragen kann", so Kemperle: "Das Brandschutzabkommen für die
Bekleidungsindustrie in Bangladesch etwa hat ein wirkliches Umdenken
in Sachen Arbeitsplatz-Sicherheit bewirkt. Die Einbeziehung und
Beteiligung von ArbeitnehmerInnen-Vertretungen spielen dabei eine
wesentliche Rolle", so die Expertin.

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder
in Afrika, Asien, in Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei
ihrer nachhaltigen Entwicklung. Das Außenministerium plant die
Strategien und Programme, die Austrian Development Agency setzt diese
gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen,
Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Bilder zu dieser Veranstaltung finden Sie heute ab 20 Uhr unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5799

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