"Wertzuwachs" bedeutet meist Pensionskürzung!

Klarstellung zu missverständlichen Aussagen des Fachverbandes der Pensionskassen

Wien (OTS) - Wertzuwachs = Pensionskürzung: ein Widerspruch? Mitnichten! Schuld daran ist das verfehlte österreichische Pensionskassenmodell, das die Pensionsberechtigten den Schwankungen der Kapitalmärkte ausliefert. Es ließ und lässt zu, dass die (ehemaligen) Dienstgeber im Vertrag mit der Pensionskasse eine Wette auf zukünftige Kapitalmarkterträge zulasten der Pensionshöhe ihrer Dienstnehmer abschließen. Wird die Wette verloren (bisher eher die Regel), geht dies ausschließlich zu Lasten der Pensionsberechtigten, weder Dienstgeber noch Pensionskassen tragen ein Risiko.
Von den Repräsentanten des Fachverbandes der Pensionskassen(PK) wird in Aussendungen und Wortmeldungen bei positiven Veranlagungsergebnissen (= "Performance") immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um einen "Wertzuwachs" handle, wobei der Anschein erweckt wird, es handle sich um Pensionserhöhungen.
Das ist aber falsch: der tatsächliche "Wertzuwachs", besser "Netto-Ergebnis" bezieht sich nur auf das von den PK verwaltete Kapital und ist um mindestens 1% geringer als die Performance, weil von dieser die Verwaltungskosten der PK sowie der Aufwand für die steigende Lebenserwartung abgezogen werden.
Eine nominell gleichbleibende Pensionsleistung (aus diesem Kapital) setzt aber ein Netto - Ergebnis in Höhe des Rechnungszinses (RZ) voraus, der im jeweiligen Pensionsvertrag mit bis zu 6,5% fixiert ist (das ist die "Wette" des Dienstgebers mit der PK). Die Pensionsveränderung eines jeden Jahres errechnet sich somit als "Netto-Ergebnis minus RZ", d.h. dass auch bei positiver Performance Pensionskürzungen oft die Regel sind, von Erhöhungen oder gar Inflationsanpassungen kann leider ohnehin nur geträumt werden. Eine relativ gute Performance von beispielsweise 5%, also etwa 4% netto, führt demnach bei Pensionsverträgen mit einem RZ über 4% (und das betrifft etwa die Hälfte aller beitragsorientieren PK-Pensionisten) zu Pensionskürzungen. Und dazu kommt noch die permanente "Inflationsschwindsucht"! Eine verlässliche "2.Säule der Pensionssicherung" sieht anders aus!
PEKABE ( www.pekabe.at)wurde 2005 gegründet, um die Interessen der derzeit 840.00 österreichischen Pensionskassenberechtigten in der Öffentlichkeit zu vertreten. Schließlich hat es für viele Betroffene in den letzten 10 Jahren bereits Pensionskürzungen bis zu 50 % gegeben, Verluste, die absolut unaufholbar sind. Die Pensionskassengesetznovelle 2012, die maßgeblich auf Betreiben des PEKABE zustande gekommen ist, hat hier keine wesentliche Besserung gebracht, das System ist noch lange nicht als saniert und somit brauchbare Ergänzung zur staatlichen Pension anzusehen.

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Günter Braun
Pressesprecher des PEKABE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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