Rotes Kreuz: Verschwundene dürfen nicht in Vergessenheit geraten

Welttag der Verschwundenen am 30. August

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Vermisst, abgängig, verschwunden - jedes Jahr verschwinden tausende Menschen weltweit spurlos. Für Angehörige verschwundener Personen bedeutet das ein Leben in Qual. "Verschwindenlassen ist eine Form von staatlicher Gewalt bei der Menschen unbegründet festgenommen und gefangen gehalten werden, wobei jede Information über das Schicksal oder den Verbleib des Opfers unterbunden wird", sagt Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. "Von vielen Staaten wird sie weltweit als Mittel zur Unterdrückung angewendet." Es handelt sich dabei um eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung. Bis man Klarheit gewinnt, ob sie Opfer eines Gewaltverbrechens, einer Entführung oder eines Unfalls wurden, vergehen oft Jahre, in denen die Angehörigen mit schrecklicher Ungewissheit leben müssen. Mancher Fall bleibt für immer ungeklärt.

Das systematische "Verschwindenlassen" ist nicht der einzige Grund, warum Menschen von ihren Angehörigen getrennt werden. Auch Flucht, Krieg und Naturkatastrophen führen dazu. Der kostenlose Suchdienst des Roten Kreuzes hilft Menschen, bei der Aufklärung über das Schicksal ihrer vermissten Angehörigen. "Im vergangenen Jahr wurden mehr als 1.600 Suchanfragen an das Österreichische Rote Kreuz gestellt", sagt Kerschbaum. "Die Anfragen stammen von Flüchtlingen aus Afghanistan, Somalia und seit letztem Jahr vermehrt von Syriern." Die Aufklärungsquote liegt bei zehn Prozent.

Weltweite Aktion: Auch heuer setzt das Rote Kreuz mit einer Facebook-Aktion ein Zeichen der Solidarität mit den Angehörigen vermisster Personen. "Wir rufen alle Facebook-User auf, an diesem Tag ihr Profilbild gegen einen leeren Bilderrahmen auszutauschen", sagt Kerschbaum. "Der leere Bilderrahmen steht stellvertretend für die Millionen Menschen, die weltweit vermisst werden."

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