AK in Alpbach 2 - "Krise trifft vor allem niedrigste Einkommen"

Alpbach (OTS/AK) - "Die untersten Einkommen haben am stärksten unter der Krise gelitten", sagte gestern, Mittwoch, der US-Ökonom Branko Milanovic. Demgegenüber sind die Spitzeneinkommen trotz der Wirtschaftskrise weiter stark gestiegen, argumentierte der aus Serbien stammende Wirtschaftswissenschafter. Dadurch habe sich die Einkommensschere in den meisten Länder weiter geöffnet.

Milanovic, der sich seit über 30 Jahren mit der Entwicklung von Ungleichheit im Laufe der Globalisierung beschäftigt, sieht aber auch positive Verteilungstendenzen. Seinen Studien zufolge hat sich die globale Ungleichheit durch die Aufholprozesse von Schwellenländern, wie Indien, China oder Indonesien, spürbar reduziert.

Branko Milanovic (eh. Weltbank, jetzt New York City University) war anlässlich der Wirtschaftsgespräche in Alpbach. In einem von der AK Wien geladenen Gespräch wurde Milanovic unter der Moderation des Linzer Ökonomen Jakob Kapeller unter anderem von dem Nationalbank-Ökonomen Martin Schürz kommentiert.

Martin Schürz, Verteilungs-Experte der Oesterreichischen Nationalbank, nahm Milanovics Kritik über mangelnde Datenverfügbarkeit auf. Schürz betonte die Relevanz wissenschaftlicher Vermögenserhebungen zur Einschätzung von Ungleichheit, aber auch der finanziellen Stabilität privater Haushalte während der Wirtschaftskrise. Die OeNB habe in ihrer Haushaltserhebung erstmalig Daten zu Vermögen in österreichischen Haushalten erfasst, die tiefere Einblicke in die Verteilung zulassen.

Auf Basis der OeNB-Daten konnten zahlreiche wissenschaftliche Studien die Schieflage in der österreichischen Vermögensverteilung belegen, unterstrich AK-Verteilungsexpertin Miriam Rehm. Hier gelte es nun, anhand der neuen Erkenntnisse auch Schlüsse für die Politik zu ziehen. "Eine Erhöhung vermögensbezogener Steuern ist nicht nur eine Frage der gerechten Verteilung, sondern eine Notwendigkeit zur Finanzierung der gesellschaftlichen Aufgaben im Sozial- und Bildungsbereich", so Rehm.

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