Caritas zu Unterbringung von AsylwerberInnen

Bund und Länder müssen eine menschliche Lösung finden - Caritas und Kirche haben bereits zusätzliche Plätze geschaffen, weitere sind in Vorbereitung.

Wien (OTS) - Die Caritas stellt aktuell Österreichweit für 2.769 AsylwerberInnen im Rahmen der Grundversorgung Quartiere zur Verfügung. Darunter befinden sich auch Spezialquartiere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Personen mit erhöhtem Betreuungsbedarf. Rund 5.000 Menschen, die nicht in einer Unterkunft der Caritas grundversorgt sind, werden zusätzlich mobil von MitarbeiterInnen der Caritas betreut.

Die öffentliche Diskussion lässt den Eindruck von einem Engpass in der Flüchtlingsunterbringung entstehen. Es braucht eine Versachlichung der Diskussion. Im Jahr 2003 gab es mehr als doppelt so viele Asylanträge als 2013. Auch wenn man den vom Innenministerium veröffentlichten Zuwachs von knapp unter zwei Prozent im 1. Halbjahr 2014 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2013 miteinbezieht, bleiben die Zahlen der Asylanträge etwa am Stand von 2002 -2005. Von einem Unterbringungsnotstand kann also keine Rede sein.

"Das heißt: Die Aufgabe ist mehr als bewältigbar. Aber dazu müssen Bund und Länder die Energie in Lösungen stecken, zusammenarbeiten, statt sich das Thema wie eine heiße Kartoffel zuzuspielen. Denn es ist ihre Aufgabe. Und die Caritas? Wir betreuen und versorgen zur Zeit in rund 45 Caritas-Häusern und Quartieren mehr als 2700 Asylwerber. Dazu kommen noch ungefähr 5000 Flüchtlinge, die wir in anderen Quartieren, die nicht zur Caritas gehören, ambulant betreuen - ungefähr 1400 davon übrigens in Niederösterreich", so Caritas Präsident Michael Landau und weiter: "Die Lösung liegt auf der Hand:
Die Länder müssen die eingegangenen Verpflichtungen zu 100 Prozent erfüllen, wie es in einem Rechtsstaat zu erwarten ist. Der Bund muss dafür die erforderlichen Mittel sicherstellen, damit die Länder geeignete Quartiere finden können. Caritas und Kirche haben in der Vergangenheit stets Verantwortung übernommen und werden das auch in Zukunft tun."

Überblick Caritas Hilfe für AsylwerberInnen:
Zusätzlich zur Unterbringung von AsylwerberInnen leistet die Caritas:
Rechtsberatung, Rückkehrberatung, Sozialberatung, Kinderbetreuung, Deutschunterricht, diverse Aktionen zur Integration im Dorfleben, Begleitung zu Behörden, Ärzten bei Sprachproblemen sowie Bildungsprojekte, Berufsberatung, Integration, Psychotherapie. Diese Maßnahmen sind teilweise allein durch Caritas Mittel und Spenden finanziert.

Vorarlberg: Insgesamt werden in Vorarlberg rund 800 AsylwerberInnen von der Caritas grundversorgt. Vergangene Woche wurden fünf zusätzliche Wohnungen bereitgestellt. In Ausarbeitung ist ein Projekt "Wohnen auf Zeit": Menschen, die leerstehende Wohnungen haben, werden motiviert, diese für Menschen mit dringendem Wohnraumbedarf (unter anderem bleibeberechtigte Flüchtlinge) zu einem günstigen Mietpreis abzugeben. Die Caritas übernimmt dabei die Vermittlung und Abwicklung. Von Seiten der Kirche wird abgeklärt, welche Pfarrhöfe eventuell für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden können.

Tirol: Nach einem runden Tisch wurden 100 zusätzliche Plätze geschaffen, davon 70 seitens kirchlicher Träger (Kloster und Integrationshaus in Innsbruck) geschaffen. Bis Ende des Jahres sollen weitere hundert folgen, langfristig nochmals 100 - insgesamt also 2100, damit wäre nach heutigem Stand die Quote erfüllt.

Salzburg: Die Caritas betreibt in Salzburg drei Flüchtlingshäuser und stellt damit rund 100 bis 110 Quartierplätze zur Verfügung. Die Erzdiözese wird zusammen mit der Caritas ab September 2014 ein Haus für die Unterbringung von rund 40 AsylwerberInnen zur Verfügung stellen. Die aus dem Sonderkontingent nach Salzburg kommenden syrischen Kriegsflüchtlinge, 25 - 30 Menschen werden auch von Caritas und Pfarren untergebracht.

Oberösterreich: 660 Menschen werden in Oberösterreich von der Caritas grundversorgt. Erst im Juli hat die Caritas Linz eine Unterkunft in Reichenau für18 Personen eröffnet. Anfang August wurde das Übergangsquartier in der Landwirtschaftlichen Fachschule in Schlierbach von 60 Menschen bezogen. Das Land OÖ und Hilfsorganisationen halten zweiwöchentliche Besprechungen, in denen laufend weitere Maßnahmen, mögliche Quartiere, etc. diskutiert werden. Die Diözese Linz unterstützt die Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten, etwa in Pfarrhöfen oder diözesanen Gebäuden.

Niederösterreich: Im Landesgebiet von Niederösterreich stellt die Caritas der Erzdiözese Wien 130 Grundversorgungsplätze zur Verfügung. 50 davon sind für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf. Weitere 25 könnten demnächst geschaffen werden. Die Caritas der Diözese St.Pölten hat in den vergangenen Tagen alle Pfarren in einem Brief gebeten, kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, um weitere Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Burgenland: Die Caritas der Erzdiözese Wien stellt im Landesgebiet Burgenland 88 Grundversorgungsplätze zur Verfügung, davon sind 44 für unbegleitete Minderjährige. Das von der Caritas Burgenland betreute Flüchtlingsquartier Forchtenstein ist mit 43 Bewohnern seit einem Jahr voll ausgelastet.

Steiermark: Die Caritas stellt 300 Grundversorgungsplätze für Asylsuchende zur Verfügung. Des Weiteren werden in der mobilen Beratung ca. 3000 Menschen betreut. Ab September übernimmt die Caritas der Diözese Graz-Seckau gemeinsam mit der Diözese das gesamte Integrationspaket für die Steiermark für syrische Flüchtlinge gemäß der Vereinbarung des Bundesministeriums für Inneres mit dem Land Steiermark. (Unterbringung, Betreuung, Integration).

Kärnten: Die Caritas Kärnten stellt für rund 60 Personen mehrere Wohnungen zur Verfügung.

Wien: Die Caritas der Erzdiözese Wien stellt 789 Wohnplätze in fünf Flüchtlingshäusern in Wien, Burgenland und Niederösterreich. Davon 100 für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, 80 für (durch psychische oder physische Beeinträchtigungen). 220 Startwohnungen/Wohnungen, 24 betreute Quartiere in der mobilen Flüchtlingsbetreuung für 1.400 AsylwerberInnen.

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