Bedrohung durch Medikamentenfälschungen steigt stark

Organisierte Kriminalität gefährdet Arzneimittelsicherheit

Wien (OTS) - Die perfiden Fälschungen von Arzneimitteln durch kriminelle Netzwerke haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Unter dem Decknamen "Operation Vigorali" ist den Behörden ein Schlag gegen einen international agierenden Arzneimittelfälscherring gelungen. 20.000 Pakete mit rund 300.000 gefälschten Arzneimitteln konnten alleine in Österreich sichergestellt werden. Die Österreichische Apothekerkammer gratuliert dem Bundeskriminalamt, dem Bundesministerium für Inneres, der AGES und dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen zu diesem Erfolg gegen die organisierte Kriminalität.

Angesichts der neuesten Ermittlungserfolge wird deutlich, dass immer öfter der exzellente Ruf real existierender Apotheken für Lieferungen von Arzneimittelfälschungen benutzt wird.
Im konkreten Fall wurden die Pakete über illegale Vertriebswege verschickt, teilweise aber mit österreichischen Apothekenadressen versehen. So wurden unschuldige Apotheken zu Unrecht belastet. "Der Erfindungsreichtum und die kriminelle Energie im Bereich der Arzneimittelfälschungen nimmt immer größere Ausmaße an. Arzneimittelsicherheit darf man nicht nur oberflächlich betrachten. Eine nette Verpackung, eine professionelle Homepage, selbst scheinbar original aussehende Tabletten im Blister sind kein Garant für die Echtheit des Arzneimittels. Hinter Qualität aus der Apotheke stehen viele Kontrollen und ein ganzes System an Sicherheitsmaßnahmen", informiert Apothekerkammerpräsident Mag.pharm. Max Wellan.

Arzneimittelfälschungen - auch genannt "Pharmaceutical Crime" -wurden bislang maßlos unterschätzt. "Die aktuellen Fälle zeigen die Notwendigkeit einer Verschärfung der rechtlichen Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene. Insbesondere die Bestimmungen im Versandhandel und auch im Parallelhandel sind dringend zu überdenken", fordert Dr. Hans Steindl, Kammeramtsdirektor der Österreichischen Apothekerkammer.

In den Apotheken auf der sicheren Seite

In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf höchstem Niveau. Das österreichische Apothekensystem zeichnet sich durch eine sehr strenge und effiziente Arzneimittelkontrolle aus. Diese bietet den Patienten/Kunden die allergrößte Sicherheit. Die streng kontrollierte Abgabe und Beschaffung von Medikamenten durch Apotheken in Österreich verhindert, dass Fälschungen in den Arzneimittelverkehr gelangen. Insgesamt beraten 5.800 akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.340 Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker. Zusätzlich erbringen über 350 Apothekerinnen und Apotheker wertvolle Versorgungs- und Beratungsleistungen für die Patienten in den österreichischen Krankenanstalten.
Die Österreichische Apothekerkammer bietet auch zwei mobile Services an: Über den Apothekenruf 1455 erhalten Anrufer rasch und fachlich fundierte Auskunft zur nächsten diensthabenden Apotheke oder zu pharmazeutischen Fragen. Smartphone Nutzer können diese Services auch bequem über die Apo App abrufen (Stichwort: Apotheken und Medikamente).

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