Tenor in Alpbach: Lebenswertes Wohnen für die Zukunft sichern

Bundesinnungsmeister Frömmel: Hände weg von der Wohnbauförderung - eine Zweckbindung der Fördergelder ist dringend notwendig

Wien (OTS/PWK567) - Im Zuge der Alpbacher Baukulturgespräche diskutierten hochkarätige Experten zwei Tage lang Ideen und Vorschläge, damit Wohnen lebenswert und auch in Zukunft leistbar bleibt. In diesem Zusammenhang bekräftigt Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel, dass die Wohnbauförderung das zentrale Steuerungselement ist, um leistbaren Wohnraum zu gewährleisten. Er begrüßt die jüngste Forderung von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, die Zweckbindung der Wohnbauförderung wieder einzuführen. "Eine bedarfsorientierte Dotierung der Wohnbauförderungs-Budgets der Länder ist unbedingt notwendig. Die Zweckbindung der Wohnbaufördergelder inklusive der Rückflüsse aus den offenen Darlehen darf nicht länger auf die lange Bank geschoben werden. Es ist unmoralisch, einen Wohnbauförderungsbeitrag von Arbeitgebern und Arbeitnehmern einzuheben, der dann zum Stopfen von Budgetlöchern verwendet wird."

Auch die Abschaffung des Beitrages ohne dabei Alternativen für leistbares Wohnen in der Hand zu haben, wäre verantwortungslos, so Frömmel. Der Wohnbau ist eine der Stützen der Konjunktur. Investitionen in lebenswertes Wohnen bringen durch die Multiplikatorwirkung ein Mehrfaches an Einnahmen für den Staat, schaffen Arbeitsplätze, bleibende Werte und dringend benötigten Wohnraum. Aufgrund dieser Tatsachen wurden von der Regierung in mehreren Konjunkturpaketen auch Sonderwohnbaupakete in der Höhe von 676 Mio. Euro zugesagt, jetzt aber wieder auf 180 Mio. Euro reduziert. Frömmel: "Der Politik muss sich endlich bewusst werden, dass es hier um ein essenzielles Grundbedürfnis der Bevölkerung geht und dass mit Kaputtsparen kein Budget zu sanieren ist."

Leistbares und lebenswertes Wohnen sind kein Gegensatz Die Bauwirtschaft hat in mehreren Studien auch Maßnahmen aufgezeigt, um die Baukosten zu reduzieren. Bei den Baukosten ist laut Frömmel ein Einsparungspotenzial von rund fünf Prozent möglich -etwa durch das Zurückfahren überzogener Vorgaben bei Stellplätzen, Aufzügen oder Ausstattungsstandards ohne wesentlichen Komfortverlust. Bei den Baunebenkosten ist eine Ersparnis von ca. drei Prozent realistisch. Fünf bis sieben Prozent könnten allein durch Maßnahmen im Bereich der Planung eingespart werden. In Summe sei ein Einsparungspotential von bis zu 15 Prozent möglich.

Bauland und Nachverdichtung in den Ballungszentren Eine zentrale Voraussetzung für leistbaren Wohnraum ist ausreichendes Bauland, welches allerdings vor allem in Ballungszentren ein knappes und teures Gut darstellt. Deshalb schlägt Frömmel vor, dass ein Teil der Grundstücksflächen für den geförderten Wohnbau mit einer Kostenobergrenze von Ländern und Gemeinden bereitgestellt werden muss. In Ballungszentren muss die Nachverdichtung von Wohngebäuden weiter forciert werden. Dadurch können zusätzliche Nutzflächen bei neutralen Grundkosten gewonnen werden.

Die vom Bundesinnungsmeister eingeforderten Maßnahmen wurden über Betreiben der Plattform Umwelt+Bauen im Regierungsprogramm verankert. "Leider hat die Politik diese wichtigen Umsetzungen bislang noch nicht vorgenommen. Ich appelliere dringend an die Regierung, dass sie mit frischemem Schwung diese dringend notwendigen Schritte umsetzt", so Frömmel abschließend. (KR)

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