Spektakulärer Schwergutumschlag im Hafen Wien

Wien (OTS) - Erfolgreiche österreichische Logistik-Kooperation: Im Umschlag des Hafen Wien, einem Unternehmen der Wien Holding, wird am 29. August vormittags mit High & Heavy-Kränen der Firma Prangl ein über 50 Meter langer, über 5 Meter breiter und rund 190 Tonnen schwerer Hochdruckbehälter der Firma ACE in zwei Teilen plus einem Zusatzelement von der Kaikante auf ein Spezialschiff verladen, um seine Fahrt zur russischen Industrieanlage Veliky Novgorod anzutreten. Der einzigartige Schwergutumschlag wird vom Hafen Wien in Kooperation mit der Transportfirma Prangl und der Herstellerfirma ACE durchgeführt und dauert ca. eine Stunde.

"Schon allein aufgrund der Dimensionen der angelieferten Einzelteile, war der Hafen Wien mit seinem gut ausgestatteten Umschlag die erste Adresse für diesen Spezialtransport", betont Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien. "Die Weitläufigkeit und gute Struktur unseres Areals erlaubt es, im Umschlag - trotz der Hafenerweiterung bei der MS Eisvogel-Anlegestelle - vollkommen ungestört zu arbeiten. Bereits im Vorjahr haben wir gemeinsam mit unserem langjährigen Kunden, der Firma Prangl, ein herausragendes Schwergutumschlagsprojekt -Betonsegmente für Windenergieanlagen - hier am Standort erfolgreich abgewickelt."

"Einmal mehr bestätigt sich die Attraktivität der Wasserstraße Donau, auf der Schwergüter kosteneffizient und sicher transportiert werden können. Auch diesmal haben wir uns flexibel gezeigt und anfangs des Sommers extra für dieses Transport-Projekt eine Starkstromversorgung an der Kaikante des Freudenauer Hafenbeckens eingerichtet", führt Karin Zipperer, technische Geschäftsführerin des Hafens aus. "Wie oft, im High & Heavy-Umschlag, stellt die Kombination aus hohem Gewicht und großem Durchmesser die eigentliche Herausforderung dar. Im Hafen Wien sind wir dafür aber bestens gerüstet, da wir als trimodales Logistikzentrum für jede Transportanfrage die passende Kombination aus Wasser-Schiene-Straße anbieten können."

"Unsere Firma ist einer der großen heimischen Spezialisten für Sondertransporte", erklärt Christian Prangl, Eigentümer und Geschäftsführer von Prangl. "Da es sich aber in diesem Fall um eine besonders komplexe Logistik-Herausforderung handelte, wurde mit der Transportplanung bereits zwei Monate vor der Durchführung der Leistungen begonnen, um sowohl die technischen Möglichkeiten als auch alle Streckenoptionen zu prüfen."

"Eine der größten Chemiefabrik-Anlagen Russlands in Veliky Novgorod baut ihr Leistungsspektrum und ihre Betriebsanlage aus und hat unsere Firma, die ACE Apparatebau aus Lieboch, mit der Produktion einer neuen Ammoniakanlage beauftragt. Das Herzstück der Anlage stellt dabei der Hochdruckbehälter mit einer Länge von 53 Metern, einem Durchmesser von 5,20 Metern sowie einem Gesamtgewicht von über 190 Tonnen dar", zeigt sich Markus Fuchsbichler, Geschäftsführer von ACE, stolz.

Der Hochdruckbehälter muss äußerst hohen Belastungen standhalten und wurde aus speziellen Werkstoffkombinationen hergestellt, die sowohl säure- als auch temperaturbeständig sind. Die Firma Prangl wurde mit der Erstellung einer Logistiklösung für den Transport des Hochdruckbehälters beauftragt. Bei der Planung des Transports stellte insbesonders die extreme Transporthöhe von 5,2 Metern eine Herausforderung dar. Das Projekt-Team führte daher umfangreiche Strecken-Checks und spezielle Höhen- und Kurvenbemessungen durch. Die beiden produzierenden Werke der Firma ACE in Lieboch/Steiermark und Maribor/Slowenien prüften passende Häfen und entschieden sich, aufgrund seiner einzigartigen verkehrstechnischen und baulichen Gegebenheiten, für den Hafen Wien.

Abenteuerlicher Transport auf Österreichs Straßensystem

Da auf österreichischen Autobahnen grundsätzlich nur eine maximale Fahrthöhe von 4,5 Metern möglich ist, musste der Transport bis zum Hafen Wien über Bundes- und Landesstraßen erfolgen. Die Fahrzeugabmessungen der insgesamt vier Einzeltransporte waren dabei entsprechend spektakulär: die Länge betrug 33 Meter, die Breite und Höhe 5,20 Meter, das Gesamtgewicht rund 85 Tonnen. Um die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu minimieren wurde entschieden nur in der Nacht zu fahren. Die definierte Fahrtstrecke führte quer über Landes-und Gemeindestraßen, wobei für die Fahrtstrecke von Maribor nach Wien vier Nächte benötigt wurden.

Aufgrund der Transporthöhe von 5,20 Metern mussten zahlreiche Stromleitungen mit Spezialgerät gehoben und teilweise auch abgeschaltet werden. Im Bereich von Bahnübergängen wurde sogar die gesamte Stromversorgung der Bahnanlage unterbrochen. Der Hochdruckbehälter wurde über einen Zeitraum von mehreren Wochen in vier Einzelteilen auf der Straße von Maribor und Lieboch zum Hafen Wien gebracht.

Die Entladung der vier Einzelteile am Hafen Wien erfolgt jeweils mittels zweier 100-Tonnen-Mobilkräne, wobei die Teile im Tandemhub entladen wurden. Anschließend wurden die Komponenten vor Ort durch Montageteams der Firma ACE zu zwei Modulen zusammengeschweißt, wobei die Wandstärke sowie der Durchmesser des Behälters auch an die Schweißnähte sehr hohe Ansprüche stellt. Zu diesem Zweck wurde am Hafen Wien auch eine spezielle Adaptierung der Stromversorgung vorgenommen, um die notwendigen Montage-Gerätschaften betreiben zu können.

Umschlag im Tandemhub mit 500-Tonnen- und 350-Tonnen-Mobilkränen

Ein Weitertransport auf der Straße nach Russland wäre aufgrund diverser örtlicher Einschränkungen nicht realisierbar gewesen. Daher entschied sich das Projekt-Team für eine bimodale Transport-lösung:
Nach der Überstellung nach Wien und den dort erfolgten Montagearbeiten geht die Reise per Schiff weiter.

Zusätzlich zu dem Hochdruckbehälter mit 53 Metern Endausbaulänge wurde in dieser Woche ein weiterer Hochdruckbehälter mit 11 Meter Länge und 5 Meter Durchmesser sowie einem Gewicht von 33 Tonnen vom ACE Werk in Lieboch zum Hafen Wien gebracht. Dieser Behälter wird nach seinem Weitertransport nach Russland als Aufsatzbauteil auf der 53 Meter hohen Kolonne stehend angebracht.

Aufgrund der außergewöhnlichen Dimensionen werden die drei Komponenten heute mittels zweier High & Heavy-Mobilkräne (500-Tonnen-Mobilkran, 350-Tonnen-Mobilkran) in einem besonders spektakulären Tandemhub-Verfahren hochgehievt. Danach werden sie auf ein spezielles 135 Meter langes Motorgüterschiff geschwenkt. Dieses Schiff zählt zu den größten Schiffen die auf dem Rhein-Donaukanal verkehren können. Erst nach der Auslieferung direkt in Veliky Novgorod werden die drei Komponenten endgültig zusammengebaut. Doch schon allein die beiden Segmente des großen Hochdruckbehälters haben jeweils eine Länge von 25 Metern und ein Gewicht von rund 100 Tonnen. Das entspricht dem Gewicht von 40 Elefanten.

Der Hafen Wien - Erfolgstrio Hafen Freudenau, Hafen Albern und Hafen Lobau

Angebunden an eine perfekte Straßen-, Schienen und Wasserinfrastruktur liegt das größte Logistikzentrum Ostösterreichs, der Hafen Wien. Der Hafen Wien ist als Tochter der Wien Holding ein Unternehmen der Stadt Wien. Im Logistikzentrum Hafen Wien werden jährlich knapp rund 13 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Mit einer Fläche von 3 Millionen Quadratmetern ist dieses Logistikzentrum das größte Güterverkehrszentrum in Österreich und mit rund 100 Unternehmen und bis zu 5.000 Arbeitsplätzen am Standort ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Mit den Frachthäfen Freudenau, Albern und Lobau handelt es sich um den größten öffentlichen Donauhafen Österreichs.

Prangl - die Experten für Spezialtransporte

Prangl ist einer der großen Branchen-Player im deutschsprachigen Raum. Seine Position als eines der international führenden Branchenunternehmen verdankt das niederösterreichische Familienunternehmen dem Vertrauen seiner langjährigen Kunden und Partner. Menschen und Lasten zu bewegen ist das tägliche Geschäft von Prangl. Die Kernkompetenzen liegen bei der Vermietung von Mobilkränen und Arbeitsbühnen sowie der Durchführung von Spezialtransporten und Schwerlastverbringungen. Um dies mit größtmöglicher Perfektion durchzuführen, investiert man viel Zeit und Geld - sowohl in die Ausbildung der Mitarbeiter als auch in modernstes Equipment. Das Ziel von Prangl ist es, Projekte einfacher, schneller und risikofreier zu machen. Mittlerweile ist Prangl in 7 Ländern mit 20 Niederlassungen vertreten und steht in allen Märkten für einen hohen Service- und Dienstleistungsgrad.

ACE - Spezialist für komplexen Apparatebau

Die Firma ACE Apparatebau construction & engineering GmbH ist ein international tätiges Apparatebauunternehmen und Teil der vielseitigen Christof Group. ACE entwickelt seit Jahrzehnten weltweit anerkannte Speziallösungen für den industriellen Apparatebau. Zu dem Produktportfolio gehören Druckbehälter, Wärmetauscher, Kolonnen, Reaktoren, FCC-Komponenten und ähnliche Spezialprodukte sowie auch Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten. Internationale Kunden in den Bereichen Petrochemie, chemische Industrie und Kunststoffindustrie sowie in der Papier- und Lebensmittelindustrie schätzen ACE als zuverlässigen Partner.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Dieter Pietschmann
Wiener Hafen - Leitung Marketing & Kommunikation
Telefon: +43 1 727 16 654
Mobil: +43 664 455 76 86
E-Mail: pietschmann@hafenwien.com

Wolfgang Gatschnegg
Wien Holding - Konzernsprecher
Tel.: +43 1 408 25 69 - 21
Mobil:+43 1 664 82 68 216
E-Mail: w.gatschnegg@wienholding.at
www.wienholding.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0008